Business Oberösterreich 2025 KW44

OBERÖSTERREICH | AUSGABE 3/2025

DAS MAGAZIN ÜBER FAMILIENBETRIEBE BUSINESS

BACKALDRIN EIGENTÜMER AUGENDOPLER Mit Backkompetenz zum Big-Player aus Oberösterreich

FAMILIE KORNSPITZ

WEM GEHÖREN DIE BÖRSEN Mächtige Finanznetze am Aktienmarkt

WIR SIND WELTMEISTER Österreich als Land der Weltmarktführer

ELEKTRISCHER FUHRPARK Das sind die Vorteile für Unternehmen

ÖSTERREICHISCHE POST AG, RM 10A038729 K, 4020 LINZ

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ROLF BENZ STUDIO

BUSINESS

EDITORIAL

Die über 150.000 heimischen Familienunternehmen liefern regionale Identität, Stabilität, Innovationskraft sowie Beschäftigung im ganzen Land.

Christian Lengauer Herausgeber & Geschäfts führender Gesellschafter Weekend Mediengruppe

Günter Payrhuber Geschäftsleitung Weekend Magazin OÖ

BESTÄNDIG UND KRAFTVOLL ÖSTERREICH VORANBRINGEN

Liebe Leserinnen und Leser!

M ut, Einfallsreichtum, Flexibilität, Handlungsstärke und Weitblick – nur wer diese Eigenschaften mit bringt, kann in politisch wie wirtschaftlich unsicheren Zeiten bestehen. Es gibt in Österreich auch zahlreiche Vorbil der, die als Best-Practice-Beispiele vorangehen! Einige dieser heimischen Top-Unternehmen stellen wir in dieser Ausgabe „Weekend Business“ vor. In Generationen denken. Familienunternehmen bringen die idealen Voraussetzungen dafür mit und sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft – beständig und von enormer Kraft. Sie liefern nicht nur regionale Identität, sondern auch Stabilität, Innovationskraft und Beschäftigung im ganzen Land. Sie denken in Generationen, treffen Entscheidungen mit Blick auf langfristige Verantwortung und verbinden Tra dition mit moderner Unternehmensführung. Strategien beleuchten. Dieses Magazin widmet sich je nen Unternehmerinnen und Unternehmern, die mit Kraft und Bodenhaftung den Wirtschaftsstandort Österreich mit gestalten. Es beleuchtet ihre Strategien, ihre Herausforde rungen – und ihre Geschichten, die zeigen, dass Erfolg am nachhaltigsten wächst, wenn er familiäre Wurzeln hat. In diesem Sinne wünschen wir viel Vergnügen mit der vorliegenden Ausgabe des „Weekend Business“!

FOTOS: WEEKEND

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INHALT

Global vernetzt. Heimische Firmen als Weltmarktführer. 40

Finanzmarkt. Wie Börsen funktionieren und welche Macht sie haben. 06

Digitalisierung. Auf der Höhe der technischen Zeit zu bleiben, ist absolut überlebenswichtig. 50

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Tradition & Zukunft. Familienunternehmen aus ganz Österreich im Porträt. Lohnnebenkosten. Was die Abgaben für Österreich als Standort bedeuten. Führende Frauen. So stärken Frauen in Führungspositionen die Unternehmen.

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Steuersparender Fuhrpark. Diese finanziellen Anreize sprechen für E-Fahrzeuge. 74

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IMPRESSUM Medieninhaber: Weekend Magazin GmbH, Zamenhofstraße 9, 4020 Linz. Redaktion Oberösterreich: Zamenhofstraße 9, 4020 Linz, Tel.: +43 50 6964-4444, E-Mail: redaktionooe@ weekend.at. Redaktion Salzburg: Rottweg 66, 5020 Salzburg, Tel.: +43 50 6964-5555, E-Mail: redaktion.salzburg@weekend.at. Redaktion Tirol: Brunecker Straße 3, 6020 Inns bruck, Tel.: +43 512 353 888-0, E-Mail: redaktiontirol@weekend.at. Redaktion Vorarlberg: Tel.: +43 676 896 848 07, E-Mail: s.dueringer@weekend.at. Redaktion Wien: Gumpendor fer Straße 19, 1060 Wien, Tel.: +43 50 6964-2100, E-Mail: redaktionwien@weekend.at. Redaktion Steiermark: Elisabethstraße 5/2, 8010 Graz, Tel.: +43 50 6964-8001, E-Mail: redak tion.stmk@weekend.at. Redaktion Kärnten: Völkermarkter Ring 1, 9020 Klagenfurt, Tel. +43 50 6964-9777, E-Mail: redaktionktn@weekend.at. Redaktion Burgenland: Hauptstraße 33, 7210 Mattersburg, Tel.: +43 2626 636 16, E-Mail: burgenland@weekend.at. Geschäftsführung & Herausgeber: Christian Lengauer (MBA), Zamenhofstraße 9, 4020 Linz. Ge schäftsleitung Oberösterreich: Günter Payrhuber (MBA). Chefredakteur Österreich: Werner Christl. Vertrieb OÖ: Österr. Post AG. Druck: Radin print d.o.o., 10431 Sveta Nedelja, Kroatien. Im redaktionellen Teil stehende entgeltliche Veröffentlichungen sind mit ANZEIGE gekennzeichnet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos sowie Satz- und Druckfehler übernehmen wir keine Haftung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Derzeit gilt Preisliste 2025. Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.weekend.at abgerufen werden. Haben Sie einen Fehler in einem Artikel gefunden? Schicken Sie uns bitte Ihr Feedback unter www.weekend.at/verlag/artikel-feedback

COVERFOTOS: LAND DER WELTMARKTFÜHRER: ISTOCK.COM/ SOMCHAISOM, BÖRSEN: ISTOCK.COM/ CHAKISATELIER, FUHRPARK: ISTOCK.COM/RALF HAHN, PORTRAITFOTO: PETER CHRISTIAN MAYR FOTOS: BMW: HERSTELLER, DIGITALISIERUNG: ISTOCK.COM/METAMORWORKS, OBEN: ISTOCK.COM/ SOMCHAISOM, BÖRSEN: ISTOCK.COM/ CHAKISATELIER

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BÖRSEN MONOPOLY Handelsplätze New York, London, Frankfurt, Paris: Aus exklusiven Clubs entstanden globalisierte Netzwerke. Ihr Geschäft umfasst nicht nur den Handel mit Aktien, sondern zunehmend auch den Handel mit Daten.

TEXT: KLAUS SCHOBESBERGER

FOTO: ISTOCK.COM/CHAKISATELIER

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Die Softwarelösungen von Nasdaq kommen an mehr als 100 Börsen weltweit zum Einsatz.

D ie Meldung kam fast unbemerkt über den Finanzticker: An ei nem heißen Tag im Juli gab Euronext bekannt, die Börse Athen übernehmen zu wol len. Kaufpreis: bis zu 400 Millionen Euro. Aktionäre haben noch bis 17. November Zeit, dem freiwilligen Übernahmeangebot zuzustimmen – und abzucashen. Die griechische Wertpapierbörse im Schatten der Ak ropolis würde dann gemeinsam mit den sieben Handelsplätzen Amster dam, Paris, Brüssel, Dublin, Lissa bon, Mailand und Oslo unter dem Dach von Euronext vereint sein. Der europäische Börsenverbund, neben der Deutschen Börse AG und der London Stock Exchange (kurz: LSE) einer der drei Big Player in Europa, hat ambitionierte Pläne: Unter seiner Ägide soll der alte Kontinent wieder verlorenes Terrain gut machen. Etwa die Hälfte des globalen Wertpapier markts wird von den Amerikanern

ternehmen sank von 41 im Jahr 2000 auf 18 im Jahr 2024. Ein Grund: Der Kapitalmarkt funktioniert in Übersee viel besser. Europäische Wachstums stars finden auf dem zersplitterten und unterentwickelten EU-Kapital markt keine Geldgeber – und pilgern wie der schwedische Musikstrea mingdienst Spotify 2018 an die New Yorker Börse, um frisches Geld von Investoren einzusammeln. Die lang diskutierte „Kapitalmarktunion“ wäre eine schlagkräftige Antwort, ist aber unter den EU 27 politisch nicht durchsetzbar – auch Österreich stellt sich quer. So soll wenigstens der Zusammenschluss der wichtigsten Börsenplätze forciert werden, um Kräfte zu bündeln und die Attrakti vität Europas für Börsen-Newcomer zu steigern. Gute Geschäfte der Betreiber Innerhalb der letzten 25 Jahre haben sich Börsen von exklusiven Clubs zu riesigen Playern und Konglomeraten

und ihrem bedeutenden Tech-Sektor dominiert. Klingenden Namen wie Apple, Alphabet (Google), Microsoft, Amazon oder Nvidia hat Europa kaum etwas entgegenzusetzen. Von den 100 wertvollsten börsennotierten Firmen weltweit stammen 62 aus den USA. Der Anteil europäischer Un

Für uns Fonds manager ist das nicht so relevant, wer die Eigentümer der Bör sen sind. Wir wollen einfach die Aktien liquide handeln mit geringen Kosten.

Alois Wögerbauer GF 3 Banken-Generali Invest

FOTO: ISTOCK.COM/LUCKY-PHOTOGRAPHER, PORTRAIT: 3BG, INTERVIEW: WIENER BÖRSE/DANIEL HINTERRAMSKOGLER

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Boschan: Wir sind heute ein hoch in ternationalisiertes Haus. Während frü her ein Großteil der Umsätze im Inland erwirtschaftet wurde, stammen heute rund 85 % unserer Handelsumsätze aus dem Ausland, generiert durch global tätige Institute wie Morgan Stanley, J.P. Morgan oder Goldman Sachs. Diese Entwicklung zeigt klar unseren Weg: Internationalisierung. Wir wollen die beste Bühne für österreichische Unter nehmen bieten – und das nicht nur im heimischen Umfeld, sondern im welt weiten Börsenrampenlicht. Daneben setzen wir auch auf Diversifizierung. Aktienhandel und Listings sind nicht die einzigen wichtigen Umsatztreiber. Auch Datenvertrieb, IT-Services und ein starkes Wertpapier-Verwahrge schäft zählen heute dazu. n für ausländische Privatanleger ist. 14 Milliarden Dollar wurden mit Neuemissionen im ersten Halbjahr eingesammelt, achtmal mehr als 2024. Seit Mai notiert zum Beispiel CATL, der weltgrößte Hersteller von Autobatterien, in Hongkong. Die Ak tie kann damit auch von österreichi schen Anlegern gekauft werden. Die Hong Kong Exchanges and Clearing Limited (kurz: HKEX) ist selbst seit 2000 börsennotiert und gehört zu den wertvollsten Unternehmen in ganz Asien. Chancen für Anleger Börsen zu betreiben ist inzwischen also selbst zu einem lukrativen Ge schäftsmodell geworden, von dem auch Anleger profitieren können. Allein der Aktienkurs der LSE Group erreichte in den letzten 25 Jahren einen Wertzuwachs von

Der US-Software-Gigant hat mit der Eigentümerin der Londoner Börse einen Vertrag für Cloudlösungen und Datenanalysen abgeschlossen. Das Geschäft mit Daten spielt auch eine immer wichtigere Rolle bei der Chicago Mercantile Exchange (kurz: CME), eine der größten Deri vate- und Rohstoffbörsen der Welt. Die Gruppe, die 2010 die „Dow- Jones-Indizes“ kaufte, macht 12 Pro zent ihres Umsatzes mit Marktdaten. Bei der Intercontinental Exchange, der börsennotierten Eigentümerin der New York Stock Exchange (NYSE) sind es sogar 45 Prozent. Indikator für den Erfolg einer Börse, aber auch für jenen einer Volkswirtschaft, sind Anzahl und Größe der Börsengän ge. Bis zu 100 sollen es heuer allein in Hongkong werden – das als Son derverwaltungszone im Gegensatz zum chinesischen Festland offen

Der Börsenverbund Euronext will die Börse Athen übernehmen. Ist so ein Szenario auch für die Wie ner Börse denkbar? Christoph Boschan: Strategische Zukunftsoptionen werden in allen Dimensionen regelmäßig mit den Ei gentümern diskutiert. Was ich sagen kann: Die Wiener Börse ist bereits heu te in ein sehr internationales Netzwerk eingebunden. Die Prager Börse ist Teil unserer Gruppe und wir stellen dar über hinaus den Börsen in Laibach, Budapest und Zagreb unsere Han delsinfrastruktur zur Verfügung und konsolidieren elf Märkte auf unserer Dateninfrastruktur. In jenem Bereich, in dem Größe zählt – nämlich Handels technologie – setzen wir konsequent auf weltweit führende Partner wie die entwickelt. Sie nutzen die monopol- artigen Netzwerkeffekte, für die Big Tech bekannt ist, und sie haben ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich ausgeweitet. Börsen verdienen nicht nur an jeder Transaktion und erhe ben Listing-Gebühren bei erstma liger Notierung (Börsengang/IPO), sondern expandieren ins Ausland, verkaufen Echtzeit-Marktdaten oder erhalten Gelder für die Nutzung ih rer Handelsplattformen sowie ihrer Clearing- und Abwicklungssysteme. Allein die Softwarelösungen der Technologiebörse Nasdaq werden an mehr als 100 anderen Börsen in 50 Ländern eingesetzt. Das europä ische Gegenstück ist das Handels system Xetra der Deutschen Börse AG, das auch an der Wiener Börse zum Einsatz kommt. Nicht zufällig ist Microsoft viertgrößter Aktionär der London Stock Exchange Group.

„WIR SIND EIN HOCH INTER NATIONALISIERTES HAUS“

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Börsengruppe Wien und Prag

Euronext, die Deutsche Börse oder die Nasdaq. Derzeit haben wir die Deut sche Börse als Partner. Wie haben sich die Geschäfte der Wiener Börse seit ihrer Privatisie rung vor 25 Jahren entwickelt?

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BUSINESS

Rekord: Die Börse Hongkong zählt heuer mehr als 100 Börsengänge.

pierbörse, wurden ursprünglich als Mitgliederorganisationen gegründet. Die Mitglieder – oft Banken, Broker häuser oder Händler – besaßen An teile an der Börse und hatten damit sowohl Einfluss auf deren Betrieb als auch wirtschaftliche Vorteile, wie etwa Zugang zu Handelsprivilegien. Sonderfall Wiener Börse Inzwischen gilt das Börsen-Mono poly: Fressen oder gefressen wer den. Einen Sonderstatus nimmt die Wiener Börse ein. Sie gehört

zu etwa je zur Hälfte börsennotier ten österreichischen Unternehmen wie OMV oder Verbund und hei mischen Banken wie Erste Group oder Raiffeisen Bank International. „Die Wiener Börse ist bereits heute in ein sehr internationales Netz werk eingebunden“, sagt Wiener Börse-Chef Christoph Boschan im Interview. Die Prager Börse ist Teil des Unternehmens, darüber hinaus stellt Wien den Börsen in Laibach, Budapest und Zagreb ihre Handels- infrastruktur zur Verfügung. Wien gilt auch als ein idealer Hub für In vestitionen in die Wachstumsregion Zentral- und Osteuropa. „Ich denke, dass sich auch für die Wiener Börsen auf Sicht die Frage stellen wird, ob man in einem Verbund nicht besser aufgehoben wäre. Für uns Fondsma nager ist das alles nicht so relevant. Wir wollen einfach die Aktien liqui de handeln mit geringen Kosten – egal wer die Eigentümer der Börse sind“, sagt Alois Wögerbauer. n

1.206,7 Prozent und übertrifft da mit den FTSE 100, den wichtigsten Index der Londoner Börse. „Es ist tatsächlich viel zu wenig bekannt, dass man auch in die Aktien der Bör senbetreiber investieren kann; viele sind langjährige echte Erfolgsstorys. Das liegt an den immer weiter stei genden Handelsvolumina, es liegt aber vor allem auch daran, dass die Börsenunternehmen auch gro ße Datenanbieter sind; wir kennen das aus dem eigenen Haus. Alle In dexdetails, die man verwenden will, sind zu kaufen – und die Lizenzge bühren sind für die Anbieter recht attraktiv“, erklärt Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken-Gene rali Investment-GmbH und einer der profiliertesten Fondsmanager des Landes. Vor der Jahrtausendwende waren die Aktionäre eines Börsen platzes oft auch die Anteilseigner der Börse selbst. Viele Börsen, wie etwa die New York Stock Exchange (NYSE) oder die Frankfurter Wertpa

14 Milliarden Dollar sammelte die Börse Hongkong im 1. Halbjahr 2025 durch Neu- emissionen ein.

FOTO: HKEX

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BUSINESS

„WIR SIND BREIT AUFGESTELLT“ Banker Der Generaldirektor und Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen- landesbank OÖ, Reinhard Schwendtbauer, über seine ersten sechs Monate als Chef, Planungssicherheit und darüber, ob der Aufschwung kommt.

TEXT: WERNER CHRISTL

D ie RLB OÖ soll wachsen, die Beteiligungen sollen mehr werden. Der Neue RLB-Chef hat viel vor... Sie sind nun seit fast einem halben Jahr Generaldirektor der Raiffei senlandesbank Oberösterreich,

nicht gewohnt. Was sich zusätzlich noch verändert hat, ist die breitere Gestaltungskraft. Hat der Weltspartag noch die Strahlkraft von früher, als wir alle mit der Sparbüchse in die Banken gepilgert sind und dort dann ein kleines Geschenk erhalten haben? Reinhard Schwendtbauer: Der Weltspartag ist eigentlich – wie auch seit der Gründung schon – vor allem der Aufruf, an die Vorsorge zu den ken. Wenn dies dann vielleicht über ein digitales Sparbuch läuft, ist das natürlich nicht immer ein Erlebnis für die Kids. So gesehen hat sich schon etwas verändert. Jedoch gibt es durch aus immer noch die üblichen Welt- spartagsgeschenke wie beispielsweise eine Stoff-Sumsi. Grundsätzlich sollte der Weltspartag der Höhepunkt der Finanzbildung des Jahres sein. Wir Banken müssen zukünftig versu chen, die finanzielle Bildung massiv zu stärken. Wir müssen das Interesse wecken. Ein Teil der Jugendlichen ist unglaublich gut unterwegs – es gibt 14-Jährige, die sich schon mit Aktien beschäftigen. Andere sind aber weit weg von echter finanzieller Bildung. In einem Interview mit uns haben Sie vor einem halben Jahr ge hofft, dass es Anfang 2026 wirt schaftlich bergauf geht. Wie se hen Sie das heute?

nachdem Sie ja schon länger in der Bank tätig waren. Was hat sich für Sie entscheidend geändert? Reinhard Schwendtbauer: Ich bin seit 13 Jahren im Vorstand in diesem Haus, und das war ein enormer Start vorteil, weil oft Kollegen in anderen Banken sozusagen von „außen“ kom men. Ich kannte dadurch die Stär ken, aber vor allen Dingen auch die Schwächen des Hauses. Deswegen war die Vorbereitung, glaube ich, ein facher. Dadurch konnten wir die ers ten paar Monate gleich durchstarten. Natürlich ist es trotzdem eine neue Herausforderung. Die Scheinwerfer fokussieren sich beispielsweise auf meine Person – so etwas ist man

Wir Banken müssen zukünf tig versuchen, die finanzielle Bildung der Jungen massiv zu stärken.

Reinhard Schwendtbauer GD Raiffeisenlandesbank OÖ

FOTOS: PETER CHRISTIAN MAYR

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ZUR PERSON Reinhard Schwendtbauer ist seit Mai Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der RLB OÖ. Er wurde 1972 in Kirchdorf/Krems geboren und absolvierte das Studium der Betriebswirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz. Seit April 2012 ist er Mitglied des Vorstandes der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Konjunkturpaket muss noch auf die Schiene – also zum Teil im wahrs ten Sinne des Wortes. Es muss dann auch bei den Menschen ankommen. Derzeit dauern die Genehmigungs verfahren für diese Bauprojekte in Deutschland noch relativ lang. Viele österreichische Unternehmen haben sich schon darauf eingestellt, dass sie dort mitbieten und investieren. Das vermittelt schon eine gewisse Sicherheit. Wann das sein wird, ist aber eben noch unklar. Der Goldpreis hat in den letzten Jahren enorm zugelegt. Soll man sein schwer verdientes Geld in Gold investieren? Reinhard Schwendtbauer: Gold sollte man dann anlegen, wenn man grundsätzlich schon ein gewisses Polster geschaffen hat. Dann kann Gold eine zusätzliche, aber langfris tige Anlage sein. Einfach zur Spe kulation Gold zu kaufen – für einen kurzen Zeitraum – würden wir nicht raten. Langfristig hat man schon sehr oft gesagt, Gold habe den Plafond erreicht. Aber gerade in Zeiten wie diesen hat Gold nach wie vor eine gewisse Saison. n

In Oberösterreich hat die Raiffeisenbankengruppe 356 Bankstellen. Zum Vergleich: Die Sparkasse hat 163, die Volksbanken 31.

Reinhard Schwendtbauer: Was wirklich interessant ist: Es ist ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt. Noch vor zwei, drei Monaten haben alle gesagt, heuer wird es noch schwie rig sein, aber nächstes Jahr, 2026, geht es aufwärts. Jetzt befinden sich viele in der Budgetierung bzw. in der Pla nungsphase und merken, dass dem nicht so ist. Ich denke, es wird nicht schlechter, aber ich sehe auch kein breites Wachstum. Wobei man schon differenzieren muss: Es gibt ganz klar Branchen, die Wachstum verzeichnen, aber eben auch welche, wie die Auto mobilzulieferindustrie, wo es derzeit sehr schwierig ist. Reinhard Schwendtbauer: Die Erträge der Banken generell, und auch bei uns, sind etwas gesunken – hauptsächlich durch die niedrigeren Zinsen. Die Kapitalstärke ist ziemlich hoch. Das ist wichtig, damit wir, so bald die Wirtschaft wieder anspringt, wieder da sind – also Kredite verge ben können. Die Ausfälle haben sich stabilisiert. Faktum ist, dass wir auf jeden Fall wachsen wollen. Wie geht es Ihrer Bank derzeit – vereinfacht ausgedrückt?

Sie haben viele Beteiligungen an Unternehmen. Wie sieht es da konkret aus? Reinhard Schwendtbauer: Wir sind breit aufgestellt. Wir haben 2012 bis 2014 entflechtet, verschlankt, und jetzt haben wir nicht mehr 530, son dern 350 Beteiligungen. Auch mit die sen gibt es Höhen und Tiefen, aber aktuell haben wir da keine Sorgen kinder drin. Wir haben beispielswei se mit dem Feuerwehrfahrzeugher steller Rosenbauer einen absoluten Highflyer. Insgesamt werden wir in diesem Segment wachsen. Wie wichtig ist Planungssicherheit für die Wirtschaft? Wir leben ja derzeit in eher unruhigen Zeiten. Reinhard Schwendtbauer: Pla nungssicherheit ist essenziell für das Grundvertrauen in die Wirtschaft und auch für die Stimmung. Je mehr wir haben, desto besser wäre es. Al lerdings: Planungssicherheit gäbe es nur, wenn man den Ukraine-Konflikt in den Griff bekäme. Wir wissen der zeit auch nicht, wie sich das deutsche Konjunkturpaket auswirkt. Davon erwarten wir uns auch in Österreich einen wirtschaftlichen Impuls! Dieses

FOTOS: PETER CHRISTIAN MAYR

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TIPP ZAHLREICHE VORTEILE. Die Standardbeteiligung der UBG erfolgt ohne Einfluss aufs operative Geschäft. Bis zu 750.000 Euro können in zwei ver schiedenen Modellen be antragt werden. Die größe ren finanziellen Spielräume erleichtern außerdem den Zugang zu Bankkrediten. www.kgg-ubg.at/ standardbeteiligung.pdf

Alexandra und Martin Slabschi, Benjamin Rott sowie Dagmar Doppler, Manfred Schauberger und Christian Matzinger von KGG UBG (v.l.).

UBG-BETEILIGUNG STÄRKT WACHSTUM Mehr Platz, gleiche Kosten Mit einer cleveren Finanzierung und klarem Bekenntnis zur Region haben die Geschwister Slabschi und Rott die Karoplan GmbH auf Zukunftskurs gebracht.

S

eit zwei Jahren führen Alexandra Slabschi und Benjamin Rott den Planen-

Miete zahlen wir Kreditraten – und die Rückzahlung der Beteiligung erfolgt erst später,“ so Alexandra Slabschi. Für das Unternehmen be deutet das Planungssicherheit – und die Chance, trotz einer großen Inves tition finanziell beweglich zu bleiben.

Planungssicherheit Empfohlen wurde dieser Weg von Unternehmensberater Manfred Schauberger (Fidus Consult). Er hat bereits viele gute Erfahrungen mit KGG und UBG gemacht. „Die UBG-Beteiligung ist ein Modell, das viele Betriebe in Oberösterreich noch zu wenig kennen. Sie hilft be sonders in Wachstumsphasen“, so Schauberger. n

Spezialisten Karoplan in zweiter Ge neration. Der Familienbetrieb fertigt Planen für Lkws, Zeltwände, Pool abdeckungen und architektonische Sonderlösungen und beschäftigt rund 40 Mitarbeiter:innen. Stabile Kosten dank UBG Aufgrund des beständigen Wachs tums war 2021 ein Umzug aus der gemieteten Produktionshalle in Enns unumgänglich. Die Lösung: ein Neu bau. „Wir wollten dafür in der Region bleiben, um unser Team zu halten“, erklärt Benjamin Rott. Das neue Ge bäude in St. Florian sollte im Betrieb aber nicht teurer sein als die alte Hal le. Dank einer Beteiligung der UBG ist Karoplan das gelungen: „Die mo natliche Belastung blieb gleich. Statt

Finanzierungspartner

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Mag. Dagmar Doppler KGG UBG

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BUSINESS

ÖSTERREICHS TOP FAMILIEN BETRIEBE

FOTO: ANDREYPOPOV/ISTOCK.COM

BUSINESS

OBERÖSTERREICH TOP FAMILIEN BETRIEB

„FAMILIE KORNSPITZ“

backaldrin

Man kennt backaldrin vor allem durch die Erfindung des bekannten „Korngebäcks“. Der Firmengründer, Peter Augendopler, wird daher gerne als Mister „Kornspitz“ bezeichnet. Wir sehen uns die Erfolgsgeschichte der „Familie Kornspitz“ näher an.

TEXT: WERNER CHRISTL

Der Kornspitz ist weltbekannt. Er ist aber nur ein Teil dessen, was backaldrin herstellt. Man produziert verschiedenste Backrohstoffe für Bäcker und Konditoren.

FOTO: BACKALDRIN

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Wir sind weltweit in 129 Ländern mit einer Vielzahl von

Produkten vertreten. Peter AUGENDOPLER Eigentümer

v.l.n.r: Peter, Regina und Peter Augendopler jun.

FOTO: BACKALDRIN, PETER CHRISTIAN MAYR

Mit solchen VW-Bussen wurde in den 1960ern die Ware von Peter Augendopler persönlich ausgeliefert.

Peter Augendopler hat die Agenden abgegeben. Regina und Peter Augendopler jun. kümmern sich gemeinsam um viele unterschiedliche Bereiche im Unternehmen. ZU DEN PERSONEN

B egonnen hat alles vor über 60 Jahren. Alois und Juliana Augendo pler eröffneten damals die Firma „aldrin Back grundstoffe“. Sohn Peter Augendop ler war auch schon dabei. Heute ist backaldrin ein absoluter Big Player im Backzutatengeschäft. In 129 Län

denen der jeweilige Bäcker spezielle Brot- und Gebäcksorten herstellen kann. „Ich gehe davon aus, dass es in Österreich vielleicht 20 Betriebe gibt, die überhaupt keine Backgrundstoffe von uns kaufen“, so der Eigentümer. Diese Vormischungen können nicht nur für Brot und Gebäck verwendet werden, sondern es gibt auch speziel

dern weltweit ist man mit Backroh- stoffen vertreten. Jordanien, Südafri ka oder Russland, die Liste ist endlos. Der Umsatz liegt bei 240 Millionen Euro! Niederlassungen gibt es in 16 Ländern. backaldrin liefert an Bäcker und Konditoren sogenannte Backrohstoffe. Das sind – vereinfacht ausgedrückt – Vormischungen, mit

ZAHLEN 350 Mitarbeiter sind allein am Standort Asten be schäftigt. 129 Länder werden mit Produkten von backaldrin beliefert.

16 Niederlassungen hat backaldrin weltweit.

240 Millionen Umsatz er wirtschaftet der Hersteller.

Gründer Peter Augendopler: Die Geschäftsführung haben Generaldirektor Harald Deller, Martin Mayr und Wolfgang Mayer inne.

FOTOS: PETER CHRISTIAN MAYR

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BUSINESS

Mit einer guten Mannschaft kann man die ganze Welt umgraben. Wir haben und hatten immer sehr gute Mitarbeiter.

Peter Augendopler Eigentümer

Die „backaldrin-Zentrale“ befindet sich in Asten bei Linz. Im Vordergrund ist das PANEUM – Wunderkammer des Brotes zu sehen. Ein öffentlich zugängliches Museum, das 9.000 Jahre Brot- und Menschheitsgeschichte zeigt.

Namen? „Meine Mutter meinte, dass er aussieht wie ein Spitz und in der nächsten Sekunde sagte ich, Korn spitz!“, so Augendopler weiter. Heute gibt es den Kornspitz in 74 Ländern. Seit einiger Zeit sogar in Angola! Der Vorteil eines Familienunternehmens liegt für die Gründerfamilie auf der Hand. „Wir denken langfristig. Auch wie wir in 15 oder 20 Jahren aufgestellt sein werden. Die Bereiche werden bei uns aber von Mitarbeitern abgedeckt. Man kann nicht alles in einer Familie können. Deswegen ist für mich immer wichtig gewesen, dass wir ein fami lienfremdes Management haben“, erklärt Peter Augendopler. n

le Produkte für Konditoreien. So bie tet backaldrin auch eine Vormischung für eine Sachertorte an. Den generel len Marktanteil in Österreich schätzt Augendopler auf 60 bis 65 Prozent. Kornspitz als Gamechanger? Die Erfindung des Kornspitzes 1984 war für backaldrin ein wirtschaftli cher Volltreffer. Peter Augendopler erinnert sich an den Start des Korn spitzes: „Mir war beim ersten Biss schon klar, dass dieses Gebäck ge schmacklich etwas Einzigartiges ist. Trotzdem war ich überrascht, dass plötzlich alle den Kornspitz woll ten.“ Woher hat der Kornspitz seinen

In China heißt der Kornspitz „Edelweiß“. Für mich ist es wie ein Adelsprädi kat, wenn ich als Mr. Kornspitz bezeichnet werde.

Peter Augendopler Eigentümer

FOTO: BACKALDRIN

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WIEN TOP FAMILIEN BETRIEB

DAS GELD MUSS ARBEITEN

TEXT: ANDREA SCHRÖDER

Familie Lemberger & Ernst

Niemand heißt hier Rainer. Und der Mazda-Verkauf ist längst nur mehr ein Standbein von vielen: RAINER KFZ ist heute mit der RAINER Gruppe breit aufgestellt. Die Führung des Unternehmens bleibt aber Familiensache.

Gabriela Lemberger, Geschäftsführerin der RAINER Gruppe

Stephanie Ernst Geschäftsführerin

Burkhard Ludwig Ernst, Gründer

FOTO: ALEX FELTEN

Burkhard Ernst, Geschäftsführer der RAINER Gruppe

Maximilian Lemberger, Geschäftsführer

BUSINESS

ZAHLEN Ca. 400 Mitarbeiter ge hören zum Unternehmen. Ca. 2.000 Wohnungen sind aktuell im Besitz der Familie Ernst & Lemberger. Ca. 1.235 Zimmer vertei len sich auf 10 Hotels der RAINER Gruppe. Ca. 100 Millionen Euro Umsatz werden jährlich erzielt.

Eingespieltes Team: Burkhard Ernst, sein Neffe Maximilian Lemberger und das Oberhaupt der Familie, Burkhard Ludwig Ernst.

J eden Vormittag um zehn trifft sich die Familie Ernst-Lem berger zum Jour fixe. Kein Palaver, kein Protokoll – ein Tisch, fünf Stimmen, eine Regel: „Wer Nein sagt, hat recht.“ Das Vetorecht ist das Sicher heitsgeländer der RAINER Gruppe, die 1959 in der Rainergasse startete und heute Mobilität, Immobilien, Hotels und Filmproduktion umfasst. Gründer Burkhard Ludwig Ernst (94) steht seit

1959 für Aufbruch und Diversifizie rung. Gemeinsam mit seiner verstor benen Frau Inge schuf er ein Kon- glomerat aus rund 50 Gesellschaften – stets mit Blick auf Zukunft und Be stand. Gabriela Lemberger leitet die Finanzen sowie die Hotelsparte mit Häusern in Wien, München, Berlin und Wels. Ihr Fokus gilt außerdem Organi sation und Personal. Ihr Credo: Arbeits zeiten müssen sich nach Lebenssitua tionen richten, nicht umgekehrt. Jeder hat seinen Bereich Ihr Bruder Burkhard Ernst repräsen tiert die kreative Seite der Familie. Als Filmproduzent („Tatort“, „So haben wir dich nicht erzogen“) verbindet er wirtschaftliches Denken mit kul turellem Anspruch. „Jeder kann, kei ner muss,“ lautet seine Antwort auf die Frage, welche Familienmitglieder künftig in den Betrieb einsteigen. Fast 60 Jahre jünger als ihr Großvater ist Stephanie Ernst (37), verantwortlich für Immobilien. „Sanieren statt spe kulieren“ lautet ihr Grundsatz: Nach haltigkeit statt kurzfristigem Gewinn. Den Autohandel führt Maximilian Lemberger, Gabrielas Sohn. Er digi talisierte das Geschäft, erweiterte es um Vespa und Piaggio und setzte für die Kunden auf 360°-Service.

Loyalität als Fundament Über 500 Lehrlinge wurden bereits aus gebildet, viele übernommen. Mitarbeiter aus mehr als zwei Dutzend Nationen sind teils seit Jahrzehnten im Haus. Neue Projekte, vom RAINER Sicher heitszentrum in Wien-Favoriten bis zu Hotelbauten in Budapest, folgen dem Familien-Leitspruch: „Solide arbeiten, Kapital in der RAINER Gruppe halten und Verantwortung übernehmen.“ n

FACTS Mobilität & mehr. Die RAINER Gruppe wurde 1959 in der Rainergasse in Wien gegründet und star tete zunächst als Kraft fahrzeughandel. Im Laufe der Jahrzehnte diversifi zierte sich das Unterneh men. u. a. in die Bereiche Immobilien und Hotellerie. Der Konzern ist in Öster reich, Deutschland und Ungarn tätig. Aktuelles Großprojekt: der Bau des RAINER Sicherheitszent rums in Wien Favoriten.

Gabriela Lemberger und ihre Nichte Stephanie Ernst: Jede hat ihren Bereich – und ein Vetorecht.

FOTOS: ALEX FELTEN

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BURGENLAND TOP FAMILIEN BETRIEB

Strobl GmbH Spricht man von handwerklicher Präzision, kommt man am südburgenländischen Traditionsunternehmen aus Deutsch Kalten brunn nicht vorbei. Ob Neubau, Renovierung oder Reparatur – seit 25 Jahren steht die Strobl GmbH für höchste Qualität und Kundennähe. MEHR ALS NUR HOLZBAU

TEXT: MANFRED VASIK

FOTOS: ANDI BRUCKNER

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BUSINESS

Gründung 2000 FAKTEN

über 60 Mitarbeiter: innen

4x Holzbaupreis Burgenland (2012, 2016, 2020, 2024) Burgenlands bestes Familienunternehmen (2023) Mehrfacher Burgenland-­ Gewinner bei „Austria’s Leading Companies“

Die Strobl GmbH in Deutsch Kaltenbrunn vertraut auf ein starkes Team aus über 60 hochqualifizierten Mitarbeiter:innen.

der Einstieg von Nina Strobl in den väterlichen Betrieb. Nicht nur im Controlling und im Marketing hält sie Rudolf Strobl den Rücken frei, als Co-Geschäftsführerin ist sie Garantin für die Beibehaltung des eingeschlagenen Wegs. Dieser Weg zeichnet sich durch hohe Qualitäts ansprüche an die eigenen Produkte und Dienstleistungen sowie durch hohe Flexibilität am Markt aus. „Wir verbinden Handwerkstradition mit moderner Baukunst und sind breit genug aufgestellt, um jederzeit auf Marktschwankungen zu reagieren und unsere Schwerpunkte verla gern zu können. Das bedeutet für uns einen entscheidenden Wettbe werbsvorteil“, erläutert Rudolf Strobl. Voraussetzung dafür: Neben dem er fahrenen Team auch der moderns te Fuhr- und Maschinenpark des Burgenlands, der erst heuer wieder erweitert wurde. Von der computer gesteuerten CNC-Abbundanlage bis zur vollautomatisierten Spenglerei läuft alles hocheffizient. Selten also war ein Firmenslogan treffender: „Wenn‘s ums Bauen geht, hol’z den Strobl!“ n

W enn Rudolf Strobl über sein Unternehmen spricht, merkt man ihm sofort die Leiden schaft an, mit der er den burgenlän dischen Vorzeigebetrieb gemeinsam mit seiner Tochter Nina führt. Vor 25 Jahren übernahm der gelernte Zim mermeister eine insolvente Firma und von Beginn weg stellten sich der Erfolg und stetiges Wachstum ein. Heute beschäftigt die Strobl GmbH über 60 hochqualifizierte Mitarbei ter:innen auf einem Areal von rund 20.000 Quadratmetern und hat sich in den Sparten Holzbau, Spenglerei und Dachdeckerei längst über die Grenzen des Burgenlands hinaus einen Namen gemacht. Rudolf Strobl hat dabei aber niemals seine Wurzeln vergessen und setzt auf die Nähe zu seinen Kunden sowie auf echte Handschlagqualität. Jede Aufgabe wird mit absoluter Präzision und Sorgfalt ausgeführt – egal ob Kleinstauftrag oder Großprojekt. Pfeiler des Erfolgs Gründe für den nachhaltigen Auf stieg der Strobl GmbH gibt es viele, ein ganz wesentlicher war definitiv

Wir sind breit genug aufgestellt, um jederzeit auf Marktschwan kungen zu reagieren und unsere Schwer punkte verlagern zu können.

Rudolf Strobl Gründer und Eigentümer Strobl GmbH

FOTOS: ANDI BRUCKNER

WEEKEND BUSINESS | 23

SALZBURG TOP FAMILIEN BETRIEB

FILMREIFE GESCHICHTE

Degn Film Schon als Kind war Susi Degn ständig am Filmset dabei und schaute den Eltern über die Schulter. Nach Stationen beim ORF und Red Bull Media House führt sie die Produktionsfirma mit frischem Blick, Erfahrung und Leidenschaft.

TEXT: SANDRA EDER

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FACTS Degn-Film. Die Film- und TV-Agentur mit Sitz in Salz burg und Wien wurde 1974 gegründet und zählt zu den größten privaten Filmprodu zenten Österreichs. Das Port folio reicht von Dokus über Entertainment-Formate bis hin zu Imagefilmen für ORF, ServusTV und namhafte Wirt schaftskunden. Über 2000 produzierte TV-Minuten wurden 2024 ausgestrahlt.

Zum 50-jährigen Firmenjubiläum übernahm Tochter Susi die Geschäfts führung von Mucky Degn. Zuvor sammelte die 44-Jährige wertvolle Medien kompetenz und war u.a. als Redakteurin für ORF und ServusTV tätig.

A

Kind.“ Bei regelmäßigen Frühstücks dates tauschen sich die beiden aus. Ob sie sich immer einig sind? „Nein, definitiv nicht. Es kann ganz schön krachen. Aber wir diskutieren im mer respektvoll“, grinst die Tochter. Wer mit den Degn-Frauen am Tisch sitzt, spürt die gegenseitige Wert schätzung. Susi schwärmt von der Erfahrung und der Vorbildwirkung ihrer Mutter. Mucky lobt den Ehr geiz und das wirtschaftliche Denken ihrer Nachfolgerin. Einer von vielen Punkten, in denen sich die Frauen unterscheiden. „Ich habe immer aus dem Bauch entschieden“, so Mucky. Starke Geschichten In ihrer Passion sind sich die zwei aber einig: Sie lieben es, Geschichten über Menschen zu erzählen und den Zuschauern Formate zu bieten, die Emotionen wecken und unterhalten. „Das ersetzt keine KI“, ist Susi Degn überzeugt. Dennoch hat sie eine „Taskforce“ ins Leben gerufen, die sich laufend mit neuen Entwicklun gen und Apps auseinandersetzt. Die 44-Jährige hat sich zum Ziel gesetzt, sich, vor allem aber das Unternehmen, mutig weiterzuentwickeln. Ihr wich tigstes Learning aus dem ersten Jahr als Geschäftsführerin? „Ich darf mir selbst Zeit geben.“ Ihre Mutter schrieb schließlich auch 50 Jahre an ihrer eige nen Erfolgsgeschichte ... n

in der heimischen Medienlandschaft Fußstapfen, die zugegebenermaßen schwer auszufüllen sind. Von Frau zu Frau Umso wichtiger war es für Susanne Degn eigene Wege zu gehen, be vor sie das Familienunternehmen im Vorjahr übernahm. „Ich hatte ehrlich gesagt keine Erwartungen, aber Respekt davor. Heute kann ich sagen: Ich liebe die Aufgabe.“ Was vorrangig daran liegt, dass Mucky – wie Susi ihre Mutter im berufli chen Kontext nennt – zwar jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht, die Entscheidungskraft hat sie aber an die nächste Generation weitergege ben. „Ich habe immer gesagt: Wenn ich übergebe, dann zu 100 Prozent und mit vollstem Vertrauen in mein Ich kann mich an keine Zeit in meinem Leben ohne Medien gestaltung erinnern. Ich liebe diesen Beruf.

ls erfolgreiche Produzentin nen für TV-Sender wie Ser vusTV und ORF erzählen

Mucky und Susanne Degn für ge wöhnlich Geschichten über spannen de Persönlichkeiten und ihre Erfolge. Doch kaum jemand weiß, dass ihre eigene Geschichte mindestens ebenso filmreif ist – und alles bereithält, was ein spannendes Drehbuch braucht. Starke Charaktere, Liebe, Action, un vorhersehbare Wendungen und ein Happy End mit dem erfolgreichen Generationenwechsel zum 50-jährigen Firmenjubiläum. Aber starten wir die Geschichte am Anfang, im Jahr 1974. Die junge Skilehrerin Mucky wird als Double für einen Ski-Film engagiert und verliebt sich am Set in den Ka meramann Günter Degn. Als kurz vor seiner USA-Reise der Ton- und Kameraassistent erkrankt, springt die Salzburgerin kurzerhand ein. Der Anfang einer erfolgreichen Karriere als Quereinsteigerin. Und als weibli cher Pionier in der Branche. „Es hat genug Kameraleute gegeben, die es dezidiert abgelehnt haben, mit einer Frau zu arbeiten“, erinnert sich Mar got „Mucky“ Degn zurück. Mit Fleiß, Mut und Innovationsgeist erarbeitete sie sich über die Jahre Respekt und Anerkennung. Fünf Jahrzehnte lang baute sie Degn-Film zu einer der größ ten und erfolgreichsten Produktions firmen Österreichs auf und hinterlässt

Susanne Degn Geschäftsführerin Degn Film

FOTOS: WILDBILD/GÜNTER FREUND, QIMIQ HANDELS GMBH

WEEKEND BUSINESS | 25

BUSINESS

TIROL TOP FAMILIEN BETRIEB

Martin Lechner

Zillertal Bier Seit über 500 Jahren wird bei Zillertal Bier nicht nur Bier gebraut, sondern Geschichte geschrieben: Als älteste Privatbrauerei Tirols in Familienbesitz steht der Betrieb für gelebte Braukunst, tiefe regionale Verbundenheit, nachhaltiges Wirtschaften und den Mut, Tradition mit Innovation zu verbinden. FAMILIENERBE MIT GESCHMACK

TEXT: MEL BURGER

FOTO: MEL BURGER

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FACTS Meilensteine. Zillertal Bier ist eine moderne Brauerei mit großem Respekt vor ihrer Geschichte. Jährlich werden rund 10 Millionen Flaschen abgefüllt. In den Gärtanks befinden sich während der Hauptgärung 2,7 Billiarden Hefezellen – ein faszinieren der Mikrokosmos. Dank bio logisch angebauter Zutaten werden 12 Tonnen Herbizide und Pestizide eingespart.

Seit 525 Jahren braut Zillertalbier Bierspezialitäten nach überlieferter Tradition. Heute mit modernster Technik, aber immer mit regionalen Zutaten.

ist. Zillertal Bier beschäftigt heute rund 150 Mitarbeiter und zählt damit zu den bedeutendsten Arbeitgebern in der Re gion. Die enge Zusammenarbeit mit der heimischen Landwirtschaft spielt eine tragende Rolle. Mit etwa 80 Landwir ten werden auf 100 Hektar regionale Getreidesorten angebaut. Dieses Mo

Z illertal Bier steht für mehr als Bier – es steht für Verantwor tung über Generationen, für nachhaltiges Handeln, für Zusammen halt und für Tiroler Lebensfreude. Mar tin Lechner und sein Team führen das Unternehmen mit Weitsicht und Wer ten, die heute aktueller sind denn je: Regionalität, Qualität, Nachhaltigkeit und der Mut, Tradition immer wieder neu zu denken. „Was uns seit jeher an treibt, ist die Begeisterung: Für erlesene heimische Rohstoffe. Für vertrauensvol le Partner mit Handschlagqualität. Und für euch: Genießerinnen und Genießer, die den feinen Unterschied schmecken“, erklärt Martin Lechner. Zillertal Bier – ein Stück Tirol in jeder Flasche. Familienbetrieb mit Wurzeln D en Grundstein legte Ludwig Jobst, der 1678 das „Polsingerhaus“ erwarb, und damit der erste freie Bierbrauer Tirols wurde. Seither ist die Brauerei fest in Familienhand. Die Kunst des Bierbrauens wurde über Generationen weitergegeben – begleitet von Innova tionsgeist, unternehmerischer Verant wortung und tiefer Verbundenheit zur Heimat. N icht nur Männer haben die Brauerei geprägt: Starke Frauen führten in schwierigen Zeiten das Unternehmen mit Geschick weiter – eine Tradition, die Zillertal Bier zu dem macht, was es heute

dell schafft regionale Wertschöpfung, Sicherheit und Identität. Mutiger Wandel Zillertal Bier hat in den letzten Jah ren zahlreiche Schritte gesetzt, um als Gesamtsortimentsanbieter den Gastronomie- und Hotelleriebereich aus einer Hand bedienen zu können. Dabei bleibt die Qualität kompro misslos: Gebraut wird mit regionalen Rohstoffen, kurzen Transportwegen und Nachhaltigkeit. Mit einer gro ßen Photovoltaikanlage, 100 Prozent Ökostrom, einem innovativen Energie rückgewinnungssystem und eigener CO₂-Rückgewinnung spart Zillertal Bier jährlich rund 1,1 Millionen Kilo gramm CO₂ ein – so viel wie 88.000 Bäume. Für Geschäftsführer Martin Lechner, seine Familie und sein Team bedeutet Tradition nicht Stillstand, sondern die Grundlage für eine zu kunftsfähige Braukultur – mit Regi onalität, Qualität und dem Mut, Be währtes immer wieder neu zu denken. „Als ältestes Familienunternehmen Tirols tragen wir eine besondere Ver antwortung und pflegen unsere starke Verbundenheit mit unseren Mitarbei tern. Denn der Erfolg unserer Brauerei kommt nicht von ungefähr – sondern von einem motivierten Team aus stol zen und fleißigen Menschen.“ n

„Das Tyroler Zwickl ist unser erstes von mittler weile fünf Bieren aus 100 Prozent Tiroler Getreide.“

Martin Lechner Geschäftsführer Zillertal Bier

FOTOS: ZILLERTALBIER, MEL BURGER

WEEKEND BUSINESS | 27

VORARLBERG TOP FAMILIEN BETRIEB

PRÄZISION SEIT 140 JAHREN Seit 1885 besteht Weirather in Hohenems. Über fünf Generationen gewachsene Erfahrung prägt das Haus, das bis heute in Vorarlberg als Inbegriff verlässlicher Handwerkskunst und kultivierter Beratung gilt: mit Uhrmacherkunst von Rang, feiner Schmuckkultur und präziser Augenoptik. Weirather Uhren Schmuck Optik

TEXT: ANDREA FRITZ-PINGGERA

nen Schmuckkollektionen, ist jedoch weitum bekannt für eine exzellente Trauringauswahl. „Die Wertschöp fung soll im Land bleiben, viele Ringe entstehen in kleinen Manu fakturen“, erklärt Claudia Mathis- Weirather. Herzstück ist die getäferte Trauringlounge, ein stilvoller Raum, in dem Kater Hugo bisweilen für Gesellschaft sorgt. Augenoptik mit Blick Nadine Weirather-Siciliano (Jg. 1975), absolvierte im Haus die Optikerlehre und leitet seit 2010 die Augenoptik. Ihr Anspruch ist klar: für jede Per son das bestmögliche Ergebnis und den besten Service. So wächst das Unternehmen im Kleinen weiter, mit Erfahrung, Sorgfalt und kluger Beratung. Die sechste Generation ist bereits an Bord. Emily (Jg. 1999), die Tochter von Paul Mathis und Clau dia, hat Archäologie studiert, und während des Studiums bereits im Betrieb mitgearbeitet. Ihre Masterar beit zur Geschichte der Zeitmessung bildet die Brücke zur Uhrmacherei. Heute verantwortet sie Social Media und Marketing. So spannt Weirather den Bogen „Von der Sonnenuhr bis zur Gegenwart“ zuverlässig, kundig und nah am Menschen. n Paul Mathis gilt als ausge- wiesener Experte für mecha- nische Zeitmesser. Tochter Emily fasste für Uhrenbegeisterte ihre Masterarbeit als Buch „Die Zeit und ihre Geschichte – von der Sonnenuhr bis zur bietet einen mit Zeichnungen erläuterten Datierungsleitfaden für Taschen- und Armband uhren für Einsteiger, Sammler sowie Liebhaber. Armbanduhr“ zusammen. Es ordnet Gattungen und

Walter Weirather, Nadine Weirather-Sicilano, Emily mit Claudia Mathis-Weirather und Paul Mathis.

D

as kleine, feine Familien unternehmen Weirather besteht seit 1885 und ist der

Beim Schmuck arbeiten wir mit vielen kleinen familiengeführten Manufakturen zusammen, unsere Eheringe werden alle in Vorarlberg hergestellt. Darauf sind wir stolz.

älteste Handwerksbetrieb in Hohe nems. Inhaber Paul Mathis, Gremi alobmann der Vorarlberger Juwelie re und seine Ehefrau Claudia, die Einkauf und Verkauf verantwortet, halten die Tradition als Weitergabe des Feuers lebendig. Kundinnen und Kunden kommen von weit her. Das Spektrum mechanischer Uhren ist umfangreich, bereits in den 1990ern führte Weirather als einer der ersten Vorarlberger Händler z.B. Nomos Glashütte im Sortiment. Eigene Uhrenwerkstatt Die große Expertise liegt bei mecha nischen Uhren: Vertrieb und Repa ratur in der eigenen Uhrenwerkstatt prägen das Haus. Geführt werden namhafte Marken wie Chronoswiss, Ebel, Oris, Union Glashütte, Mau rice Lacroix u.v.a. Handwerkskunst bleibt der Maßstab – was möglich ist, wird im Haus repariert. Auch im Schmuckbereich wird nicht nur verkauft, sondern in der eige nen Werkstatt gearbeitet: Perlen werden geknüpft, Lötungen aus geführt. Weirather ist kein Mono- brand-Store und erstellt keine eige

Paul Mathis und Claudia Mathis-Weirather

Ein Haus, das seit Generationen versteht, was bleibenden Wert hat.

FOTOS: UDO MITTELBERGER, LUKAS MATHIS

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GEFAHR FÜR DAS FUNDAMENT UNSERER WIRTSCHAFT Familienbetriebe Das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft – die Familienbetriebe – geben Alarm. Die Rahmenbedingungen in unserem Land werden immer schlechter. Die „Initiative Österreich 2040“ will diesen Negativtrend stoppen und unser aller Wirtschaft wieder stärken.

FOTO: WELLE: -STRIZH-/ISTOCK/GETTY IMAGES

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BUSINESS

S

tellen Sie sich vor, die Re publik Österreich wäre ein Mensch. Wie würde er ausse

um die rasche Gewinnmaximierung, sondern sie denken in Generationen. Stille Großmacht Familienbetriebe sind eine stille „Großmacht“ ohne Lobby. Dafür sind die meisten zu klein (99,7 Prozent aller marktorientierten Unternehmen sind KMU unter 250 Mitarbeiter) und wer den nicht gehört. Große Konzerne sind lauter und können drohen, etwa mit Abwanderung. Familienbetriebe kön nen das nicht. Sie sind fest verankert und fühlen sich Österreich verpflich tet. Wenn sie schwächer werden, so schwächt das den gesamten Organis mus Österreich. Wenn sie aussterben, droht der Republik ein Multiorganver sagen. Die Alarmsignale sind bereits unübersehbar: Viele Betriebe kämpfen um ihr Überleben und die Gefahr ei ner massiven Pleitewelle ist groß.

Druck auf die Politik Doch es ist Rettung in Sicht. Die über parteiliche „Initiative Österreich 2040“ ist die Interessenvertretung all jener Familienbetriebe, die Österreich am Leben und am Laufen halten. Sie will den Organismus wieder fit machen, Herz und Rückgrat wieder stärken und Österreich bis 2040 wieder an die Spitze zurückbringen. Die Initiative wird von Familienbetrieben selbst getragen und von der Weekend Verlagsgruppe medi al unterstützt. Ziel ist es, mehr als 1.000 solcher Unternehmen zu vereinen, um bei der Politik rasch für bessere wirt schaftliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Nur wenn jetzt Arbeitnehmer, Arbeitgeber und die Politik gemeinsam an einem Strang ziehen, kann der wirt schaftliche Standort Österreich wieder erfolgreich werden und eine massive Arbeitslosigkeit verhindert werden.

hen? Er wäre so massiv übergewichtig, dass er kaum noch stehen könnte. Die letzten Jahre hat er sich von Schul den nach dem Motto „Koste es, was es wolle“ fett gefressen. Dabei hat er seine wichtigsten Organe, sein Herz und sein Rückgrat, massiv beschädigt. Organe, die diese Last hauptsächlich tragen müssen. Diese Organe sind die familien- und eigentümergeführten Unternehmen in diesem Lande. Sie sichern rund zwei Drittel aller Jobs in der marktorientierten Wirtschaft. Dazu sind sie die größten Unterstützer von Sportklubs, Vereinen, Feuerwehren und die Nummer-eins-Spender für soziale Zwecke. Sie kennen ihre Mitarbeiter beim Namen und geben ihnen Identi tät sowie Sicherheit. Es geht ihnen nicht

Die drei zentralen Forderungen an die Politik:

1 Ende der Life- style-Teilzeit Österreich ist eine Teilzeit republik. Nur in den Nie derlanden wird noch we niger Vollzeit gearbeitet. Das schadet dem Standort und treibt den Fachkräfte mangel an. Die Initiative Österreich 2040 fordert daher: Wer weder Kinder noch Pflegefälle betreut bzw. nicht studiert und freiwillig in Teilzeit arbeitet – und damit auch weniger in das Sozialversicherungs system einzahlt –, muss durch Selbstbehalte mehr beitragen.

2 Recht auf Mehrarbeit Viele leistungsbereite Ar beitnehmer oder Pensio nisten werden für ihre Be reitschaft, mehr oder länger zu arbeiten, heutzutage be straft. Durch eine steuerli che Flat Tax von nur 10 Pro zent soll Mehrarbeit (mehr Stunden oder mehr Jahre) attraktiver werden. Das ver bessert die Wettbewerbsfä higkeit des Landes und die finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen. Damit wird Leistung wieder belohnt und automatisch bleibt mehr Geld im Börserl.

3 Steuer auf Chinapakete So manches Schnäppchen bei Temu, Shein und Co. kommt uns teuer zu ste hen. Der massive Leerstand in den Städten ist für diese Entwicklung ein stiller Zeu ge. Die täglich 30.000 Pakete aus Fernost schaden unserer Wirtschaft und manchmal auch Leib und Leben. Wäh rend unsere Produkte hohe Qualitätsmaßstäbe erfüllen müssen, wird das bei man chen Dumpingwaren unter wandert. Höhere Steuern sollen dem Billigimport einen Riegel vorschieben.

Das sind die ersten drei For derungen, um Österreichs Wirtschaft wieder fit zu ma chen. Über die Entwicklung werden wir Sie laufend in formieren. Weitere Infos: www.initiativeoesterreich2040.at

FOTO: ISTOCK.COM/ -STRIZH

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Verlässliches Personal für Industrie & Medizin. Seit 1987

WEIL PERSONAL VERTRAUENS- SACHE IST.

trust-personal.at

FACTS Portfolio. Neben den

Gebieten Personalbereit stellung und Industriemon tagen wurde das Perso nalspektrum im Jahr 2017 – also genau 30 Jahre nach Unternehmensgründung – auf medizinisches Fachper sonal erweitert. Qualifizier tes medizinisches Personal kommt in renommierten Krankenhäusern, Reha Kli niken und Senioreneinrich tungen zum Einsatz.

Das neue Firmengebäude der TRUST Personal GmbH in Asten, verkehrstechnisch sehr gut gelegen, bietet über 900 m² Fläche.

NEUES ZUHAUSE ALS BASIS FÜR DIE ZUKUNFT TRUST Mit dem Neubau seines modernen Firmengebäudes in Asten setzte die TRUST Personal GmbH ein Zeichen für Innovation und Standortentwicklung.

gisch günstige Lage zwischen Enns und Asten – mit idealer Anbindung an Autobahn und öffentliche Ver kehrsmittel – unterstreichen den zukunftsorientierten Anspruch des Unternehmens. Es ist ein moderner, zukunftsorientierter Standort, der Raum für Innovation, Zusammen arbeit und Wachstum bietet. Verlässlicher Partner Seit 1987 ist TRUST Personal ein verlässlicher Partner in der Perso nalbereitstellung, spezialisiert auf die Bereiche Gesundheit, Facharbeiter und Techniker. Geleitet von den Geschäfts führern Mag. Roman Ettinger und Harald Haider

I m vergangenen Jahr setzte die TRUST Personal GmbH einen wichtigen Meilen stein in ihrer Unternehmensge schichte – und zwar den Bau eines neuen, modernen Firmengebäudes in Asten. Der Spatenstich war am 6. Mai 2024 erfolgt und bereits ein Jahr später konnte der Einzug in die neu en Räumlichkeiten in der Teichstra ße 6 vollzogen werden. Die durch dachte Architektur und die strate

beschäftigt das Unternehmen heu te bis zu 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der langjähri gen Erfahrung steht TRUST Perso nal für Qualität nach ISO 9001 und SCC/SCP-Standards – ein Garant für Professionalität, Verlässlichkeit und nachhaltiges Wachstum am neuen Standort mit einem Team, das mit Kompetenz und Erfahrung jeden Tag vollen Einsatz leistet. n

ANZEIGE FOTOS: KLAUS MITTERHAUSER, ROLAND WIMMER

TRUST Personal GmbH Teichstraße 6, 4481 Asten Tel.: +43 7224/930 13 office@trust-personal.at trust-personal.at

Mag. Roman Ettinger und Harald Haider GF Trust Personal

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