Business Wien 2025 KW44

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of Things) revolutioniert. Roboter in Lagern und prädiktive Algorithmen optimieren die Bestandsverwaltung und Lieferrouten. Im Kundenservice analysieren Chatbots Milliarden von Interaktionen, um personalisierte Empfehlungen zu geben – das stei gert die Kundenzufriedenheit und reduziert Supportkosten um 30 bis 50 Prozent. Die Roboter kommen! Markus Roth sieht in der KI einen Gamechanger, der die Dinge funda mental verändert. „Das exponenzielle Wachstum der KI-Systeme macht es sehr schwer vorherzusagen, was in Zukunft möglich sein wird. Selbst Experten können oft nicht sagen, was in einem Jahr machbar sein wird“, sagt Roth. Sein Tipp: „Unternehmen sollten nicht darauf warten, bis sich etwas als neuer Standard etabliert hat, sondern die Digitalisierung pro aktiv angehen. Das gilt für Betriebe jeder Größe. Früher galt: Wenn et was der Norm entspricht, kann man es sicher einsetzen. Heute ist es ge nau umgekehrt – wenn etwas der Norm entspricht, ist es meist schon veraltet und nicht mehr zeitgemäß.“ Kann jede menschliche Tätigkeit von KI ersetzt werden? „Ja“, sagt Roth, „mit Ausnahme der drei Ps: Putzen, Pflege, Prostitution.“ Wie schaffen Unternehmen am besten den Ein stieg in die Welt der KI? „Der Ein stieg gelingt am besten über kleinere, überschaubare Projekte, die rasch ei nen Mehrwert zeigen. So können Un ternehmen Vertrauen aufbauen, die Organisation mitnehmen und Schritt für Schritt Erfahrungen sammeln, ohne gleich hohe Risiken einzuge hen“, sagt Lehner. Nötig seien Mut, die Bereitschaft zu Veränderungen und ein gewisses Maß an Risiko bereitschaft. Lehner: „Die Chance sollte jetzt ergriffen werden – wer bei der KI zu lange zögert, wird es in wenigen Jahren schwer haben, am Markt zu bestehen.“ n

Almdudler setzt auf Top-Designerin Marina Hoermanseder und automatisierte CRM-Prozesse im Vertrieb sowie KI in HR und Controlling.

auch bei der täglichen Arbeit. Die größte Herausforderung ist es, diese Transformation so zu gestalten, dass unser Markenkern erhalten bleibt“, sagt Hofmann-Credner. Digitalisie rung ist kein Wunschkonzert, son dern ein Pflichtprogramm. Manche Branchen erleben derzeit besonders tiefgreifende Veränderungen, wie etwa der Medien- und Automobil sektor – oder der Einzelhandel, der von Amazon revolutioniert wurde. Die Onlineplattform hat ihre Sup ply Chain durch KI und IoT (Internet

vielmehr ein Ort der Begegnung, um moderne Technologien hautnah zu erleben und zu verstehen. In Forma ten wie „Digitalks on Tour“ präsen tieren regionale Unternehmen, wie sie mit digitalen Tools messbare Vorteile erzielen. „Spannend war zuletzt die Workshop-Reihe ‚KI im Tourismus‘, bei der Betriebe gezeigt haben, wie sie durch KI-gestütztes Marketing oder Buchungssysteme ihre Sichtbarkeit und Effizienz ge steigert haben“, sagt Zeppelzauer. Auf datenbasiertes Marketing, auto matisierte CRM-Prozesse im Vertrieb bis hin zu KI in HR und Controlling setzt auch das Familienunternehmen Almdudler. Die Kräuterlimo hat mit der Star-Designerin Marina Hoer- manseder eine „Oktoberfest-Edition“ auf den Markt gebracht. „Unsere Marke soll dort erlebbar sein, wo sich Menschen begegnen – online wie off line“, sagt Marketingchef Claus Hof mann-Credner. Dabei wird gezielt in digitale Infrastruktur investiert, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. „Künstliche Intelligenz unterstützt uns bereits in allen Un ternehmensbereichen und bei der Optimierung unserer Prozesse, aber

Das exponenzielle Wachstum der KI- Systeme macht es sehr schwer vorher- zusagen, was in Zukunft möglich sein wird.

Markus Roth IC-Spartensprecher WKO

FOTO: STEPHIEBRAUN, PORTRAIT: KNEIDINGER-PHOTOGRAPHY

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