Pflege Oberösterreich KW11 2026

Pflege u Betreuung u Vorsorge

Wandel im Alltag Angehörige pflegen. Wie schafft man die oft belastenden Änderungen, die sich im Leben mit einer zunehmend pflegebedürftigen Person ergeben?

Der Wunsch, in Würde zu altern, ist ganz zentral. Das zu ermög lichen, verlangt Einfühlungsver mögen von Angehörigen.

Text: Philipp Eitzinger

E s beginnt oft leise. Erst hilft man beim Einkauf, dann beim Anziehen, irgend wann auch beim Aufstehen in der Nacht. Pflege schleicht sich in den Alltag – und verändert ihn grundlegend. Viele Angehö rige wachsen selbstverständlich in diese Rolle hinein. Und eben so selbstverständlich geraten sie an ihre Grenzen. Überforderung ist kein Versagen, sondern eine normale Reaktion auf eine Aus nahmesituation. Der Körper ändert sich. Mit zunehmender Gebrechlichkeit oder bei chronischer Erkran kung verlangsamt sich vieles:

Bewegungen, Gedanken, Ent scheidungen.Was früher neben bei geschah, braucht plötzlich Zeit. Wer pflegt, muss Tempo herausnehmen. Ungeduld ver letzt, Ruhe hingegen gibt Si cherheit. Selbst wenn es länger dauert: Eigenständigkeit so lan ge wie möglich zuzulassen, er hält Würde und Selbstwert. Der Umgang ändert sich. Unterstützung bei Körperpfle ge, beim Essen oder beim Toi lettengang berührt die intims ten Bereiche. Anklopfen, erklären, nachfragen – kleine Gesten mit großer Wirkung. Ebenso wichtig: Nicht über je manden sprechen, sondern

FOTO: ISTOCK.COM/HALFPOINT

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