Weekend Karriere Steiermark 2026 KW39

BESTE CHANCEN FÜR JUNGE MENSCHEN

BILDUNGSTALK. Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom über die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz im Unterricht, den Stellenwert der Deutschförderung für eine erfolgreiche Integration und die Rolle der Sozialen Medien für die psychische Gesundheit.

W elche Herausforderungen kommen durch die KI auf den Unterricht in Mittel- und höheren Schulen zu? LH-Stv. Manuela Khom: Die KI ist gera de dabei, unseren Alltag zu verändern. Ich sehe KI dabei nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug, das wir richtig einsetzen müssen. Schon in der Schule müssen wir lernen, KI sinnvoll und ver antwortungsvoll zu nutzen – und gleich zeitig zu erkennen, wo wir sie kritisch hinterfragen müssen. Denn eines darf uns die Technologie nicht abnehmen: das ei gene Denken. Der richtige Umgang mit KI gehört für mich daher ganz selbstver ständlich zur modernen Bildung. Inwieweit müssen Prüfungsmodalitä ten, auch im Hinblick auf die Matura, an die neuen Verhältnisse angepasst werden? Manuela Khom: Wir müssen hier stärker prüfen, was Schülerinnen und Schüler selbst können und verstanden haben. Denn Wissen auf Knopfdruck ist noch keine Bildung. Eigenständiges Denken, sinnerfassendes Lesen und auch der Hausverstand werden immer wichtiger. Prüfungen werden deshalb stärker auf diese persönlichen Kompetenzen abzie len müssen. Welche Medienkompetenzen müssen den Schülern in Hinkunft verstärkt ver mittelt werden? Manuela Khom: Ganz klar: Das kritische Hinterfragen von Inhalten. Es reicht nicht, mit einem Smartphone umgehen zu können. Man muss auch verstehen, was einem darauf begegnet. Gerade bei sozialen Medien und KI braucht es mehr digitale Mündigkeit. Denn nicht alles,

was online steht, stimmt auch. Und nicht jeder Algorithmus hat das Wohl unserer Kinder im Sinn. Unser Ziel muss sein, junge Menschen zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Mediennutzern zu machen. Vermitteln unsere höheren Schulen zu dem jungen Menschen in einem ausrei chenden Ausmaß jene Kompetenzen, die von der steirischen Wirtschaft nachgefragt werden? Manuela Khom: Unsere höheren Schu len leisten hier bereits einen hervorragen den Job. Gleichzeitig werden wir weiter daran arbeiten, Schule und Wirtschaft noch stärker zu verknüpfen. Denn wir müssen junge Menschen auf die Arbeits welt vorbereiten, die sie tatsächlich er wartet – nicht auf jene, die wir aus der Vergangenheit kennen. Am Ende geht es um zwei Dinge: beste Chancen für unse re jungen Menschen und gut ausgebilde te Fachkräfte für unsere steirischen Be triebe. Auch im vergangenen Schuljahr gab es wieder eine eigene Förderung für Schu len, die nach Brüssel reisen wollten. Wie wurde dieses Angebot angenom men? Manuela Khom: Seit mittlerweile 15 Jah ren unterstützen wir Schulen, die mit ih rer Klasse nach Brüssel, aber auch nach Straßburg oder Luxemburg reisen wollen. Warum? Die EU muss für junge Men schen mehr sein als ein Kapitel aus dem Schulbuch oder ein Wort aus den Nach richten. Immerhin verdient die Steier mark jeden zweiten Euro im Export. Eu ropa stärkt also unsere Wirtschaft und si chert Arbeitsplätze. Daher freut es mich, dass sie auch so gut angenommen wer

den. Allein im letzten Schuljahr nutzten rund 800 Schülerinnen und Schüler die se Chance. Wird es diese Förderung auch im kom menden Jahr geben? Manuela Khom: Ja, auch heuer gibt es wieder eine Unterstützung von 100 € pro Schülerin und Schüler für die Klassen-

FOTO: BENJAMIN GASSER

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