Business Oberösterreich 2025 KW44
BUSINESS
ZUR PERSON Reinhard Schwendtbauer ist seit Mai Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der RLB OÖ. Er wurde 1972 in Kirchdorf/Krems geboren und absolvierte das Studium der Betriebswirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz. Seit April 2012 ist er Mitglied des Vorstandes der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Konjunkturpaket muss noch auf die Schiene – also zum Teil im wahrs ten Sinne des Wortes. Es muss dann auch bei den Menschen ankommen. Derzeit dauern die Genehmigungs verfahren für diese Bauprojekte in Deutschland noch relativ lang. Viele österreichische Unternehmen haben sich schon darauf eingestellt, dass sie dort mitbieten und investieren. Das vermittelt schon eine gewisse Sicherheit. Wann das sein wird, ist aber eben noch unklar. Der Goldpreis hat in den letzten Jahren enorm zugelegt. Soll man sein schwer verdientes Geld in Gold investieren? Reinhard Schwendtbauer: Gold sollte man dann anlegen, wenn man grundsätzlich schon ein gewisses Polster geschaffen hat. Dann kann Gold eine zusätzliche, aber langfris tige Anlage sein. Einfach zur Spe kulation Gold zu kaufen – für einen kurzen Zeitraum – würden wir nicht raten. Langfristig hat man schon sehr oft gesagt, Gold habe den Plafond erreicht. Aber gerade in Zeiten wie diesen hat Gold nach wie vor eine gewisse Saison. n
In Oberösterreich hat die Raiffeisenbankengruppe 356 Bankstellen. Zum Vergleich: Die Sparkasse hat 163, die Volksbanken 31.
Reinhard Schwendtbauer: Was wirklich interessant ist: Es ist ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt. Noch vor zwei, drei Monaten haben alle gesagt, heuer wird es noch schwie rig sein, aber nächstes Jahr, 2026, geht es aufwärts. Jetzt befinden sich viele in der Budgetierung bzw. in der Pla nungsphase und merken, dass dem nicht so ist. Ich denke, es wird nicht schlechter, aber ich sehe auch kein breites Wachstum. Wobei man schon differenzieren muss: Es gibt ganz klar Branchen, die Wachstum verzeichnen, aber eben auch welche, wie die Auto mobilzulieferindustrie, wo es derzeit sehr schwierig ist. Reinhard Schwendtbauer: Die Erträge der Banken generell, und auch bei uns, sind etwas gesunken – hauptsächlich durch die niedrigeren Zinsen. Die Kapitalstärke ist ziemlich hoch. Das ist wichtig, damit wir, so bald die Wirtschaft wieder anspringt, wieder da sind – also Kredite verge ben können. Die Ausfälle haben sich stabilisiert. Faktum ist, dass wir auf jeden Fall wachsen wollen. Wie geht es Ihrer Bank derzeit – vereinfacht ausgedrückt?
Sie haben viele Beteiligungen an Unternehmen. Wie sieht es da konkret aus? Reinhard Schwendtbauer: Wir sind breit aufgestellt. Wir haben 2012 bis 2014 entflechtet, verschlankt, und jetzt haben wir nicht mehr 530, son dern 350 Beteiligungen. Auch mit die sen gibt es Höhen und Tiefen, aber aktuell haben wir da keine Sorgen kinder drin. Wir haben beispielswei se mit dem Feuerwehrfahrzeugher steller Rosenbauer einen absoluten Highflyer. Insgesamt werden wir in diesem Segment wachsen. Wie wichtig ist Planungssicherheit für die Wirtschaft? Wir leben ja derzeit in eher unruhigen Zeiten. Reinhard Schwendtbauer: Pla nungssicherheit ist essenziell für das Grundvertrauen in die Wirtschaft und auch für die Stimmung. Je mehr wir haben, desto besser wäre es. Al lerdings: Planungssicherheit gäbe es nur, wenn man den Ukraine-Konflikt in den Griff bekäme. Wir wissen der zeit auch nicht, wie sich das deutsche Konjunkturpaket auswirkt. Davon erwarten wir uns auch in Österreich einen wirtschaftlichen Impuls! Dieses
FOTOS: PETER CHRISTIAN MAYR
WEEKEND BUSINESS | 13
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