Weekend Family Business Wien 2026 KW16

FINANZEN

DIE MURDOCHS Von der Lokalzeitung zum globalen

allem durch das ältere Publikum für den Big Screen, der in den USA bereits eine Renaissance erlebt. Deswegen drängt YouTube dort massiv in dieses Geschäft. Aber die Transformation zum Streaming muss vehement und mit hoher Rasanz erfolgen.“ Familienunternehmen domi nieren die Medienbranche internatio nal wie auch in Österreich und bilden laut Plaikner einen klaren Gegenentwurf zu den öffentlich-rechtlichen Häusern. „Die Bandbreite zwischen vermeintlich Mediennetzwerk. Der Australier Rupert Murdoch (95) revolutionierte die vom Vater geerbte Lokalzeitung „The News“ mittels Boulevardisierung. In den 1960ern expandierte er nach England („The Sun“, „The Times“) und in den 1970ern in die USA („New York Post“). 2023 übergab er die Führung des Konzerns inkl. Fox Corpo ration und „Wall Street Journal“ an seinen ältesten Sohn Lachlan Murdoch .

Politik und ihre „Krone“ In der österreichischen Medienlandschaft ist die Familie Dichand (Kronen Zeitung) das wohl prägnanteste Äquivalent zu den international bekannten Medien-Dynas tien. Hans Dichand startete 1959 mit der Wiedergründung der „Kronen Zeitung“ in einer Zeit, als niemand an einen Erfolg des kleinen Blattes glaubte. Er nutzte eine Marktlücke und baute ein Imperium auf, das zur mächtigsten Stimme des Landes wurde. Sein politischer Einfluss als Her ausgeber war erheblich: Hans Dichand galt über Jahrzehnte als „Kanzlermacher“. Auch die Parallelen zwischen dem ver storbenen Gründer Hans Dichand und der aktuellen Führung durch seinen Sohn Christoph in der zweiten Generation sind frappierend. Seit 2003 ist Christoph Dichand Herausgeber und hat das Erbe seines Vaters (verstorben 2010) angetre ten. Wie bei Murdoch (Lachlan) führt er das Familiengeschäft in einem veränder ten, digitalen Zeitalter weiter – und zwar als „Power Couple“: Eva Dichand, Chris tophs Ehefrau, führt die Gratiszeitung „Heute“, was den medialen Einfluss der Familie weiter verbreitert. In jüngster Zeit hat die Familie ihre Machtposition weiter gefestigt und sich gegen externe Investo ren (wie zuletzt René Benko) durchge setzt. Im Vorjahr hat die Familie Dichand die „Kronen Zeitung“ vollständig zurück gekauft. Seit 1987 hielt die Funke Medien gruppe 50 Prozent der Anteile. Das Ver hältnis zum deutschen Partner, dessen Wurzeln in der „Westdeutschen Allge meinen Zeitung“ („WAZ“) liegen, war überaus schwierig. n

Guten und angeblich Bösen ist enorm“, so Plaikner. Dabei gelte oft die Faust regel: Je näher man einem Medienhaus kommt, desto schlechter wird dessen Leumund. „Das ist beileibe nicht immer berechtigt, entspringt aber häufig der Intransparenz, die viele Medienhäuser in eigener Sache pflegen.“ Das Fehlen eines tragfähigen Geschäftsmodells für digitalen Journalismus gefährde letztlich die journalistische Unabhängigkeit. Der „Rosebud“-Faktor ist noch relevant.

DIE BERLUSCONIS Vom Bauunternehmer zum mächtigsten Medienmogul Europas: Silvio Berlusconi (†86) gründete 1974 den Kabelsender TeleMilano, aus dem der erste landesweite Privatsender Italiens Canale 5 hervorging. 1982 bündelte er seine Aktivitäten in der Holding Fininvest. Der Eigentümer des AC Milan kontrollierte ein privates TV-Monopol. Seit seinem Tod 2023 führen die Kinder Marina und Pier Silvio das Imperium.

FOTOS: OBEN: APA-IMAGES / EPA / ANDREW GOMBERT, UNTEN: APA-IMAGES / DPA / OLIVER WEIKEN, APA-IMAGES / ACTION PRESS / CANIO ROMANIELLO

70 | FAMILY BUSINESS | 1/2026

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