Weekend Magazin Wien Blickpunkt Wien West 2026 KW19
LEBENSART
KI kritisiert nicht nur („Du isst zu viel und das Falsche!“), sondern kann konstruktive Vorschläge machen.
bensmittel, schätzt Portions größen und berechnet Nähr werte automatisch. Ganz ex akt ist das nicht, vor allem versteckte Kalorien oder kom plexe Gerichte sind schwer zu erfassen. Der Vorteil liegt trotzdem auf der Hand: Die Hemmschwelle, das eigene Essverhalten überhaupt zu do kumentieren, sinkt deutlich. Zeig deinen Teller Das Coaching hört hier nicht auf: Die KI kommentiert den eigenen Teller sogar. Eine Pas ta-Portion wird etwa so analy siert: „Die Menge wirkt relativ groß, du könntest sie etwas reduzieren und mehr Gemü se ergänzen.“ Statt allgemei
ner Tipps gibt es also kon krete Vorschläge, die direkt im Alltag umsetzbar sind. Bei einem üppigen Salat heißt es: „Gute Basis, aber durch Käse, Nüsse und Dressing kalorien reich. Hier könntest du eine Komponente reduzieren.“ Noch praktischer ist der digi tale Abnehmcoach, wenn er nicht nur den einen Teller analysiert, sondern die ge samte Bilanz des Tages be rücksichtigt: „Achtung, du hast dein Kalorienziel heute fast erreicht – diese Mahlzeit liegt deutlich darüber.“ Die Kosten Die meisten KI-Diät-Apps funktionieren nach dem so
genannten Freemium-Prin zip: Basisfunktionen wie das Tracken von Mahlzeiten sind oft kostenlos. Für Premium- Funktionen wie Fotoanalyse, personalisierte Ernährungs pläne oder detaillierte Aus wertungen wird oft ein Abo fällig. Je nach Anbieter liegen die Kosten zwischen etwa 5 und 50 Euro pro Monat. Üb rigens: Weit verbreitete Apps wie Yazio oder Noom sind auf Deutsch verfügbar. Das Fazit Digitale Programme und Ab nehm-Apps führen laut aktu ellen Studien zu messbarem, aber meist moderatem Ge wichtsverlust. Eine 2025 im
Fachjournal „Journal of Me dical Internet Research“ ver öffentlichte Meta-Analyse zeigt: ChatGPT, Noom und Co. wirken kurzfristig gut, langfristig begrenzt, weil Motivation oder Nutzung nachlassen. KI kann falsche oder unpassende Empfehlun gen geben, vor allem wenn wichtige Gesundheitsinfor mationen fehlen. Außerdem warnen Fachleute vor einem möglichen Risiko für pro blematisches Essverhalten, wenn man sich zu stark auf Zahlen und Kontrolle fokus siert. Wer KI sinnvoll nutzt, bekommt vor allem eines: mehr Überblick über das ei gene Essverhalten. V
TIPPS
1 Konkrete Ziele: Wie bei jeder Diät gilt: der KI keine unrealistischen Vorgaben nennen und auch beim Ist zustand faktentreu bleiben. 2 Der Markt: Neben ChatGPT kom men infrage: Tracking-Apps wie Yazio oder MyFitnessPal, Anwendun gen mit automatischer Fotoanalyse von Mahlzeiten (z. B. SnapCalorie) sowie Coaching-Apps wie Noom, die stärker auf Verhaltensänderung setzen.
3 Nicht blind vertrauen: KI lie fert Orientierung. Wer sämtliche Verantwortung delegiert, verliert das Gefühl dafür, was einem guttut. 4 Im Alltag: Ernährungsplan erstel len, Portionen checken, Ausrut scher vermeiden (z. B. im Restaurant). 5 Dranbleiben: Die KI nach der Diät weiterhin gelegentlich nutzen, z. B. beim Einkauf.
FOTOS: KI-GENERIERT/DALL.E/ANDREA SCHRÖDER
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