Weekend Magazin Steiermark 2025 KW45

STEIERMARK INSIDE

INTERVIEW: ANDREAS HERZ Eigenverantwortung ist Pflicht WIR SUDERN ZU VIEL. WKO-Steiermark Fachgruppenobmann Andreas Herz über Resilienz, Verantwortung und warum Österreich besser ist, als wir glauben. Von Patrick Deutsch S ie haben sich inten siv mit dem Bud dhismus beschäftigt

religiösen Hintergrund. Es geht um reine Werkzeuge wie Atem- und Entspan nungsübungen, deren Wir kung auf das vegetative Ner vensystem messbar ist. Spiri tualität ist etwas Privates. Ich vermittle Techniken, die helfen, Gesundheit, Kon zentration und Gelassenheit zu fördern. Welche Rolle spielt das in der modernen Gesellschaft? Herz: Wir müssen lernen, wieder Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, körperlich, geistig und see lisch. Gesundheit lässt sich nicht an den Staat auslagern. Yoga ist ein gutes Beispiel. Früher war es exotisch, heu te ist es alltäglich. Es geht um eine Änderung des Lebens stils. So wie wir gelernt ha ben, Müll zu trennen, müs sen wir wieder lernen, auf uns selbst zu achten. Also Eigenverantwortung auch in Unternehmen?

Herz: Genau. Für mich, meine Mitarbeiter und das Unternehmen. Betriebliche Gesundheitsförderung funk tioniert nur, wenn der Ein zelne sie nutzt. Jeder weiß, wie wichtig Wasser ist, aber trinkt auch jeder genug? Oft sind Verspannungen einfach eine Folge von zu wenig

und sogar Bücher darüber geschrieben. Was hat Sie ursprünglich zu diesem Thema geführt? Der Auslöser war meine Krebserkrankung. Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, neben der Schulmedizin selbst etwas zu tun. Über den Buddhismus bin ich auf men tale Techniken gestoßen, auf Achtsamkeit und bewusste Atmung. Damit kann man das Immunsystem beeinflus sen. So habe ich gelernt, was man selbst zur Heilung bei tragen kann. Sie sind damit eine span nende Mischung aus spiri tueller Vision und Unter nehmertum. Wie gut passen diese Themen zusammen? Herz: Sehr gut, wenn man Religion und Spiritualität au ßen vor lässt. Ich arbeite mit Techniken, die aus alten Kul turen stammen, aber ohne

Flüssigkeit. Es geht nicht um teure Pro gramme, sondern um Bewusstsein im Alltag. Ihre Krebs- erkrankung hat

Sie stark ge prägt. Was haben Sie dar aus gelernt? Herz: Vor al lem Demut, aber auch große Dank barkeit. Ich habe extreme Schmerzen erlebt

und Morphium über eine Leitung di rekt in die Wirbelsäu le bekommen. Wenn man im Spital liegt, ist schon der Gedanke, draußen einen Kaffee zu trinken, ein Ge schenk. Wir vergessen oft, wie gut es uns geht. Gesundheit, Freiheit und

„Wir vergessen oft, wie gut es uns geht. Gesundheit, Freiheit und Normalität sind keine Selbstverständlichkeiten.“

Andreas Herz über die Lehren aus seiner Krebserkrankung

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