Business Vorarlberg 2025 KW44
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tellen Sie sich vor, die Re publik Österreich wäre ein Mensch. Wie würde er ausse
um die rasche Gewinnmaximierung, sondern sie denken in Generationen. Stille Großmacht Familienbetriebe sind eine stille „Großmacht“ ohne Lobby. Dafür sind die meisten zu klein (99,7 Prozent aller marktorientierten Unternehmen sind KMU unter 250 Mitarbeiter) und wer den nicht gehört. Große Konzerne sind lauter und können drohen, etwa mit Abwanderung. Familienbetriebe kön nen das nicht. Sie sind fest verankert und fühlen sich Österreich verpflich tet. Wenn sie schwächer werden, so schwächt das den gesamten Organis mus Österreich. Wenn sie aussterben, droht der Republik ein Multiorganver sagen. Die Alarmsignale sind bereits unübersehbar: Viele Betriebe kämpfen um ihr Überleben und die Gefahr ei ner massiven Pleitewelle ist groß.
Druck auf die Politik Doch es ist Rettung in Sicht. Die über parteiliche „Initiative Österreich 2040“ ist die Interessenvertretung all jener Familienbetriebe, die Österreich am Leben und am Laufen halten. Sie will den Organismus wieder fit machen, Herz und Rückgrat wieder stärken und Österreich bis 2040 wieder an die Spitze zurückbringen. Die Initiative wird von Familienbetrieben selbst getragen und von der Weekend Verlagsgruppe medi al unterstützt. Ziel ist es, mehr als 1.000 solcher Unternehmen zu vereinen, um bei der Politik rasch für bessere wirt schaftliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Nur wenn jetzt Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Politik gemeinsam an einem Strang ziehen, kann der wirt schaftliche Standort Österreich wieder erfolgreich werden und eine massive Arbeitslosigkeit verhindert werden.
hen? Er wäre so massiv übergewichtig, dass er kaum noch stehen könnte. Die letzten Jahre hat er sich von Schul den nach dem Motto „Koste es, was es wolle“ fett gefressen. Dabei hat er seine wichtigsten Organe, sein Herz und sein Rückgrat, massiv beschädigt. Organe, die diese Last hauptsächlich tragen müssen. Diese Organe sind die familien- und eigentümergeführten Unternehmen in diesem Lande. Sie sichern rund zwei Drittel aller Jobs in der marktorientierten Wirtschaft. Dazu sind sie die größten Unterstützer von Sportklubs, Vereinen, Feuerwehren und die Nummer-eins-Spender für soziale Zwecke. Sie kennen ihre Mitarbeiter beim Namen und geben ihnen Identi tät sowie Sicherheit. Es geht ihnen nicht
Die drei zentralen Forderungen an die Politik:
1 Ende der Life- style-Teilzeit Österreich ist eine Teilzeit republik. Nur in den Nie derlanden wird noch we niger Vollzeit gearbeitet. Das schadet dem Standort und treibt den Fachkräfte mangel an. Die Initiative Österreich 2040 fordert daher: Wer weder Kinder noch Pflegefälle betreut bzw. nicht studiert und freiwillig in Teilzeit arbeitet – und damit auch weniger in das Sozialversicherungs system einzahlt –, muss durch Selbstbehalte mehr beitragen.
2 Recht auf Mehrarbeit Viele leistungsbereite Ar beitnehmer oder Pensio nisten werden für ihre Be reitschaft, mehr oder länger zu arbeiten, heutzutage be straft. Durch eine steuerli che Flat Tax von nur 10 Pro zent soll Mehrarbeit (mehr Stunden oder mehr Jahre) attraktiver werden. Das ver bessert die Wettbewerbsfä higkeit des Landes und die finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen. Damit wird Leistung wieder belohnt und automatisch bleibt mehr Geld im Börserl.
3 Steuer auf Chinapakete So manches Schnäppchen bei Temu, Shein und Co. kommt uns teuer zu ste hen. Der massive Leerstand in den Städten ist für diese Entwicklung ein stiller Zeu ge. Die täglich 30.000 Pakete aus Fernost schaden unserer Wirtschaft und manchmal auch Leib und Leben. Wäh rend unsere Produkte hohe Qualitätsmaßstäbe erfüllen müssen, wird das bei man chen Dumpingwaren unter wandert. Höhere Steuern sollen dem Billigimport einen Riegel vorschieben.
Das sind die ersten drei For derungen, um Österreichs Wirtschaft wieder fit zu ma chen. Über die Entwicklung werden wir Sie laufend in formieren. Weitere Infos: www.initiativeoesterreich2040.at
FOTO: ISTOCK.COM/ -STRIZH
WEEKEND BUSINESS | 19
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