Weekend Karriere Steiermark 2025 KW39

SCHULE & BILDUNG W arum willst du denn jetzt das machen...? – Mama versteht plötz lich die Welt und ihr Kind nicht mehr. Papa sitzt daneben und schüttelt nur noch den Kopf. Schullaufbahn, späterer Berufs wunsch, erste Weichenstellungen am Kar riereweg: Themen, die in vielen Familien die Wogen hochgehen lassen. Teenager, die mit ihren Ideen und Wünschen auf Verständnis und Unterstützung gehofft haben, finden sich plötzlich zwischen den Fronten. Freude weicht Frust – und Unsi cherheit. Umso mehr, wenn der Vertrau enslehrer womöglich auch noch mit wei teren Ratschlägen der Diskussion eine zu sätzliche Dynamik verleiht. „Eltern, Lehr kräfte und Kinder nehmen Fähigkeiten und Potenziale aus unterschiedlichen Per spektiven wahr“, erklärt Julia Holzer, Bil dungspsychologin an der Universität Wien. Lehrkräfte sehen Leistungen im Unterricht, Eltern das Verhalten zuhause. Jugendliche selbst orientieren sich an Ido len und entwickeln eigene Interessen. In solchen Situationen sei es wichtig, die ver schiedenen Perspektiven ernst zu neh men, so der Appell der Expertin. Gerade

junge Menschen profitieren davon, wenn sie erleben, dass Erwachsene sich Gedan ken machen. Die Vertrauensbasis bildet die „Grundlage für gemeinsam überlegte nächste Schritte“. Reden, bevor es kracht. Entscheidend sei, Konflikte früh anzusprechen. „Kom munikation darf nicht erst dann stattfin den, wenn es schon ein Problem gibt“, so Holzer. Regelmäßiger Austausch zwischen Eltern und Schule schafft Vertrauen und verhindert, dass Spannungen entstehen. Schwierige Gespräche sollten gut vorbe

reitet sein, mit klarem Fokus auf das Wohl des Kindes. „Schulpsychologen oder Bera tungsstellen können zusätzlich helfen.“ Mitreden statt schweigen. Vor allem aber sollten Jugendliche selbst einbezogen werden. „Wenn Gespräche das Kind be treffen, sollten sie auch mit ihm geführt werden“, so Holzer. Das stärke das Selbst wertgefühl und zeige: Die eigene Meinung zählt. Für Schülerinnen und Schüler heißt das: Klar sagen, was einem wichtig ist, und keine Angst haben, Fragen zu stellen. Laut Expertin helfen auch spezielle Fak

TEAMSACHE n Berufsorientierung: Es ist wichtig, gemein sam mit Kindern und Jugendlichen ihre Interessen und Stärken zu entdecken. So lässt sich erkennen, was ihnen Freude macht. Ziel ist es, viele verschiedene Bildungswege sichtbar zu machen. Prakti sche Erfahrungen helfen dabei, herauszu finden, was wirklich zu ihnen passt. n Famile einbeziehen: Eltern prägen den Bildungsweg ihrer Kinder. Damit sie unter stützen können, brauchen auch sie Infos über das Bildungssystem, Ausbildungs wege und Berufsmöglichkeiten. Vorurteile, etwa gegenüber der Lehre, gilt es abzu bauen. Es führen viele Wege zu Karriere, Studium oder Selbstständigkeit. n Nachbarschaft und lokale Unternehmen ein binden: Vorbilder, Praktika und Einblicke in Berufe aus dem Umfeld bereichern. Loka le Betriebe können zusätzlich Know-how einbringen und Jugendliche gezielt beim Einstieg ins Berufsleben unterstützen.

FOTOS: ISTOCK.COM/VALERIY_G, ISTOCK.COM/VIKTORIA KURPAS

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