Weekend Magazin Salzburg 2025 KW40
SALZBURG INSIDE
KAROLINE EDTSTADLER
„Politik muss greifbar sein“
NACHGEFRAGT. Seit Anfang Juli ist Karoline Edtstadler nun als Landeshauptfrau in Amt und Würden. Wir wollten wissen, wie sich der neue Arbeitsalltag der 44-Jährigen anfühlt und auf welche Veränderungen wir Salzburger uns einstellen sollten. Von Sandra Eder F rau Landeshaupt frau, Sie sind nun seit drei Monaten
sein, bei dem man noch eins drauflegt. Auch mit dem Golf kommt man von A nach B, da muss man nicht in einen Ferrari steigen. Sie gelten als ehrgeizig, aber auch kontrolliert. Welche Seite wird Salz burg in Ihrer Amtszeit stärker erleben? Edtstadler: Ich scheue mich nicht, auch unbequeme Wahr heiten auszusprechen. Die Menschen haben sich Ehrlich keit verdient. Mein Motto lau tet: Klarheit vor Harmonie. Gleichzeitig geht es mir dar um, Brücken zu bauen und ge meinsam Lösungen zu finden. Apropos gemeinsam: Sie führen eine Regierung mit der FPÖ. Wie definieren Sie Ihre Rolle in dieser Konstellation und wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Marlene Svazek be schreiben? Edtstadler: Wir haben, denke ich, einen guten Draht und ar beiten im Sinne Salzburgs gut zusammen. Gute Arbeit für Salzburg kann nur in einem Team gelingen, in dem jeder seine Verantwortung wahr nimmt. Ich werde dabei mei ne Erfahrung, mein Netzwerk und mein Wissen einsetzen.
im Amt. Wie hat sich Ihr Alltag verändert – und gibt es Neuerungen, an die Sie sich erst gewöhnen müssen? Edtstadler: Ich bin angekom men in meiner neuen Funkti on und auch hier in Salzburg. Der größte Unterschied ist mein täglicher Weg in die Arbeit, den ich entweder zu Fuß mit meinem Hund Struppi, mit dem Fahrrad oder dem O-Bus zurücklegen kann. Dadurch ist alles sehr viel persönlicher und ich werde auf dem Weg in die Arbeit direkt von Menschen angesprochen. Diesen unmit telbaren Kontakt schätze ich ungemein. Es geht dabei um unterschiedliche Themen und oft auch nur um ein paar freundliche und ermutigende Worte. Sie waren eine der profi liertesten Europapolitike rinnen der ÖVP: Wie sehr fehlt Ihnen Europa? Edtstadler: Ich lebe den Euro pagedanken auch hier in meiner neuen Funktion wei ter. Ich blicke auf spannende Jahre in Wien, Brüssel und Straßburg zurück. Jetzt ist
„Auch mit dem Golf kommt man von A nach B, da muss man nicht in einen Ferrari steigen.“ Karoline Edtstadler über ihre Sparpläne
mein Platz in Salzburg. Und ich fühle mich hier zuhause. Welche Maßnahmen wer den in den ersten 100 Ta gen Ihrer Amtszeit direkt spürbar sein? Edtstadler: Wir stehen mitten in der Budgeterstellung und wir werden sparen. Die Mit tel werden effizient und ziel
gerichtet eingesetzt und des halb auch strukturelle Ände rungen vorgenommen. Das hat natürlich Auswirkungen. Ich werde in meinem Bereich bei der Unterstützung der Gemeinden klare Schwer punkte in Sachen Infrastruk tur setzen. Kinderbetreuung, Bildung und Pflege. Und es muss nicht immer ein Projekt
FOTO: ÖVP
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