Weekend Magazin Vorarlberg 2025 KW35

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Die Broschüre „natürlich dunkel“ informiert kompakt über Möglichkeiten zur Reduktion künstli cher Beleuchtung.

EARTH NIGHT: TIPPS GEGEN LICHTVERSCHMUTZUNG

n Lichtmenge reduzieren: Beleuchtung nur einschalten, wenn diese wirklich erforderlich ist. Straßenbeleuchtungen dimmen bzw. die Anzahl der aktiven Leuchten zu bestimmten Zeiten reduzieren. In ökologisch sensiblen Lebensräumen gänzlich auf Kunstlicht verzichten. n Zielgerichtet beleuchten: Licht sollte nur in die benötigte Richtung abstrahlen. Unerwünschtes Streulicht ist zu vermeiden. Dabei spielt auch die Höhe der Lichtquelle eine Rolle. Allein durch die Halbierung der Leuchthöhe werden 50% weniger Insekten angelockt.

Das Vorarlberger Rheintal – eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Österreichs – erstrahlt nachts hellleuchtend.

Maßnahmen geachtet, die ne gative Auswirkungen künstli cher Beleuchtung reduzieren, speziell im Bereich geschütz ter Lebensräume, Straßen oder in Betriebsgebieten. Mit monatlichen Social-Me dia-Beiträgen und themenbe zogenen Exkursionen schafft das Land Vorarlberg weiteres Bewusstsein für die Thema tik. Die nächste Exkursion soll am 19. September – pünktlich zur Earth Night - in Bad Ro

der größte Sternenpark Öster reichs entstehen soll. „Das wäre auch in Vorarlberg an der Grenze zu Tirol möglich“, so der Amateur-Astronom. Ungesunde Dauerbeleuchtung Lichtverschmutzung ist nicht nur ein Ärgernis für Astrono men, sie hat auch Auswirkun gen auf das Leben auf der Erde. Denn der Wechsel von Tag und Nacht prägte dieses über Milliarden von Jahren – bis das industrielle Zeitalter anbrach. Seither macht der Mensch die Nacht immer mehr zum Tag: Straßenbe leuchtungen, Leuchtreklamen oder Autoscheinwerfer: Kunstlicht ist allgegenwärtig. Und jährlich nehmen die Lichtemissionen um zwei, in Europa sogar um fünf Pro zent, zu. Lebewesen wie der Mensch sind tagsüber aktiv, die Nacht dient der Erholung. Übermäßiges künstliches Licht kann den Biorhythmus stören, den Schlaf beeinträch tigen und die Hormonproduk

tion verändern, was zu chroni schen Erkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Typ-2-Diabetes und Krebs führen kann. „Lichtver schmutzung ist für das Land Vorarlberg durchaus ein erns tes Thema“, antwortet Ger hard Wirth auf Weekend An frage für die Abteilung Um welt- und Klimaschutz. „Dar um setzen wir auf Bewusst seinsbildung und praktikable Lösungen.“ So bringt sich Vo rarlberg seit vielen Jahren ak tiv in die österreichweite Arbeitsgruppe zum

thenbrunnen im Großen Wal sertal stattfinden. Funkel, funkel, kleiner Stern Ein Kinderlied führte uns in diese Geschichte ein, mit einem weiteren wollen wir schließen: „Funkel, funkel, kleiner Stern, ach was haben wir dich gern. Strahlend schön am Himmelszelt erleuchtest hell die ganze Welt.“ Die Frage ist: Wie lange noch? V

Thema Künstli ches Licht ein, die u. a. den „Österreichi

scher Leitfaden Außenbeleuch tung, Licht das mehr nützt als stört“ erarbeitet. 2024 wurde zudem die

Gerhard Wirth Land Vorarlberg

Broschüre „natürlich dunkel“ herausgegeben. Auch im Rah men naturschutzrechtlicher Behördenverfahren wird im Ländle auf projektspezifische

Diese Satellitenaufnahme der NASA zeigt eindrucksvoll die Lichtverschmutzung in West- und Mitteleuropa. Diese nimmt jährlich um fünf Prozent zu.

FOTOS: VERLAG, LAND VORARLBERG, NASA, HARALD KÜNG, VLK/FRIEDRICH BÖHRINGER

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