Weekend Magazin Pinzgau 2026 KW27
LEBENSART
WENN SEKUNDEN ZÄHLEN. Flugretter Jürgen Möschl über Einsätze im Gebirge, Teamarbeit und bewegende Momente. Von Yunus Emre Kurt Zwischen Himmel und Hoffnung
W enn der Alarm ertönt, weiß Jür gen Möschl nie genau, was ihn erwartet. Ver kehrsunfall, Herznotfall, ab gestürzter Wanderer oder eine alpine Rettung in un wegsamem Gelände – die Einsätze des Flugretters beim Notarzthubschrauber Martin 6 sind so vielfältig wie die Landschaft des Pinzgaus. Seit vielen Jahren ist Möschl Teil der Flugrettung und erlebt dabei täglich Situationen, in denen jede Minute zählt. Vom Zivildienst in die Flugrettung Sein Weg begann beim Roten Kreuz. Nach dem Zivildienst blieb der gebürtige Pinzgauer der Rettung treu und enga gierte sich jahrelang ehren amtlich. 2010 folgte die Festanstellung, später die Möglichkeit, sich für die Flugrettung zu qualifizieren. „2015 wurde bei Martin 6 ein Flugretter gesucht. Ich habe
komplexen Bergrettungen. „Man kann morgens nicht sagen, was einen erwartet. Der Alarm kommt und man wird unmittelbar mit der Si tuation konfrontiert.“ Gerade im alpinen Raum unterschei den sich die Herausforderun gen deutlich von jenen der bodengebundenen Rettung. Oft befinden sich Patienten in schwer zugänglichem Ge lände, zusätzliche Einsatz kräfte müssen nachalarmiert werden. Bergretter etwa ar beiten ehrenamtlich und müssen erst zum Treffpunkt gelangen, bevor sie zum Ein satzort gebracht werden kön nen. „Das erfordert viel Lo gistik und kostet Zeit“, er
mich beworben und hatte das große Glück, die Ausbil dung beginnen zu dürfen“, erzählt Möschl. Heute ist er leitender Flugretter am Stützpunkt Martin 6 in Hin terglemm. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg: Neben der Ausbildung zum Notfallsanitäter sind um fangreiche alpine Qualifika tionen erforderlich. Som
mer-, Winter- sowie Eiskurs der Bergrettung gehören dazu. Insgesamt dauert die Ausbildung mehrere Jahre. Kein Tag gleicht dem anderen Einen typischen Einsatz gibt es für Möschl nicht. Das Ein satzspektrum reicht von in ternistischen Notfällen über Verkehrsunfälle bis hin zu
klärt Möschl. Teamarbeit über den Wolken
An Bord eines Rettungshub schraubers arbeiten Pilot, Notarzt und Flugretter eng zusammen. Möschl unter stützt den Piloten bei Navi
FOTOS: TOBIAS MÖSCHL, DR. TITZE FREDERIK
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