Weekend Magazin Vorarlberg 2025 KW42
VORARLBERG: News V Menschen V Lifestyle
liche Intention ist: „Ich liebe das Genre ‚Coming of Age‘, denn es verkörpert eine posi tive Naivität in Kombination mit extremen Emotionen. Man könnte diesen Grundge danken mit dem ersten Herz schmerz eines Jugendlichen vergleichen.“ Die Inspiration zu seinen Werken findet Niklas in den Geschichten, die das Leben selbst schreibt. Auch wenn Zeilen aus Song texten oder spannende Per sönlichkeiten ihn zu Projek ten anregen können, bleiben die Eindrücke des Lebens, die er selbst in Worte fasst, seine größte Inspirationsquelle. „Es passiert so viel um einen her um, was man nur unterbe wusst wahrnimmt. Zusam menhänge, die man nicht er kennen konnte, ergeben sich oft erst im Nachhinein. Beim Konzeptschreiben verfasse ich zuallererst den Text dazu, wodurch sich Phrasen erge ben, durch die plötzlich alles einen tieferen Sinn bekommt“, beschreibt er den Kreativpro zess, der hinter seiner Kunst form steckt. Man müsse oft mals einfach nur die Augen offenhalten. Kontrovers dazu spielen geschlossene Augen in gewisser Hinsicht ebenfalls eine Rolle in Niklas Werken, denn die Geschichten, die er erzählt, werden von den Träumen der Figuren geprägt: „Alle Menschen sollten Träu me haben. In all meinen Pro jekten lasse ich den Aspekt ei nes Lichtblicks einfließen, sei er auch noch so unscheinbar.“ Ein romantischer Blick in die Vergangenheit „Warum sollte jemand in dich investieren, wenn du es selbst nicht tust?“ Viele von Niklas Referenzen, auf die er sich heute berufen kann und die ihm einige Aufträge einge bracht haben, sind freie Pro jekte, die er selbst finanziert hat. Eines dieser Projekte zählt zu den wichtigsten Meilenstei
Niklas Schwärzler
ausübt. Seine ak tuellen Filme zeichnen sich we niger durch narrati ve, als vielmehr durch fragmentierte Erzählstruktu ren aus, bei denen er gezielt einzelne Momentaufnahmen einsetzt. „Es muss nicht im mer direkt einen Sinn erge ben, sondern sich einfach richtig anfühlen. Besonders Fashionprojekte lassen Raum für Diskussion und Aus tausch mit den Schauspie lern und für kreative Fin dungsprozesse bei den Dreh büchern. Außerdem gibt es in der Fashionbranche mehr Vertrauen und Spielraum für gewagte sowie mutige Insze nierungen, weshalb ich mich im letzten Jahr dazu ent schieden habe, mich mehr in diese Richtung zu orientie ren“, beschreibt der Künstler, der seit diesem Entschluss bereits mehrere Drehtage in Japan und Miami für Hugo Boss verbrachte. Aktuell ar beitet Niklas an einem Film projekt für Strellson, für das er kürzlich erst in Marra kesch unterwegs war, möch te sich jedoch anschließend wieder mehr auf freie Pro jekte konzentrieren. V
nen von Niklas Karriere und impliziert bis heute sein größ tes Herzensprojekt. „Das Film projekt ist sozusagen ein ro mantischer Blick in die Ver gangenheit. Wir haben kom plett auf ein Drehbuch ver zichtet und alles gefilmt, was sich gut angefühlt hat. Ich wollte festhalten, wie sich ein
mals gerne schneller mit den Ergebnissen zufrieden, doch ich brauche dieses kreative
Ventil und die Reaktionen der Menschen, die ich mit meinen Arbeiten berühren durfte, sind all die Überarbeitungen meiner Werke wert.“
„Waren all die schönen Momente, die wir erlebt haben, immer schon da, oder haben wir sie selbst erschaffen?“ Niklas Hugo Schwärzler über sein Herzensprojekt ALL THE WILD HEARTS HERE BELOW
Klare Zukunftsvisionen „Mir gefällt der englische Ausdruck ‚you get an idea‘, denn eine Idee kann man sich nicht einfach nehmen, sondern muss sie erkennen und ergreifen, wenn sie da ist. So beispielsweise bei ei nem Projekt, das wir kürz lich in Triest gedreht haben, bei dem ich von Anfang an eine klare Vision hatte und dann kam mir die Idee, die Gedanken der Schauspieler hörbar zu machen“, erzählt Niklas über seine Arbeit als Drehbuchautor und Regis seur, die er nun seit mehr als vier Jahren leidenschaftlich
Sommer unserer Kindheit an fühlt, wenn wir darauf zurück blicken“, verrät Niklas über sei nen Kurzfilm, den er bewusst in einer Gefühlswelt positiver Nostalgie inszenierte. Auch wenn seine Arbeiten womög lich nie darauf schließen lassen würden, ist der junge Künstler von selbstkritischer Natur und beschreibt seine Ansprüche an sich selbst zwar als sehr hoch, jedoch auch als hilfreich: „Es gibt für mich kaum etwas Un interessanteres, wie etwas, von dem ich schon zu Beginn weiß, dass es funktioniert. Ich halte ständig die Augen nach neuen Projekten offen und wäre oft
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