Weekend Style 2026 KW12
E X P E R T E N Tipp
WIE PAARE AN DER VERÄNDERUNG WACHSEN KÖNNEN
In meiner Praxis begleite ich seit Jahren Paare in den unterschied lichsten Beziehungsphasen. Faktoren, die beiden helfen: 1. WERTSCHÄTZUNG Gemeinsame Verantwortung bringt stärkere Verbundenheit, wenn beide einander in den neu en Rollen und der individuellen Persönlichkeit sehen und wert schätzen. 2. KOMMUNIKATION Bestehende Kommunikations probleme werden deutlicher, ungelöste Themen treten stärker hervor – eine Chance zu wachsen! Paartherapeut:innen können dabei helfen. 3. FLEXIBILITÄT Erkennen Paare die Verände rungen an und gehen damit ein Stück spielerisch um, anstatt an alten Gewohnheiten festzuhalten, können eine stärkere Verbunden heit und eine neue Form der Liebe entstehen. 4. BEWERTUNGEN Veränderung bedeutet Unsicher heit, da wir mit dem Neuen noch nicht vertraut sind. Das ist okay, denn es wohnt uns allen inne, zu wachsen und unser Potenzial zu entfalten. Dies können wir leichter in Sicherheit mit den Partner:innen. l
E in Kind zu bekommen, zählt zu den prägends ten Erfahrungen im Leben einer Frau und ihres Partners. Ein Er eignis, das die Beziehung für immer verändert. „Was nicht heißt, dass sie schlechter wird, aber anders!“, betont Michaela Tomek, Psychotherapeu tin und Lehrtherapeutin in Systemi scher Familientherapie. Wie erlebt Tomek Paare, die gerade Eltern ge worden sind, in ihrer täglichen Praxis? EINS PLUS EINS IST D rei
jetzt sichtbar würden. Ein weiterer Stolperstein: Es gibt nicht mehr nur Frau und Mann, sondern auch Mutter und Vater (auch bei gleichgeschlecht lichen Paaren). „In diese Rollen müs sen wir hineinwachsen, und das stets aufs Neue“, sagt die Psychotherapeutin. Eltern haben außerdem weniger Zeit. Die Gespräche drehen sich zuneh mend um Organisatorisches, „ein Gefühl des Freiheitsverlusts kann ent stehen“. Daher sei es wichtig, Paar- und persönliche Zeit einzuplanen. Auch die Intimität leidet anfangs unter dem Fokus auf das Kind, die Frau muss sich körperlich von Geburt und Schwangerschaft erholen. Dies sei alles völlig normal und vorübergehend, beruhigt die Expertin. „Schlafmangel und das Zurückstellen eigener Bedürf nisse machen uns reizbarer, Miss verständnisse häufen sich und aus der berühmten Mücke wird schnell ein Elefant.“ Ihre Tipps (s. Kasten): ä
FOTOS: M. TOMEK, ISTOCK.COM / PROSTOCK-STUDIO / ANNAZHUK Plötzlich Mama und Papa. „Über fordert“ würden sich diese Paare häu fig fühlen, denn: „Wir lernen Eltern sein ja nicht in der Schule, sondern in der eigenen Familie. Daher denken wir, dass die daraus entstandenen Vorstellungen die einzig richtigen sind.“ Dabei gebe es unterschiedliche Ansätze in Erziehung, Alltag sowie Arbeitsaufteilung und Freizeit, die
Michaela Tomek Psychotherapeutin Wien
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