Weekend Magazin Kärnten 2025 KW40
LEBENSART
Schmerzen managen Sein Appell an alle Hob bysportlerinnen und Hob bysportler: „Schmerzen ernst nehmen – und sich informie ren, bevor die Tablette zur Trainingsroutine wird.“ Als Orientierung für Sporttrei bende nennt Fritz einfache, aber wirksame Regeln: Auf Schmerzsignale hören und Belastung reduzieren. Bei akuten Schmerzen pausieren, anstatt weiter zu trainieren. Schmerzursachen ärztlich abklären lassen, vor allem bei wiederholten oder anhalten den Beschwerden. „Durch zahlreiche Alternativen kön nen Schmerzen oft wirksam gelindert werden – ganz ohne die Risiken und Neben wirkungen klassischer Schmerzmittel“, so der Sport mediziner. V
zu sein – mit der Folge, dass aus gelegentlichem Gebrauch Missbrauch werde. Handlungsbedarf Damit sich riskante Routinen nicht weiter verfestigen, be fürwortet der Fachmann eine deutlich stärkere Aufklä rungsarbeit. Diese dürfe nicht allein den Ärztinnen und Ärzten überlassen wer den. Sportwissenschafter und Trainer seien hier eben so gefragt wie Fachgesell schaften und Verbände. Die Nationale Anti-Doping Agentur Austria (NADA) be treibt bereits intensiv Aufklä rung auf unterschiedlichen Ebenen. Fritz: „Nur so lassen sich hartnäckige Mythen rund um Schmerzmittelge brauch im Sport wirksam durchbrechen.“
ranz hinaus belastet, was zu Rissen, Brüchen oder chroni schen Schäden führen könne, so der Mediziner nachdrück lich. „Die Maskierung von Schmerzen bei Fortführung des Trainings verleitet dazu, Verletzungen zu verschleppen – mit verzögerter Heilung und bleibenden Schäden am Be wegungsapparat“, erklärt Fritz. Weitere Risiken Darüber hinaus sind Magen- Darm-Beschwerden bei NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac keine Seltenheit. Im schlimmsten Fall drohen Blutungen oder Geschwüre. Unter körperlicher Belastung steige zudem das Risiko einer Überlastung der Nieren. „Im Ausdauersport kann es in Kombination mit Flüssig
keitsmangel sogar bis zum akuten Nierenversagen kom men“, sagt Fritz. Auch Herz-Kreislauf-Risiken wie Bluthochdruck, Rhyth musstörungen oder Herzin farkte seien dokumentiert. Gefahr: Abhängigkeit Langfristig drohen noch gra vierendere Folgen: chronische Organschäden an Nieren, Ma gen oder Leber, ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch eine veränderte Schmerzverarbei tung. „Paradoxerweise kön nen durch dauerhafte Einnah me mehr oder chronische Schmerzen entstehen“, warnt der Experte. Zudem bestehe die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit: Viele gewöhn ten sich an das Gefühl, „schmerzfrei leistungsfähig“
SCHMERZMITTELKONSUM IM SPORT 2024
VERWENDUNG NACH SPORTART
MOTIVE FÜR EINE EINNAHME
Schmerz linderung
12%
Vorbeugung
35%
schnellere Erholung
6%
Mannschaftssport
Kampfsport
48%
58%
TOP 3 DER MEISTGENUTZTEN SCHMERZMITTEL
Wintersport
54%
45%
46%
32%
Wassersport
26%
Paracetamol
Ibuprofen
Lokal anzuwendende Schmerzmittel
QUELLE: KFV (KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT, IDB ÖSTERREICH 2023; KFV ERHEBUNG SCHMERZMITTELKONSUM 2024 (N=1.033 BEFRAGTE; REPRÄSENTATIV FÜR DIE ÖSTERREICHISCHE BEVÖLKERUNG DER 14-75JÄHRIGEN)
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