Weekend Magazin Oberösterreich 2025 KW47

OBERÖSTERREICH INSIDE

STEFAN LEEB „Die erste Frage ist: Welche Antriebsform?“ INTERVIEW. Der Geschäftsführer des Welser Autohauses spricht darüber, was Menschen bei der Auswahl von Autos wichtig ist, wie sich das in den letzten Jahren verändert hat und was man über den Kunden von heute wissen muss. Von Philipp Eitzinger

W as ist Kunden besonders wichtig – Preis, Zuverlässig keit, Optik, Ausstattung oder etwa das Prestige einer Marke? Leeb: Das Image der Marke ist schon ein wichtiger Faktor, aber man identifiziert sich längst nicht mehr so sehr über das Auto wie noch vor 20 Jahren. Ein wichti ger Faktor ist die Art der Finanzierung, aber generell fühlen sich Kunden wesent lich weniger an eine bestimmte Marke gebunden als das früher der Fall war. Das ist für uns kein Problem, wir haben sie ben Marken im Haus. Wie hat sich die Branche verändert? Leeb: Mittlerweile sind viele Sicherheits merkmale und Fahrhilfen vorgeschrie ben. Das ist einerseits gut, weil Autofah

Leeb: Die erste Frage ist sehr oft, was die richtige Antriebsform ist. Das hängt ganz von den individuellen Umständen ab – für die einen ist ein Elektro-Auto optimal, für andere ist das nicht prakti kabel. Ich denke, dass Plug-in-Hybride ein guter Kompromiss sind: Mit diesen kann man kurze Strecken wie den Ar beitsweg elektrisch absolvieren, für die längeren Strecken kommt dann der Ver brennermotor ins Spiel. Nachdem die Zahlen bei E-Autos 2024 zurückgegangen sind, sind sie heuer umso stärker am Steigen. Spü ren Sie das auch? Leeb: Gerade im Firmenauto-Bereich hat die Elektro-Mobilität enorme Vor teile, schon alleine wegen der Befreiung vom Sachbezug. Wir sind viel im Fuhr park-Bereich tätig, da zählt aktuell fast nur der E-Antrieb. Grundsätzlich halte ich Multi-Energy-Plattformen – dass Modelle mit mehreren verschiedenen Antriebsformen verfügbar sind, aus de nen man wählen kann – für den richti gen Weg. Wie hat sich der Zugang der Kunden zum Autokauf generell über die Jah re verändert? Leeb: Sie sind sehr genau informiert, ehe sie überhaupt ins Autohaus kommen. Und bis zu einer Entscheidung kommen sie auch nicht mehr vier- oder fünfmal, sondern maximal zweimal. Man braucht Beratung, die auf diesen Umstand Rück sicht nimmt. V

„Kunden sind heute genau informiert, noch ehe sie ins Autohaus kommen. Darauf muss man Rücksicht nehmen.“ Stefan Leeb

Zur Person. Stefan Leeb ist Geschäftsführer des Autohauses Leeb in Wels mit 65 Mitarbeitern, das Citroën, Fiat, Peugeot, Jeep, Opel, DS und Abarth vertreibt. ren dadurch viel sicherer wird. Anderer seits ist das für das Kleinwagen-Segment problematisch, weil es sich für Hersteller wirtschaftlich kaum noch rechnet. Stört das Kunden? Leeb: Wir sind in der glücklichen Lage, u.a. mit Fiat und Citroën sehr wohl Mar ken anzubieten, die dieses Segment be dienen. Einige Kunden bedauern es aber sehr wohl, dass es immer weniger dieser klassischen Einsteiger-Modelle gibt. Wobei der Trend zum SUV anhält. Leeb: Schon lange, ja, zunehmend eben auch kleinere, kompakte SUV. Mit welchen Fragen oder Unsicher heiten kommen Kunden zu Ihnen?

FOTO: LEEB

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