Business Wien 2025 KW26

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N ach einigen turbulenten Jah ren scheint sich der öster reichische Immobilien markt wieder zu beruhigen. So zeigt die Studie „CBRE’s 2025 European Investor Intentions Survey“, dass sich etwa das Investorenklima verbessert: 22 Prozent der Befragten sehen be reits jetzt eine Erholung am österrei chischen Markt, weitere 64 Prozent erwarten diese bis Jahresende. Im Jahr 2023 etwa war die Investitions bereitschaft durch hohe Zinsen, vo latile Rahmenbedingungen und geopolitische Spannungen stark gedämpft. Jetzt aber keimt Hoffnung auf: Lediglich vier Prozent der Be fragten wollen 2025 weniger inves tieren als im Vorjahr – im Gegenzug planen 38 Prozent, ihr Kapital um mindestens zehn Prozent aufzusto cken. Damit zeigt sich der österrei chische Markt wesentlich optimisti scher als der europäische Durch schnitt. Dieser liegt laut CBRE bei 25 Prozent. KIM-Verordnung führte zu viel Verunsicherung Und gerade der Optimismus ist für Investitionen im Immobilienbereich von besonderer Bedeutung, wie Pe ter Weinberger, Sprecher Raiffeisen Immobilien Österreich, erklärt: „Die letzten Jahre waren geprägt von vie len Unsicherheiten, etwa steigenden Energiepreisen und hohen Zinsen. Auch die KIM-Verordnung hat sicher viele Interessenten von einem mögli chen Kauf abgehalten. Manche trau ten sich gar nicht mehr nach einem Kredit zu fragen - selbst wenn sie diesen unter Umständen bekommen hätten.“

Für Wohnimmobilien in Top-Lagen wird ein weiterer Preisan stieg erwartet. In den übrigen Segmenten rechnen Experten mit stabilen oder leicht sinkenden Preisen.

mer noch: Beim Kauf von Wohnun gen und Häusern zählen drei Dinge: Lage, Lage und nochmals Lage.“ Investoren setzen auf Qualität anstatt Quantität Die Ansicht Krystofs bestätigt auch die zitierte Studie: Auf der Einkaufs liste der Investoren ganz oben stehen Logistikimmobilien (27 Prozent) und Wohnimmobilien (22 Prozent). Logis tik punktet durch stabile Cashflows und langfristige Nachfrage, gerade im E-Commerce. Der Wohnbereich gilt als krisensicher, insbesondere in wachsenden Städten. Mit 19 Prozent bleibt auch das Bürosegment gefragt – allerdings mit Fokus auf A-Lagen und Neubauten. B- und C-Objekte in

rungen bleiben wird: „20 Prozent Ei genkapitalanteil beim Kauf einer Im mobilie und dass die Kreditrate 40 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen soll, werden grundsätz lich auch in Zukunft Kreditvergaben wesentlich beeinflussen“, erklären die Wohnbauspezialisten der Ers te Bank, Kurt Krystof und David Gleixner. Krystof sieht die momen tane Marktsitution bei Immobilien differenziert: „Bis zu einem Wert von etwa 500.000 Euro sind Häuser und Wohnungen stark gefragt. Teurere Immobilien sind, mit Ausnahmen, nicht so gefragt. Eines gilt aber im

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Die letzten Jahre waren geprägt von vielen Unsicher heiten, etwa steigenden Energiepreisen und hohen Zinsen.

Marktlage muss man differenziert betrachten

Ab Juli werden die strikten Vorgaben der KIM-Verordnung zwar wegfal len. Was bleibt, ist die Bonitätsprü fung, die weiterhin ein wesentlicher Bestandteil bei Immobilienfinanzie

Peter Weinberger Raiffeisen Immobilien Österreich

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