Weekend Magazin Wien 2026 KW17

INITIATIVE ÖSTERREICH 2040 FORDERT:

10 % Flat Tax auf Überstunden ZUKUNFTSSIGNAL. Arbeit muss sich wieder mehr lohnen – diese Forderung vertritt die Initiative Österreich 2040 – die Interessenvertretung österreichischer Familienbetriebe.

V iele Beschäftigte haben das Gefühl, dass sich zusätzli cher Einsatz kaum auszahlt. Der Grund liegt auf der Hand: Die österreichische Abgabenquo te zählt zu den höchsten in Europa und vom Bruttolohn bleibt am Ende oft deutlich weniger übrig als erwartet. Ge rade in Zeiten steigender Lebenshal tungskosten wird dieses Missverhältnis für viele Menschen zunehmend spürbar. Österreich arbeitet nicht „zu wenig“ – vielmehr lohnt sich Mehrarbeit für viele schlicht nicht mehr. Massiver Rückgang Die Zahl der geleisteten Überstunden in Österreich ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Laut Statistik Aus- tria wurden im Jahr 2024 insgesamt rund 168,9 Millionen Über- und Mehr

stunden geleistet – das ist der niedrigs te Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2004. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 lag der Wert noch bei 368 Millionen Stunden – also mehr als doppelt so hoch. Gleich zeitig ist auch der Anteil der Beschäftig ten, die überhaupt Überstunden leisten, stark zurückgegangen: von über 24 Pro zent auf nur noch rund 13 Prozent. 169 Millionen Überstunden wurden 2024 geleistet – weniger als halb so viele wie noch im Jahr 2007.*

Die Initiative Österreich 2040 greift die ses Problem auf und fordert Reformen, um den Faktor Arbeit nachhaltig zu ent lasten. Im Zentrum steht dabei die klare Botschaft: Leistung muss sich wieder auszahlen, und das Steuersystem soll Anreize schaffen, statt zu bremsen. Ne ben strukturellen Änderungen bei Lohn nebenkosten und Einkommensteuer wird insbesondere eine gezielte Entlas tung von Mehrarbeit gefordert. Arbeiten wir zu viel – für zu wenig? Wer heute mehr arbeitet, etwa durch Überstunden, erwartet zu Recht auch ei nen entsprechend höheren finanziellen Nutzen. Doch genau hier liegt das Pro blem: Überstunden werden häufig ähn lich hoch besteuert wie das reguläre Ein kommen. Dadurch schrumpft der zu

FOTO: ADI PURNATAMA / SHUTTERSTOCK

10 | WEEKEND MAGAZIN

* QUELLE: STATISTIK AUSTRIA

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