Business Steiermark 2025 KW44
BUSINESS
Alexandra Reinagl, CEO bei den Wie ner Linien, „Mixed Teams“ als ideale Kombination. Und auch Hotelierin Christine Stock ist überzeugt, dass Diversität das wahre unternehmeri sche Erfolgsgeheimnis ist. Sie selbst hat äußerst gute Erfahrung mit weib lichen Führungskräften gemacht. Im familiengeführten Tiroler 5-Ster ne-Ressort arbeiten tatsächlich mehr Frauen in der Führung als Männer. „Das ist das Ergebnis von Vertrau en in weibliche Führungskräfte und gebotenen Entwicklungschancen“, so Christine Stock. Braucht es Quoten? Bei dieser Frage spalten sich die Meinungen. Fakt ist: Frauen wollen mit Leistung und ihren Fähigkeiten überzeugen und Jobs nicht nur auf Grund ihres Geschlechts zugespro chen bekommen. Fakt ist aber auch: Wo Frauen im Aufsichtsrat vertre ten sind, steigen auch die Chancen, dass Frauen in die Geschäftsführung berufen werden. Alexandra Reinagl verweist auf Männernetzwerke, die es Frauen immer noch erschweren, in Top-Führungspositionen oder Kontrollfunktionen einzustei orientiert heißen, aber mit mehr Be dacht auf Teamdynamiken und mehr Empathie. Ich denke, das ist auch kul turell so gewachsen – Frauen arbeiten häufig in Jobs, in denen sie Teil einer Gruppe sind, nicht Einzelkämpfer. Das fördert Kompetenzen in der Teamlei tung. Leider wird von Männern gerne erwartet, sich zu profilieren, aus der Gruppe herauszustechen. J. Zotter: Menschen wollen sich auf gehoben fühlen, in ihrem Job gesehen und wertgeschätzt werden – bleibt also aufmerksam. Bleibt neugierig. Eine so lide Basis an Wissen ist wichtig. Eigen- initiative und Lernbereitschaft öffnen Türen. Dampfplauderei wird Män nern leider viel leichter verziehen als Frauen. n Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben?
er einen Blick in die Vor standsetagen großer inter nationaler Unternehmen
Wer hat Sie auf Ihrem beruflichen Weg besonders geprägt? J. Zotter: Meine Eltern – in einem Fa milienbetrieb ist man von Anfang an involviert. Man braucht viel Verant wortungsbewusstsein, aber bekommt auch viel Rückhalt. Von meinem Vater habe ich gelernt an Ideen festzuhalten, auch wenn es Hindernisse gibt. Von meiner Mutter kommt die Konzentration aufs Wesentliche. hoher Diversität weltweit eine um 39 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profita bel zu sein. In Europa liegt dieser Di versitätsbonus sogar bei 62 Prozent. Es mag floskelhaft klingen, doch ge meinsam sind wir Geschlechter nach weislich stärker: Gemischte Teams treffen laut verschiedenster Statisti ken ausgewogenere Entscheidungen, agieren weniger risikobehaftet und sind innovationsfreudiger. Homoge ne Gruppen – ob nur Männer oder nur Frauen – verstärken die jewei ligen Tendenzen: Männer gehen zu hohe Risiken ein, Frauen vermeiden diese zu stark. Gemeinsam gleichen sich diese Extreme aus. Auch das Kiel Institut für Weltwirtschaft fand her aus, dass Unternehmen von der Auf lösung starrer Geschlechternormen profitieren. Mehr Vielfalt im Team bringt bessere Entscheidungsprozes se, mehr Kreativität und nachhalti geren Unternehmenserfolg. Mit gutem Beispiel vorangehen Auch die Praxiserfahrungen erfolg reicher Führungskräfte sprechen für einen Ausgleich der Geschlechter in der Führungsebene. So bezeichnet
W
wirft, wird zwar unterschiedlichste Gesichter, Kulturen und Altersgrup pen sehen – doch vorwiegend männ liche. Diversität am Konferenztisch? Die sucht man vergeblich. Auch hier zulande. Österreichs Führungsriegen sind nach wie vor männlich geprägt: Nur 13,8 Prozent der Geschäftsfüh rungen in den Top-200-Unternehmen sind mit Frauen besetzt, wie aktuel le Zahlen des Frauenministeriums (Jänner 2025) zeigen. Zwar haben Quotenregelungen im Aufsichtsrat zuletzt für mehr Bewegung gesorgt, in der operativen Verantwortung bleibt das Bild jedoch einseitig. Warum Diversität Sinn macht Zahlreiche Studien belegen, dass Viel falt im Management kein „Nice-to-ha ve“ ist, sondern den wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich steigert. Unterneh men mit gemischten Führungsteams sind innovativer, krisenfester und langfristig profitabler. Eine McKin sey-Analyse zeigt, dass Betriebe mit
FOTOS: ZOTTER SCHOKOLADE
Führen Frauen tatsächlich anders? J. Zotter: Aus meiner Perspek tive teamorientierter. Das muss nicht unbedingt nur konsens-
Julia Zotter Junior GF, Zotter Schokolade Steiermark
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