Weekend Magazin Wien Blickpunkt Wien West 2026 KW19
WIEN INSIDE
Gastpatienten – quo vadis? Wien übernimmt viele Behandlungen über den regionalen Strukturplan hinaus, beson ders bei Spezialleistungen, sagt Evelyn Kölldorfer-Leitgeb. „Klar ist: Versorgung endet nicht an Landesgrenzen.“ Entschei dend sei daher eine faire Finanzierung zwischen den Bundesländern. „Dass das Thema auf politischer Ebene diskutiert wird, zeigt, dass man auf einem guten Weg ist.“
nationale Programme, um Fachkräfte langfristig zu sichern. Etwa mit dem Projekt „Nurses4Vienna.“ Was braucht es, um Personal lang fristig zu halten? Kölldorfer-Leitgeb: Planbarkeit und gute Arbeitsbedingungen. Wir setzen auf kla re Dienstpläne und Weiterbildungsmög lichkeiten. Ebenso wichtig ist die Opti mierung von Abläufen. Oft liegt die Belas tung nicht nur an der Personalsituation, sondern auch an ineffizienten Prozessen. Abschließend: Welche wichtigste Erkenntnis haben Sie in den letzten Jahren gewonnen? Kölldorfer-Leitgeb: Große Veränderungen funktionieren nur gemeinsam mit den Menschen. Transparenz ist dabei ent scheidend: Man muss sagen, was man weiß – und auch, was man noch nicht weiß. Nur so schafft man Vertrauen und kann solche Transformationsprozesse erfolgreich umsetzen. V
„Wir investieren massiv in Ausbildung und schaffen Planbarkeit, um unser Personal langfristig zu halten.“ Kölldorfer-Leitgeb zu Personalfragen
erlaubt minimalinvasive Eingriffe, die helfen, die Aufenthaltsdauer im Spital zu verkürzen. Gleichzeitig entwickeln wir Telemonitoring-Lösungen, bei denen Patientinnen und Patienten zu Hause betreut werden können. Ein Dauerbrenner ist das Thema Per sonal. Wie ist Wien hier aufgestellt? Kölldorfer-Leitgeb: Nach der Pandemie war die Personaldecke sehr dünn. Aktuell ha ben wir wieder einen hohen Besetzungs grad: etwa 95 Prozent in der Pflege und 96 Prozent bei Ärztinnen und Ärzten. Das liegt auch daran, dass wir massiv in Aus bildung investieren. In ganz Wien gibt es rund 4.000 Ausbildungsplätze in der Pflege. Gleichzeitig setzen wir auf inter
wohnhäusern eigene Nachsorgebereiche geschaffen, etwa für die Remobilisation nach Operationen. Mit großem Erfolg: Rund 75 Prozent der Patientinnen und Patienten können anschließend wieder in ihr Zuhause zurückkehren und benötigen keinen dauerhaften Pflege- oder Heim platz. Das ist nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern bedeutet für die Betrof fenen vor allem ein deutliches Plus an Lebensqualität. Robotik und KI sind auch in der Medizin angekommen … Kölldorfer-Leitgeb: …um zu bleiben. Wir arbeiten mit Operationsrobotern, die von unseren Medizinern geradezu geliebt werden (lacht). Die Hightechausrüstung
FOTOS: ALEXANDER FELTEN
V.l.n.r.: Evelyn Kölldorfer-Leitgeb (Ge neraldirektorin des Wiener Gesund heitsverbunds), Rudolf Grüner (Weekend-Redakteur) und Richard Mauerlechner (Weekend Wien-Chef)
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