Weekend Karriere Steiermark 2026 KW39
LEHRE & KARRIERE
Zu Beginn der Lehre wird in der Lehrwerk statt bzw. im Ausbil dungszentrum die Grundlage geschaffen.
in Ausbildungszentren angeboten wird, ist Welten davon entfernt, wie Lehr werkstätten noch in den 1990ern aus gesehen haben – etwa in puncto Sau berkeit und Sicherheit“, betont Werner Grubmüller von der voestalpine, der einst selbst eine Lehre absolviert hat. „Darauf wird heute sehr großer Wert gelegt.“ Gemeinsame Grundlagen. Ein weite rer Grund, warum sich Ausbildungs zentren gerade in großen Unternehmen auszahlen, ist der unterschiedliche Wis sensstand, mit dem die Lehrlinge aus der Schule kommen, wie Grubmüller erklärt: „Wir investieren die nötige Zeit in die Grundausbildung, um alle Lehr linge auf den nötigen Stand zu bringen.“ Wenn diese Grundlagen geschaffen sind, ist der nächste Schritt jener in die verschiedenen Abteilungen des Unter nehmens, wo die weitere Lehrzeit ab solviert und der jeweilige Beruf bis zur Lehrabschlussprüfung erlernt wird. In vielen Betrieben ist es auch üblich, dass Lehrlinge mehrere verschiedene Abtei lungen kennenlernen, wie Grubmüller erklärt: „So können sie für sich selbst erleben, welcher Bereich genau sie be sonders interessiert und was ihren Ta lenten optimal entspricht.“ Entscheidung. Wer am Beginn seiner Lehre eine solche Lehrwerkstatt bzw. ein Ausbildungszentrum betritt, hat sich schon für ein Unternehmen ent schieden. Aber was ist auf dem Weg zu dieser Entscheidung wichtig – wie fin det man heraus, ob dieser Lehrberuf und dieser Betrieb der richtige ist? „Schnuppern ist wichtig“, weiß Grub müller, denn „man sollte sich vorher im Klaren sein, ob es passt.“ Denn wenn es passt, geht man mit Vorfreude und Mo tivation in die Lehrwerkstatt. V
und weil es oft nicht um den Verkauf oder die direkte Produktion geht, kön nen die Jugendlichen in Ruhe probieren und aus Fehlern lernen. Das trägt auch dazu bei, dass Lehrlinge sich dann aus reichend sicher fühlen, wenn sie in der Folge tatsächlich am eigentlichen Pro duktionsprozess teilnehmen. „Die Drop-out-Quote bei uns ist sehr ge ring“, berichtet Grubmüller, „98 Pro zent der Lehrlinge beenden ihre Ausbil dung auch bei uns.“ Ausstattung. Grundsätzlich gilt, dass solche Zentren bei großen Unterneh men etwa in der Industrie eingerichtet sind, weil es bei diesen organisatorisch und finanziell möglich ist. Sie lassen sich die Ausstattung in der Regel auch einiges kosten, sowohl bei den Geräten als auch beim oftmals eigens für diese Lehrwerkstatt abgestellten Personal. Sie tun das aus mehreren Gründen. Zum einen, weil so sichergestellt wird, dass bei diesen großen Unternehmen jedes Jahr eine teilweise dreistellige Zahl an Lehrlingen überhaupt gut betreut und an modernen Maschinen ausgebildet werden können. Und zum anderen, um die vergleichsweise gewaltige Zahl an Lehrlingen überhaupt Jahr für Jahr für sich gewinnen zu können. „Was heute
Fokus auf dem sozialen Umgang mitei nander“, erklärt Werner Grubmüller. Er ist Ausbildungskoordinator im Linzer Ausbildungszentrum der voestalpine und er verweist auf einen wichtigen As pekt: „Auch die Eltern sehen, dass es sich um eine behütete Umgebung han delt, in der die jungen Menschen Zeit haben, dass sie reifen.“ Ohne Produktionsdruck. Das heißt konkret: Ausbildner begleiten die Ju gendlichen hier Schritt für Schritt. Es geht zwar nicht im Bummelzugtempo dahin, aber es gibt auch in der Regel keinen allzu dramatischen Zeitdruck
Bei vielen großen Unternehmen startet die technische Lehre in der Lehrwerk statt bzw. im Ausbildungszentrum.
FOTOS: VOESTALPINE, NSIT/SHUTTERSTOCK
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