Business Wien 2025 KW26

3,5 Prozent Rendite kann man im Durschnitt mit einer Immobilie erzielen.

Randlagen hingegen verlieren an At traktivität. Hotelimmobilien (14 Pro zent) und Einzelhandel (12 Prozent) komplettieren das Ranking. Auch hier gilt: Qualität vor Quantität. Investo ren setzen auf gut geführte Häuser mit klarer Positionierung und auf Handelsobjekte mit Alleinstellungs merkmalen. Laut Gleixner ist in den letzten Jahren aber noch ein Kriteri um dazugekommen: „Viele Investo ren schauen verstärkt darauf, ob die Immobilien durch Umwelteinflüsse beeinflusst oder bedroht sind. Dies trifft auch auf Regionen wie das Tullnerfeld zu, in denen dies früher kaum von Bedeutung war.“ Ein weiteres zentrales Thema, das zu nehmend Einfluss auf Investmentent scheidungen nimmt, ist Nachhaltig keit. ESG-Kriterien (Environment, So cial, Governance) spielen mittlerweile eine Schlüsselrolle. Fast 50 Prozent der Investoren würden laut CBRE von ei nem Kauf Abstand nehmen, sollte ein Objekt schlechte ESG-Werte aufwei sen. Umgekehrt sind 17 Prozent sogar bereit, einen Aufpreis zu zahlen – ein Wert, der deutlich über dem euro päischen Durchschnitt (13 Prozent) liegt. In Anbetracht der kommenden Qualität steht immer mehr im Mittelpunk

Doch Immobillien sind auch abseits des Nachhaltigkeitsthemas eine gute Investition, gerade im Wohnbereich, wie Weinberger berichtet: „Der Im mobilienmarkt in Österreich ist sehr stabil. Überraschungen sind – wegen der Größe des Landes – eher selten. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und abgesehen von der Schaffung von Eigentum oder der Altersvorsorge versprechen Immobilien eine Rendite von durchschnittlich 3,5 Prozent.“ Dass Immobilien günstig werden, glaubt Weinberger nicht: „Da die Baukosten – etwa für Personal oder Material – nicht sinken werden, werden auch Häuser oder Woh nungen nicht billiger.“ Untermauert wird diese Einschätzung durch das EY-Trendbarometer 2025, das die Ein schätzung führender Immobilien profis wiedergibt. Für Wohnimmo bilien in Top-Lagen wird ein weiterer Preisanstieg erwartet. In den übrigen Segmenten rechnet man mit stabilen oder leicht sinkenden Preisen – ins besondere bei Büro- und Einzelhan delsflächen in Nebenlagen. Dennoch bleibt das Wohnsegment weiterhin die beliebteste Anlageform am ös terreichischen Markt. n Weiterer Preisanstieg für Top-Lagen

EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeit von Gebäuden – Stichwort EU-Taxonomie und verpflichtende Energieausweise – dürfte diese Entwicklung weiter an Dynamik gewinnen.

ESG als sehr wichtige Renditetreiber

Nachhaltigkeit rechnet sich – nicht nur ökologisch, sondern auch öko nomisch. Laut der Studie erzielen ESG-konforme Gebäude aktuell Ver kaufspreise, die um bis zu 15 Prozent höher liegen als bei herkömmlichen Objekten. Gleichzeitig sinkt die Leerstandsquote signifikant. Inves titionen in nachhaltige Technologi en wie Wärmepumpen, PV-Anlagen oder digitale Gebäudeleittechnik machen sich bezahlt. Immer mehr Eigentümer und Projektentwickler nutzen KI-gestützte Systeme, um den Energieverbrauch zu optimie ren und Betriebskosten zu senken.

Eines gilt aber immer noch: Beim Kauf von Wohungen und Häusern zählen drei Dinge: Lage, Lage und nochmals Lage.“

David Gleixner und Kurt Krystof Erste Bank

FOTOS: ERSTE BANK _ DANIEL HINTERRAMSKOGLER, MAREK KNOPP

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