Weekend Magazin Wien 2025 KW50

INTERVIEW

JOHANNES MOSER „In dem Moment fühlt man nicht viel“ INTERVIEW. Mit dem erstmaligen Einzug einer österreichischen Fußballmannschaft in ein WM-Finale schrieb das U-17-Team Geschichte. Torschützenkönig Johannes Moser wurde zum Gesicht des Erfolgsteams. Von Yunus Emre Kurt

N och nie zuvor war ein öster reichisches Team in einem WM-Finale – bis jetzt! Wie haben Sie diese U-17-WM erlebt? Johannes Moser: Wir sind richtig gut reingestartet, haben gleich das erste Spiel gewonnen und ich habe dort mein erstes Tor im Turnier geschossen. Auch in der K.-o.-Phase haben wir richtig gut performt und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Dass es so gut geht, dass wir bis ins Finale kom men, damit hätten wir allerdings nie ge rechnet – aber manchmal ergibt sich so ein Flow einfach.

Haben Sie schon realisiert, welcher Erfolg da eingefahren wurde? Johannes Moser: Das ist schwer. Es sind so viele Erfahrungen, die in kurzer Zeit auf einen einprasseln. Die gilt es in Ruhe einzuordnen, dass wir daraus lernen und in Zukunft in solchen Situationen, in solchen entscheidenden Spielen, besser handeln können. Sie sind mit acht Treffern der WM-­ Torschützenkönig. Was ging Ihnen bei den Toren durch den Kopf? Johannes Moser: Man fühlt in dem Mo ment nicht viel – man freut sich einfach extrem. Es ist ein super Gefühl, wenn man der Mannschaft in wichtigen Situa tionen helfen kann. Man ist stolz, aber re alisieren kann man es oft erst später.

der Talenteschmiede von RB Salz burg in der 2. Liga. Haben Sie vor dem Turnier Druck gespürt, sich be weisen zu müssen? Johannes Moser: Durch die Spiele in der 2. Liga ist man an ein anderes Niveau ge wöhnt – das ist dort Männer- und kein Ju gendfußball mehr. Das gibt Selbstvertrau en. Natürlich waren die ersten zehn Minu ten im ersten Spiel aufregend, mit Bauch kribbeln. In der K.-o.-Phase war’s ähnlich. Aber wir hatten so viel Selbstvertrauen und so einen starken Teamspirit, dass wir nicht nervös sein mussten. Wir wollten als Team auftreten und so weit wie möglich kommen. Was aus der Ausbildung in Salzburg hat bei der WM besonders geholfen? Johannes Moser: Dass ohne Defensivar beit gar nichts geht. Das ist besonders im Turnier wichtig: Alle müssen mitarbeiten und für den Gegner unangenehm auftre ten. Außerdem steht die Salzburger Aus bildung für Energie und Motivation. Man merkt bei uns Red-Bull-Spielern im Ka der – wir waren ja neun –, dass wir eine gewisse Grundenergie mitbringen. Habe Sie von Spielern oder Verant wortlichen der A-Nationalmann schaft Glückwünsche erhalten? Johannes Moser: Ja, wir wurden schon vor der WM ins Ernst-Happel-Stadion einge laden und dort ein bisschen verabschiedet – unter anderem von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Während des Turniers war auch Sebastian Prödl bei uns, der selbst lange Teamspieler war und jetzt Leiter des ÖFB-Nachwuchs-Nationalteams ist. Man spürte und spürt die Wertschätzung von ganz oben – das bedeutet uns viel. V

„Durch die Spiele in der 2. Bundes- liga ist man ein anderes Niveau gewöhnt. Das ist Männer- und kein Jugendfußball mehr.“

Johannes Moser

Bei der Wahl zum besten Spieler des Turniers wurden Sie Zweiter. Was bedeutet das für Sie? Johannes Moser: Eine solche individuelle Auszeichnung ist immer Produkt eines Teams, und es ist mir wichtig, die Mit spieler hervorzuheben. Ohne Vor lagen kann man keine Tore schießen und keine gute Per formance bringen! Sie haben bereits Einsätze beim FC Liefering,

FOTO: ÖFB/ANDREAS PICHLER

Made with FlippingBook Annual report maker