Weekend Magazin Steiermark 2025 KW37

STEIERMARK INSIDE

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KOMMENTAR

Patrick Deutsch p.deutsch@weekend.at

Selbstbestimmt bis zum Ende Niki Glattauer war vieles: Journalist, Pä dagoge, Bestsellerautor. Vor allem aber war er ein Mensch, der bis zuletzt seine Stimme erhob. Unheilbar an Krebs er krankt, entschied er sich für den assis tierten Suizid – und sprach offen darüber. „Ich will in Würde sterben“, sagte er in einem Interview, das zwei Tage vor seinem Tod veröffentlicht wurde. Ein Satz, der zugleich Befreiung und Provokation ist. Befreiung, weil er Selbstbestimmung am Lebensende einfordert. Provokation, weil er ein gesellschaftliches Tabu be rührt. Seit 2022 ist der assistierte Suizid in Österreich erlaubt, streng reguliert und in ein Netz von Beratung und Aufklärung eingebettet. Kritiker befürchten Miss brauch und betonen, dass auch die Palliativmedizin ein nahezu schmerz freies Sterben in Würde ermöglicht. Trotz dem bleibt die Frage: Darf ein Mensch selbst entscheiden, wann es genug ist? Glattauer hat diese Frage für sich klar beantwortet. Er tat es nicht heimlich, son dern bewusst im Licht der Öffentlichkeit. Glattauers Entscheidung fordert uns her aus. Sie zwingt uns, über Würde, persön liche Freiheit und die Grenzen ärztlicher Fürsorge zu sprechen. Seine letzten Worte waren: „Schön. Wow.“ In dieser Einfachheit liegt eine Botschaft. Wir sol len den Tod nicht länger als Scheitern begreifen, sondern als Teil des Lebens. Eine Gesellschaft, die Menschlichkeit ernst nimmt, muss Platz für den selbst bestimmten Abschied haben. Glattauer hat diesen Platz sichtbar gemacht.

Landeshauptmann Mario Kunasek empfing Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und Finanzminister Markus Marterbauer (v.l.) zu einem Arbeitsbesuch in der Grazer Burg.

Konstruktiver Austausch. Finanzminister Markus Marter bauer und Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl waren am 4. Sep tember auf Arbeitsbesuch in der Grazer Burg. Bei ihrem Treffen mit LH Mario Kunasek waren gleich mehrere Themen im Fokus, die in herausfordernden Zeiten gleichermaßen bewegen. Diskutiert wurden unter anderem die Budgetsituation, der Anlauf für einen neuen Stabi litätspakt sowie konjunkturelle Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung.

Neuer Namensgeber Die Merkur Versicherung ist ab 2026 für drei Jahre Hauptsponsor der vier „Beat the City“-Events und damit Namensgeber von Graz- athlon, Linzathlon, Viennathlon und Innsbruckathlon. Die Hindernisläufe zählen zu den größten ihrer Art in Österreich und locken jährlich Tau sende Teilnehmer in die Innenstädte.

Steirer in Alpbach Von 16. bis 29. August fand im Tiro ler Bergdorf Alpbach das traditionel le „European Forum Alpbach“ statt. Vertreter der Steirischen Volkspartei nutzten diese Plattform, um Kontak te zu knüpfen. Heuer nahmen StS. Eibinger-Miedl, LR Kornhäusl, LR Ehrenhöfer, VP-KO Schnitzer, sowie 2. Landtagspräsident Drexler teil. Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (l.) und der steirische VP-Landesrat Karlheinz Kornhäusl

„Beat the City“-Veranstalter Andreas Mauerhofer (l.) mit Mer kur-Vorstand Markus Spellmeyer

FOTOS: CHRIS ZENZ, LAND STEIERMARK/STREIBL, TIROLER VOLKSPARTEI, NIKOLA MILATOVIC

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