Weekend Style 2026 KW12
Business
DIE ZAHLEN. In Österreichs Paar-Haushalten beträgt das mittlere Nettovermögen von Frauen rund 107.100 Euro, jenes der Männer etwa 126.100 Euro – eine Differenz („Median-Lücke“) von 15 Pro zent. Bei Singles ist der Abstand größer: Männer kommen auf 28.800 Euro, Frauen auf 21.900 Euro. Das entspricht einer Differenz von 24 Prozent. Das Vermö gen allein lebender Frauen macht damit nur rund ein Fünftel jenes von Frauen in Paar-Haushalten aus. WIE ENTSTEHT DER GAP? Paare sind im Durchschnitt älter, vereinen zwei Erwerbs biografien und besitzen deutlich häufiger Immobilien. Paare klar im Vorteil
AKTIV WERDEN. Früh beginnen, regelmäßig investieren – so entsteht Schritt für Schritt Eigentum. Selbst kleine Beträge ergeben über Jahre hinweg ein gewisses Fundament.
Rücklagen bilden. Erträge aus Kapital fließen vor allem jenen zu, die bereits viel besitzen – und sie wachsen in der Regel schneller als Arbeitseinkommen. Erbschaften und Schenkungen ver stärken diesen Effekt. Wer schon mit Eigentum startet, hat also langfristige Vorteile. Während die Ungleichheit zwischen sehr wohlhabenden Frauen und reichen Männern vor allem statis tisch sichtbar wird, ist sie für Haushal te ohne nennenswerte Rücklagen exis tenziell. Dort schlagen Einkommens- unterschiede unmittelbar durch, weil finanzielle Polster fehlen. Hinzu kom men unterschiedliche Erwerbsbio grafien: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen und seltener als Unternehmerinnen. Trübe Aussichten. Setzt sich dieser Trend im bisherigen Tempo fort,
Finanzbildung ist wichtig. Entscheidend ist aber, dass sie Frauen und Mädchen gezielt erreicht. l Alyssa Schneebaum Käthe-Leichter-Gastprofessorin Universität Wien
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