Weekend Karriere Salzburg 2025 KW45
SCHULE, LEHRE & KARRIERE
BERUFE IN DER PFLEGE. Über die nächsten Jahrzehnte hinweg werden Pflegekräfte dringend gebraucht werden. Ihre Arbeit kann keine KI leisten. Umso unverzichtbarer sind sie in dieser zukunftsträchtigen Branche. Von Philipp Eitzinger NICHT ZU ERSETZEN
W ird die sich rasant entwickelnde Künst liche Intelligenz (KI) die Welt der Zukunft bereichern – oder wird sie großflächig menschliche Ar beitnehmer ersetzen? Die unbefriedi gende Wahrheit ist vermutlich eine Mi schung aus: „Beides!“ und „Wissen wir einfach noch nicht!“. Es gibt aber auch Berufsfelder, in denen die KI die menschliche Arbeit wohl nicht ersetzen wird können. Eine davon ist der umfas sende Bereich der Pflege- und Betreu ungsarbeit. Künstliche Hilfe, schön und gut. Menschliche Wärme kann sie aber (noch) nicht ersetzen. Hier kommst du ins Spiel. Hinzu kommt, dass die Altersentwicklung der Gesellschaft eindeutig ist. Wir werden älter. Das ist zweifellos erfreulich. Das heißt aber auch, dass es mehr und mehr alte Menschen geben wird, die ihren Alltag nicht mehr ganz al leine über die Bühne bringen kön nen. Und hier kommst dann du als mögliche Pflegekraft ins Spiel. Enormer Bedarf. Eine jüngst aktua lisierte Studie des Sozialministeriums kommt zu dem Schluss, dass in den
die nächste, zahlenmäßig noch größere Generation – also eben die aktuell 60- bis 70-Jährigen – Pflege brauchen, soll te auch das dafür nötige Personal schon bereitstehen. Das sind die Teenager und jungen Erwachsenen von heute. Es handelt sich in den nächsten Jahrzehn ten also um absolut krisenfeste Arbeits plätze. Oder anders formuliert: Die ei gentliche Krise entsteht erst dann, wenn es diese Pflegekräfte nicht geben sollte. Zahlreiche Modelle. Wenn von Pfle ge die Rede ist, denken viele zunächst natürlich vor allem an 24-Stunden-Pfle ge: Hierbei wohnt man quasi bei der zu betreuenden Person zu Hause und pflegt sie – wie der Name schon nahe legt – quasi rund um die Uhr. Kleiner Einschub: Das stimmt so nicht zu hun dert Prozent, weil einem natürlich auch als 24-Stunden-Pflegekraft eine Pause von zwei Stunden pro Tag zuzu gestehen ist. Ja, das gibt es natürlich, aber es ist nur die extremste Form der Pflege, es gibt noch viele an dere Modelle. Oft reicht es, wenn man ein paar Stunden am Tag bei der zu betreuenden Person ist, oder ein paarmal pro Woche vor beischaut. Dann gibt es natür
kommenden 25 Jahren im Schnitt rund 7.500 zusätzliche Personen gebraucht werden, um den jeweiligen Bedarf zu decken. Nicht insgesamt – sondern 7.500 zusätzliche Personen Jahr für Jahr für Jahr. Das geburtenstärkste Jahr in Österreich war 1963, diese Men schen wurden oder werden heuer also 62 Jahre alt. In den Jahren davor und danach kamen auch sehr viele Kinder zur Welt, nämlich fast doppelt so viele wie aktuell. Krisensichere Arbeitsplätze. Das heißt: Aktuell stehen vor allem jene Menschen im Fokus des Pflegebedarfs, die 80 Jahre und älter sind. Wenn aber
FOTO: ISTOCK.COM/ARNE WEITKAEMPER
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