Weekend Magazin Steiermark 2025 KW45

Maroni sind weit mehr als nur Hand wärmer. Warum, erfahren Sie unter weekend.at/maroni-gesund

Maronis rocken den kulinarischen Herbst GESCHMACKVOLLES ERBE. Seit Jahrtausenden begleitet die Kastanie den Menschen. Denn Maroni und Esskastanien liefern im Herbst Vitamine und Mineralstoffe und begeistern Feinschmecker mit ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Von Andreas Hamedinger

A rchäologische Funde belegen, dass Ess kastanien schon vor rund 3.000 Jahren in Klein asien gesammelt und ge gessen wurden. Von dort aus verbreiteten sich die Bäume, angekurbelt durch den Anbau der Griechen und Römer, in ganz Südeuropa. Besonders in gebirgigen Re gionen, wo der Ackerbau schwierig war, spielte die Kastanie sehr lange eine zen trale Rolle in der Ernährung. In vielen Gegenden ersetzte sie jahrhundertelang Getrei de und wurde zum „Brot baum der Armen“. In ge trockneter Form konnte man sie etwa monatelang lagern,

und aus dem gemahlenen Fruchtfleisch wurde ein fei nes, süßliches Mehl gewon nen, das für Brot, Brei oder Kuchen Verwendung fand. Feine Unterschiede Heute gelten Esskastanien zwar nicht mehr als Grund nahrungsmittel, dennoch ste hen sie bei Genießern hoch im Kurs. Trotzdem sind sich viele der feinen Unterschiede zwischen Maroni und Ess kastanie nicht bewusst. Bota nisch gesehen handelt es sich bei beiden um die Frucht des Edelkastanienbaumes mit dem wissenschaftlichen Na men Castanea sativa. Der Be griff „Esskastanie“ umfasst

grundsätzlich alle essbaren Früchte dieser Baumart. „Maroni“ hingegen ist die Bezeichnung für bestimmte gezüchtete Varianten der Edelkastanie, die besonders groß, rund und süß sind. Während Esskastanien häu fig eine unregelmäßige Form haben und sich schwerer schälen lassen, sind Maroni in der Regel gleichmäßig ge wachsen, lassen sich leichter verarbeiten und gelten als ge schmacklich feiner. Mont Blanc zum Essen Kulinarisch haben sich Ma roni längst emanzipiert – aus dem Schattendasein als win terlicher Straßenimbiss sind

sie in die besten Küchen auf gestiegen. Sie lassen sich vielseitig verwenden und passen sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Speisen. In der herbstlichen Küche har monieren sie hervorragend mit Wildgerichten, Pilzen, Wurzelgemüse und dunklen Soßen. Ein klassisches Bei spiel ist Rehrücken mit Ma ronenpüree und Rotweinjus. Auch in Suppen entfalten sie ihren vollen Geschmack – etwa in einer sämigen Maronensuppe. Als vegetari scher Eintopf mit Linsen und Lauch werden Maroni zur sättigenden Hauptmahlzeit. In der Patisserie wiederum veredeln sie Tartes, Mousses

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