Weekend Magazin Burgenland Süd 2025 KW42
LEBENSART
Leben ohne Schlaf? Diese drei Menschen haben Rekorde gebrochen: weekend.at/ schlaf-rekord
Gut schlafen, besser leben
SCHLUMMER-MODUS. Wer regelmäßig in Morpheus’ Armen liegt, investiert in seine Gesundheit, Leistungsfähigkeit – und in ein jüngeres Gehirn. Von Rudolf Grüner
A b ins Bett, Augen zu – und loslassen: Lan ger Schlaf ist kein Luxus, er ist überlebens wichtig, weiß Gerhard Klösch, Sprecher der Öster reichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlaffor schung. Während wir unter der Decke liegen, laufen im Körper hochkomplexe Pro zesse ab: Unser Schlaf stärkt das Immunsystem, reguliert den Stoffwechsel, stabilisiert
Schlafdauer Schlafbedürfnis und -gewohn heiten sind sehr unterschied lich, „die Bandbreite ‚des Normalen‘ ist groß“, erklärt Klösch. Neugeborene bis ein Jahr schlafen zwölf bis 16 Stunden, meist verteilt auf mehrere Schlafperioden. Kleinkinder und Vorschul kinder (bis fünf Jahre) benö tigen zehn bis 14 Stunden, meist mit Nachtschlaf und Mittagsschlaf. Schulkinder
den Blutdruck und schützt Herz und Kreislauf. Beson ders nachhaltig ist der nächt liche „Reinigungsdienst“ in unserer Schaltzentrale: Schädliche Abbauprodukte, die tagsüber im Gehirn ent stehen, werden während des Schlafes abtransportiert, er klärt der Experte. „Dieser Entmüllungsprozess ist ent scheidend, um geistig fit zu bleiben“, so Klösch. Wie zen tral die regelmäßige Ruhe für
unsere geistige Gesundheit ist, zeigt auch eine aktuelle Untersuchung der Mayo Cli nic Rochester in den USA. Dort will man herausgefun den haben, dass Menschen, die dauerhaft unter Schlaflo sigkeit leiden, ein um rund dreieinhalb Jahre älteres Ge hirn als gut schlafende Perso nen aufweisen – und ein er höhtes Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und De menz in sich tragen.
FAUSTREGELN FÜR ERHOLSAMEN SCHLAF
Regelmäßigkeit zählt: Gehen Sie möglichst jeden Tag zur selben Zeit ins Bett – auch am Wochenende. Gute Schlafumgebung: Ein ruhiger und leicht kühler Raum unterstützt erholsames Einschlafen. Abends zur Ruhe kommen: Verzichten Sie vor dem Schlafengehen auf digitale Medien, schweres Essen und Alkohol.
Rituale pflegen: Entspannende Routinen wie Lesen, leise Musik oder Atemübungen signa lisieren dem Körper: Jetzt ist Schlafenszeit. Schlaf positiv sehen: Wer Schlaf als wohl tuende Pause betrachtet, erlebt meist eine bessere subjektive Schlafqualität. Eigenes Schlaffenster beachten: Achten Sie auf Ihre Müdigkeitssignale und orientieren Sie sich an Ihrem individuellen Chronotypen.
FOTOS: LIUDMILA CHERNETSKA/ISTOCK/GETTY IMAGES, ICONS: NATALIIA/ISTOCK/GETTY IMAGES, COQUET ADRIEN/ISTOCK/GETTY IMAGES, MEDUNI WIEN
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