Weekend Magazin Burgenland Eisenstadt/Mattersburg 2025 KW40
LEBENSART
Pulver für die Bestzeit
6 Nahrungsmittel, die den Körper auf natürliche Weise pushen: weekend.at/mehr-power
RISKANTER TREND. Immer mehr Hobbysportler greifen bei Schmerzen in den Medikamentenschrank – mit teils gefährlichen Folgen für Gesundheit und Leistung. Von Rudolf Grüner
S amstagmorgen, die Laufschuhe stehen bereit. Der Kopf dröhnt, das Knie schmerzt. Eigentlich ein klarer Fall für eine Pause. Doch viele Hob bysportler entscheiden sich in solchen Situationen an ders: Eine „Ibu“ soll’s richten – und schon geht es wieder raus auf die Strecke. Das Pro blem wird weggedrückt, das Tempo noch einmal gestei gert. Denn der Mara thon-Termin steht, da darf auch der Körper nicht ins Wanken kommen. Erschreckend hoch Eine aktuelle Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssi cherheit (KFV) zeigt, dass dieses Verhalten längst kein Einzelfall ist. 39 Prozent der
befragten sportlich Aktiven gaben an, bereits Schmerz mittel im Zusammenhang mit Sport eingenommen zu haben. Gefährliche Routine Besonders alarmierend: Knapp ein Drittel nimmt Me dikamente sogar regelmäßig oder jedes Mal vor der sport lichen Aktivität. „Schmerz mittel sind wichtige Medika mente – selbstverständlich haben sie ihre medizinische Berechtigung“, sagt Dr. Jo hanna Trauner-Karner, Leite rin des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Problematisch werde es jedoch, wenn eine unreflek tierte Selbstmedikation er folgt oder Tabletten und Co. ohne medizinische Notwen
so der Mediziner nachdrück lich. „Die Maskierung von Schmerzen bei Fortführung des Trainings verleitet dazu, Verletzungen zu verschlep pen – mit verzögerter Hei lung und bleibenden Schä den am Bewegungsapparat“, erklärt Fritz. Weitere Risiken Darüber hinaus sind Magen- Darm-Beschwerden bei NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac keine Seltenheit. Im schlimmsten Fall drohen Blutungen oder Geschwüre. Unter körperlicher Belastung steige zudem das Risiko einer Überlastung der Nieren. „Im Ausdauersport kann es in Kombination mit Flüssig keitsmangel sogar bis zum akuten Nierenversagen kom
digkeit eingesetzt werden – „etwa, um trotz Schmerzen weitertrainieren zu können.“ Nebenwirkungen Besonders eindringlich warnt auch Dr. Robert Fritz vor den gesundheitlichen Folgen ei ner regelmäßigen Einnahme: „Die Risiken sind erheblich – sowohl kurzfristig als auch langfristig.“ Und: „Sie hän gen vom Wirkstoff, der Dosis und der Häufigkeit ab“, so der Wiener Sportmediziner im Gespräch mit Weekend. Kurzfristig können Schmerz mittel Überlastungen ver schleiern. Zudem werden Muskeln, Sehnen und Gelen ke weiter über ihre Toleranz hinaus belastet, was zu Ris sen, Brüchen oder chroni schen Schäden führen könne, scheinlichkeit von Verlet zungen während des Trai nings deutlich. Schmerzsig nale, die ein Zeichen einer Überlastung sein können, werden reduziert und da durch Kontrollmechanis men ausgeschaltet. Welche Alternativen emp fehlen Sie bei Schmerzen? Strategien können Kältepa ckungen und Wärmean wendungen sein. Auch
SHORT TALK
Schmerzen richtig behandeln
Warum greifen immer mehr Hobbysportler zur Tablette? Die Angst vor möglichen Schmerzen steht hier im Vordergrund. Oft kommt noch Druck aus dem Team dazu. Der Schmerzmittel missbrauch ist gerade im Fußball sehr hoch.
Massagen und Faszienthe rapien fördern die Durch blutung, beschleunigen die Regeneration und helfen bei Verspannungen oder muskulären Problemen. Pflanzliche Mittel können entzündungshemmend wir ken. Darüber hinaus wer den Akupunktur, Stoßwel lentherapie und Elektrothe rapie zur Schmerztherapie individuell – und erfolgreich – eingesetzt.
Welche Gefahren sind damit verbunden?
Die Einnahme von Medika menten erhöht die Wahr
Dr. Robert Fritz sportordination.com
FOTO: ROLAND ZYGMUNT
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