Business Wien 2025 KW44
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und deren Kompetenzen, während Männer häufiger auf Sachkapital setzen. Zudem gelten Frauen als Problemlöserinnen in Krisensi tuationen. Nicht zufällig wurden während der Covid-19-Pandemie Regierungschefinnen wie Jacinda Ardern (Neuseeland) und Sanna Marin (Finnland) international für ihr erfolgreiches Krisenmanage ment hervorgehoben. Diese „weibliche“ Stärke in der Führung hängt stark mit der un terschiedlichen Erfolgsmotivation der Geschlechter zusammen. Wäh rend Männer häufiger kurzfristiges Wachstum als Ziel nennen, stehen bei Frauen nachhaltiger Erfolg und die Verbesserung der Welt durch das eigene Tun im Vordergrund. Eine Studie der KMU Forschung Aus- tria zeigt, dass Unternehmerinnen Kundenzufriedenheit wichtiger ist als Gewinnmaximierung. Das Andere Motivation, andere Wirkung orientiert heißen, aber mit mehr Be dacht auf Teamdynamiken und mehr Empathie. Ich denke, das ist auch kul turell so gewachsen – Frauen arbeiten häufig in Jobs, in denen sie Teil einer Gruppe sind, nicht Einzelkämpfer. Das fördert Kompetenzen in der Teamlei tung. Leider wird von Männern gerne erwartet, sich zu profilieren, aus der Gruppe herauszustechen. J. Zotter: Menschen wollen sich auf gehoben fühlen, in ihrem Job gesehen und wertgeschätzt werden – bleibt also aufmerksam. Bleibt neugierig. Eine so lide Basis an Wissen ist wichtig. Eigen- initiative und Lernbereitschaft öffnen Türen. Dampfplauderei wird Män nern leider viel leichter verziehen als Frauen. n Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben?
Wo Frauen im Aufsichtsrat vertre ten sind, steigen auch die Chancen, dass Frauen in die Geschäftsführung berufen werden. Alexandra Reinagl verweist auf Männernetzwerke, die es Frauen immer noch erschweren, in Top-Führungspositionen oder Kontrollfunktionen einzusteigen. Stattdessen kämen häufig die glei chen Akteure zum Zug. Coachen und fördern Dass Frauen führen können, steht längst nicht mehr zur Diskussion und wird auch von zahlreichen Stu dien untermauert. Die Frage lautet also vielmehr: Führen sie anders – und inwiefern profitieren Unter nehmen davon? Studien legen nahe, dass Frauen stärker „transformati onal“ führen: Sie binden Mitarbei tende ein, coachen, fördern Talente und setzen auf Kommunikation und Feedback. Männer tendieren im Durchschnitt eher zum „transaktio nalen“ Stil mit klaren Zielvorgaben und Belohnungssystemen. Das zeigt
Ich begegne Vorur teilen mit Leistung und Offenheit. Sich in die Opferrolle zu rückzuziehen, ist meiner Ansicht nach nicht zielführend.
Karoline Edtstadler Landeshauptfrau (ÖVP) Salzburg
sich auch im Umgang mit Risiken: Von Frauen geführte Unternehmen sind stabiler, weniger fremdfinan ziert und seltener insolvent. Sie investieren vermehrt in Menschen
FOTOS: ZOTTER SCHOKOLADE, SALZBURGER VOLKSPARTEI
Wer hat Sie auf Ihrem beruflichen Weg besonders geprägt? J. Zotter: Meine Eltern – in einem Fa milienbetrieb ist man von Anfang an involviert. Man braucht viel Verant wortungsbewusstsein, aber bekommt auch viel Rückhalt. Von meinem Vater habe ich gelernt an Ideen festzuhalten, auch wenn es Hindernisse gibt. Von meiner Mutter kommt die Konzentration aufs Wesentliche.
Führen Frauen tatsächlich anders? J. Zotter: Aus meiner Perspek tive teamorientierter. Das muss nicht unbedingt nur konsens-
Julia Zotter Junior GF, Zotter Schokolade Steiermark
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