Weekend Magazin Salzburg 2026 KW35
LEBENSART
Eine Prise Meer HEILKRAFT. Salz aus der See gilt als gesundes Multitalent. Die Forschung zeigt: Manche Effekte sind plausibel, andere bleiben eher Versprechen. Von Rudolf Grüner
D as weiße Gold aus der Wiege der Wel len gilt vielen als Wohltat. Ein Bad im Meer oder die kleine Portion Meer salz in der Wanne zu Hause wird mit weicherer Haut oder weniger Juckreiz verbunden. Salzhaltige Luft und Lösun gen sollen zudem die Atem wege unterstützen. Und die ses „gesunde“ Empfinden scheint nicht gänzlich zu täuschen. Tatsächlich lassen sich einige positive Effekte auch medizinisch erklären. Am besten untersucht seien mineralreiche Salzlösungen, etwa aus dem Toten Meer, sagt Dr. Markus Dawid. Studi en zeigen laut dem Dermato logen, dass sie bei bestimmten Hautzuständen die Feuchtig keit verbessern, die Barriere funktion unterstützen und entzündliche Hautreaktionen reduzieren können.
Hilfe für die Haut Interessant ist die Anwen dung bei Psoriasis und atopi scher Dermatitis. Mineral- und Solebäder können hier als Ergänzung Beschwerden lindern. Als alleinige Thera pie reichen sie allerdings nicht aus. „Meersalz sollte eher als unterstützende Pfle ge und nicht als Medikament verstanden werden“, betont Dawid.
Mehr als nur Salz Ähnlich differenziert ist der Blick auf die Atemwege. Salz wird auch hier therapeutisch genutzt, gut untersucht sind jedoch vor allem medizinisch definierte Kochsalzlösungen. Je nach Konzentration können sie Schleimhäute befeuchten oder bei bestimmten Lungen erkrankungen helfen, zähen Schleim zu lösen und besser abzutransportieren. Für die
viel zitierte Meeresluft gilt da gegen: Ein wohltuender Effekt lässt sich nicht allein auf Salz zurückführen. Auch Luft feuchtigkeit, Klima und eine geringere Belastung mit Pol len oder Staub sind hier ent scheidend. Zu viel des Guten Was guttut, kann bei falscher Anwendung allerdings auch ins Gegenteil umschlagen. Salzwasser kann die Haut aus trocknen und reizen. Beson ders sehr trockene, sensible oder akut entzündete Haut re agiert mitunter mit Brennen, Spannungsgefühl oder Rötun gen. Dawid warnt deshalb da vor, Salz nach dem Prinzip „je mehr, desto besser“ ein zusetzen. Nach einem Salzbad kann eine feuchtigkeitsspen dende oder rückfettende Pfle ge helfen, die Hautbarriere zu unterstützen. V
FOTOS: OBEN: MASTER1305/SHUTTERSTOCK, UTNEN: ROSSHELEN/SHUTTERSTOCK
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