Weekend Magazin Oberösterreich 2025 KW47

LEBENSART

rol ist daher in den Fokus der Umweltmedizin gerückt. Forscher der Medizinischen Universität Wien haben da her untersucht, wie Lungen zellen auf Mikroplastik aus Polystyrol reagieren. DNA-Schäden können nicht repariert werden Die Ergebnisse, veröffentlicht im Journal of Hazardous Ma terials, sind ein Alarmsignal für Umwelt- und Gesund heitspolitik gleichermaßen. Das Team rund um Karin Schelch von der Universitäts klinik für Thoraxchirurgie konnte nachweisen, dass vor allem gesunde Lungenzellen besonders stark auf Polysty rol-Mikroplastik reagieren.

nismen, etwa antioxidative Schutzsysteme, die versuchen, den durch Mikroplastik ausge lösten Stress bestmöglich zu neutralisieren. Doch diese Ab wehrreaktionen sind begrenzt – insbesondere bei Menschen, deren Lunge bereits vorge schädigt ist. Raucher, Asthma tiker oder Menschen mit chro nisch-obstruktiver Lungen erkrankung (COPD) könnten besonders anfällig für die er wähnten schädlichen Effekte sein. Auch die Entstehung von Lungenfibrose – einer schwer wiegenden Erkrankung, bei der das Lungengewebe ver narbt und seine Funktionen einbüßt – könnte durch Mik roplastikpartikel begünstigt werden. V

Das bedeutet: Schon geringe Mengen dieser Partikel kön nen biologische Prozesse in Gang setzen, die mit der Ent stehung von Krebs assoziiert werden. Und das ist nur ein Teil des Problems: Die Lunge verfügt über Abwehrmecha

„Auffällig waren vor allem die reduzierte Fähigkeit der ge sunden Zellen, DNA-Schäden zu reparieren, und die gleich zeitige Aktivierung bestimm ter Signalwege, die normaler weise das Zellwachstum be günstigen“, erklärt Schelch.

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Partikelfalle GESUNDHEITSGEFAHR. Mikroplastik be zeichnet winzige Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als fünf Millimetern. Sie entstehen entweder gezielt (primäres Mikro plastik, z. B. in Kosmetika oder Reinigungsmit teln) oder durch den Zerfall größerer Plas tikprodukte (sekundäres Mikroplastik), etwa durch Abrieb, UV-Strahlung oder Witterung. Hauptquellen sind Kleidung aus Synthetikfa sern, Reifenabrieb, Verpackungen und indust rielle Prozesse. Mikroplastik gelangt in Böden, Gewässer, Nahrung – und auch in die Luft. Es kann biologische Prozesse stören, Zellen schä digen und Gesundheitsrisiken verursachen.

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