Weekend Style 2025 KW47

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und benutzerfreundlichen Apps neue Ziel gruppen erschlossen. Damit ist das Inves tieren heute demokratisiert. Was früher als exklusive Welt der Wohlhabenden galt, ist plötzlich breiten Schichten zugänglich. Geld anzulegen ist nicht länger Experten vorbehalten, sondern Teil des Alltags.

Goldreserven von 280 Tonnen bei Weitem. Das entspricht durchschnittlich fast einem halben Kilogramm Gold pro Erwachse nem. Aber zurück zum Traum vom Eigen heim, denn dieser prägt Österreich wie kaum ein anderes Land. Grundstücke und Immobilien sind mehr als Investitionen, sie sind Ausdruck von Verwurzelung und Beständigkeit. Trotz steigender Preise und regulatorischer Hürden bleibt der Wunsch nach Eigentum ungebrochen. 2024 lebten knapp 50 Prozent aller Haushalte im Eigentum. Seit 2010 sank die Eigen tumsquote laut Statistik Austria zwar leicht – von 50,2 auf 47,9 Prozent im Jahr 2021 –, doch sie bleibt hoch. Die regionale Verteilung zeigt starke Unterschiede: In Wien leben nur rund 20 Prozent im Eigen tum, während im Burgenland fast 70 Pro zent Eigenheimbesitzer sind. Nachhaltigkeit oder Prestigeobjekte. Ein weiterer Trend der vergangenen Jahre ist das nachhaltige Investieren. Öster reichische Anleger achten zunehmend dar auf, dass ihr Geld nicht nur Rendite bringt, sondern auch Wirkung entfaltet. Laut Finanzmarktaufsicht sind bereits rund 60 Prozent der in Österreich vertriebenen Fonds nach ESG-Kriterien klassifiziert. ä

Inflation der vergangenen Jahre verschärf te dieses Gefühl: Wer sein Geld ungenutzt liegen ließ, verlor an Kaufkraft. Banken reagierten mit neuen Produkten. Wert papierdepots rückten ins Zentrum, Fonds und Vermögensmanagement wurden beworben. Doch die Skepsis blieb. Viele Österreicher mussten erst lernen, mit Risiken, die sie bisher nicht kannten, umzu gehen. Das Spiel mit Märkten war ein Mys terium – ein Reich aus Zahlen und Zufäl len. Dennoch wuchs das Bewusstsein, dass Wohlstand ohne Investitionen in neue For men nicht mehr möglich war. Im digitalen Takt. Während Fonds schon länger bekannt sind, brachten ETFs (ex change-traded fund) eine neue Qualität: Sie sind transparent, effizient und bieten Zu gang zu globalen Märkten mit vergleichs weise geringen Beträgen. Besonders für jüngere Generationen sind sie der Einstieg in die Welt der Investments. Die österreichi schen Banken griffen diesen Trend auf. Raiffeisen, Erste Bank und Oberbank moder nisierten ihre Plattformen und machten den Zugang leichter. Digitale Depots, Smart phone-Apps und Onlinebanking wurden zum Standard. Parallel dazu traten Fintechs auf den Plan, die mit niedrigen Gebühren

Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt. l

Oscar Wilde (1854–1900) Irischer Schriftsteller

Beton(-Gold). Trotz aller Neuerungen blieben Gold und Immobilien unerschüt terliche Konstanten. Gold gilt seit Jahr hunderten als sicherer Hafen, Österreich als wahres Goldland – mit rund 561 Ton nen Gold, die in privatem Besitz sind, über treffen die Österreicher die staatlichen

Früher wurden Münzen gezählt, heute werden Kurse verfolgt – Sparen im Zeichen von Digitalisierung.

FOTOS: ISTOCK.COM / PHYNART STUDIO, ISTOCK.COM / KATERYNA ONYSHCHUK

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