Weekend Magazin Salzburg 2026 KW35
Das sagt Bettina Ganghofer zu Airline-Abgängen und Luftverkehrssteuer: weekend.at/airport-interview
INTERVIEW
BETTINA GANGHOER Neue Skyline für den Airport
KURS ZUKUNFT. Der Salzburger Flughafen ist 100 Jahre alt und steht vor dem größten Umbau seiner Geschichte. Geschäftsführerin Bettina Ganghofer erklärt, was Passagiere künftig erwartet und wie sich das Fliegen in den kommenden Jahren verändern wird. Von Simone Reitmeier
denken sein, denn es bleibt die schnellste und sicherste Art zu reisen. Kurz- und Mittelstrecken werden stärker elektrifi ziert oder hybrid betrieben, nachhaltige Treibstoffe Standard sein. Ich sehe in Salzburg weiterhin klassische Europaziele, aber auch weltweite Destinationen, die nicht nur über die großen Hubs erreicht werden, sondern auch direkt. Prozesse wie Grenzkontrolle oder das EES laufen digital und im Hintergrund und vieles wird individueller und nahtloser organi siert sein. V
D er Salzburg Airport feiert heu er sein 100-jähriges Bestehen. Welche Meilensteine hätten Sie selbst gerne miterlebt? Ganghofer: Es gibt viele Momente, die ich gerne live miterlebt hätte: den ersten Li nienflug 1926, die Anfänge des Jet-Zeit alters mit dem neuen Terminal 1966 oder die großen Staatsbesuche. Wenn ich mich entscheiden müsste, dann wäre es wohl die erste Concorde-Landung 1984 gewesen. Das war ein Symbol für techni sche Faszination, Geschwindigkeit und Zukunftsglauben in der Luftfahrt. 2027 starten die umfangreichen Bauarbeiten für das neue Termi nalareal. Was erwartet die Passa giere nach Fertigstellung? Ganghofer: Der Salzburg Airport erhält eine neue Gebäude-Skyline. Der Bestands bau aus den 1960er-Jahren und das ama deus terminal 2 werden zu einer moder nen, durchgängigen Terminallandschaft verbunden. Das neue und dringend not wendige Abflugterminal wird bis 2030 fer tiggestellt, der neue Ankunftsbereich folgt bis 2033. Das finale Ziel ist die Umsetzung aller nötigen und wichtigen Baumaßnah men, um den Flughafen zukunftsfit zu ma chen: eine zentrale Sicherheitskontrolle, klare Trennung von Schengen- und Non-Schengen-Strömen, integrierte Entry/Exit-System-Abfertigung (EES) ohne Satelliten und Busshuttles, mehr Platz für den Gast, bessere Wegeführung, größere Loungeflächen und ein deutlich moderneres Service- und Gastroangebot. Gleichzeitig bauen wir energieeffizient, mit umfangreicher Photovoltaik und dem klaren Ziel „Zero Netto CO₂“ bis 2040.
„Wachstum um jeden Preis ist nicht unser Ziel. Sondern ein Betrieb, der wirtschaftlich, gesell schaftlich und ökolo gisch tragfähig bleibt.“ Bettina Ganghofer Der Flughafen steht immer zwi schen den Interessen von Wirt schaft, Anrainern und Umwelt schutz. Wie gelingt der Balanceakt? Ganghofer: Wir sind einerseits kritische Infrastruktur und Wirtschaftsmotor. An dererseits gibt es verständliche Anliegen von Anrainern und hohe Erwartungen an unsere Nachhaltigkeit. Unsere Ant wort ist ein Mix aus klaren Rahmenbe dingungen und konkreten Maßnahmen wie strengen Betriebszeitenregelungen, kein Nachtbaulärm bei Projekten, Inves titionen in Altlastensanierung (PFAS), Photovoltaik oder E-Fahrzeugflotte. Gleichzeitig setzen wir auf transparente Information zu Baustellen, zum Entry/ Exit-System oder zum Terminalpro jekt und suchen den Dialog mit Nachbarn, Behörden und Touris muspartnern. Wohin glauben Sie, werden wir in 50 Jahren von Salzburg aus fliegen? Werden wir überhaupt noch fliegen? Ganghofer: Reisen ist ein Grundbedürfnis und die Frage ist nicht „ob“, sondern „wie“ wir in 50 Jahren unterwegs sein werden. Das Flugzeug wird nicht wegzu
FOTO: SALZBURG AIRPORT
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