Weekend Magazin Pinzgau 2025 KW04
STOLZ AUF PINZGAU
an dem man sich wohl fühlt, ohne große Strö mung und mit gutem Zugang zum Wasser. Und es sollte auch nicht zu flach sein – wenn man erst 20 Me ter reinmarschieren muss, bis es einen Meter tief wird, ist das nicht ide al. Alternativ eignen sich auch Pools oder Regenton nen. Ein zeitliches Limit soll te man sich zu Beginn nicht setzen – jede Sekunde ist eine mehr, als man bisher ge schafft hat. Drei Minuten sollte das Eisbad aber gene rell nicht übersteigen. Tipps & Tricks Wem trotzdem die Haare zu Berge stehen beim Gedanken an Eiswasser, dem sei gesagt: Um positive Effekte zu erzie
len, muss das Wasser gar kei ne eisigen Temperaturen ha ben. Es muss lediglich so kühl sein, dass die Körperkerntem peratur sinkt. Dafür reichen schon Temperaturen von un ter 20 Grad aus. Ideal sind aber Temperaturen von rund 10 Grad und kälter, damit man nicht zu lange im Wasser bleiben muss, um den ge wünschten Effekt zu errei chen. Bevor man in die Kälte eintaucht, sollte man den noch von einem Arzt seine Kreislaufgesundheit überprü fen lassen – denn z. B. mit ei ner Herzerkrankung, Blut- hochdruck oder Diabetes kann Eisbaden gefährlich sein. Kopf und Haare sollten zudem beim Eisbaden nie nass werden – immerhin ge ben wir 30 Prozent unserer Wärme über den Kopf ab.
Neoprensocken können die Füße schützen, Hände kön nen in der Luft gehalten wer den und müssen nicht ins Wasser. Und sowohl vor dem Eisbad als auch danach mit Bewegung aufwärmen. Training für die Gefäße Mit diesen Tipps sollte der Einstieg leichter gelingen. Und wer dranbleibt und regelmäßig den Kältekick sucht, der tut gerade auch sei nen Gefäßen etwas Gutes. Denn wenn die Temperatur auf der Haut sinkt, ziehen sich die Gefäße schlagartig zusam men. Das Blut von Armen und Beinen wird ins Körper- innere geleitet, um die Orga ne vor der Kälte zu schützen. Beim Aufwärmen danach weiten sich die Gefäße wieder, das Blut durchströmt dann den Körper regelrecht. Und davon profitiert auch das Im munsystem: Die Schleimhäu te werden besser durchblu tet, Viren und Bakterien wird das Eindringen in den Na senrachenraum erschwert. Und: Das Kälte-Wärme Wechsel-Training beugt Ab lagerungen in den Arterien vor und schützt so vor Blut hochdruck – einer der Risi kofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt. Mental stark Durch Eisbaden wird auch die Durchblutung der Hirn gefäße gefördert. Der Körper schüttet zudem einen Hor moncocktail aus Kortisol, Adrenalin, Noradrenalin und Endorphinen aus. Das sorgt für Glücksgefühle. Ganz ab gesehen von der mentalen Stärke, die in der Kälte trai niert wird: Der Erfolg des ei genen Handelns ist sofort spürbar. Man hat sich über wunden – dieses Gefühl macht stolz und selbstsicher. Und wer will das nicht? V
Kälte per se ist nicht schlecht – wichtig ist eine positive Einstellung.
Die Atmung Bereits bei diesen kleinen Übungen kommt der Atem mitunter ins Stocken – und das macht die Sache nicht leichter. Daher die nächste wichtige Lektion: Die At mung ist das wichtigste Sys tem zur Kontrolle des Kälte- reizes. Gesundes Eisbaden ist nämlich keine hektische Mut probe, sondern immer be wusst und kontrolliert. Und die Atmung ist ein sehr wich tiger Hebel, der uns dabei hilft. Denn Kälte sorgt für eine Stressreaktion, die durch schnelle oberflächliche At mung meist verstärkt wird. Im Umkehrschluss kann eine tiefe Einatmung und kontrol lierte langsame Ausatmung das Stresslevel reduzieren. Es geht los! Für das spannende erste Mal gilt es, einige Dinge einzupla nen: Zunächst ist es wichtig, nicht alleine zu gehen, son dern immer zumindest mit einer weiteren Person – denn Eisbaden ist und bleibt ein Schockzustand, und man weiß nie, wie der Körper re agiert. Auch Dinge wie Bade schuhe, Mütze, Handtuch und einen heißen Tee für danach sollte man immer dabeihaben. Und natürlich sollte man sich auch den Ort genau überlegen: Im Idealfall sollte es ein Gewässer sein,
DIE POSITIVEN EFFEKTE
n Vermehrung der Mitochondrien (mehr Energieproduktion in den Zellen) n Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems (bessere Durchblutung) n Anregung des Stoffwechsels (Fettverbrennung) n Stärkung des Immunsystems n Hormoncocktail aus Kortisol, Adrenalin, Norad- renalin & Endorphinen sorgt für Glücksgefühle n Fördert die mentale Stärke
FOTOS: PRIVAT, MAGICMINE/ISTOCK/GETTY IMAGES
Made with FlippingBook flipbook maker