Weekend Magazin Vorarlberg 2025 KW45

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W enn man mit Uta Bachmann spricht, merkt man schnell: Diese Frau steht mit beiden Beinen im Leben – und mitten in einem Berufs feld, das selten Routine kennt. Seit September 2024 steht die gebürtige Bregenzerin an der Spitze der Landespolizeidirek tion Vorarlberg. Sie ist damit erst die zweite Frau in Öster reich, die eine Landespolizeidi rektion leitet. Ihr Weg dorthin war ein vielseitiger. „Ich wollte immer einen Beruf, der Sinn macht“, erzählt sie im Ge spräch. Nach Absolvierung des Jus-Studiums entschied sie sich bewusst für den Polizeidienst – damals noch bei der Gendar merie. „Ich wollte nicht nur Recht anwenden, sondern Ver antwortung übernehmen. Und das kann man in diesem Beruf auf vielen Ebenen.“ Schon als junge Beamtin auf der Polizei inspektion Bregenz lernte sie, in Ausnahmesituationen Ruhe zu bewahren. „Wenn man zu

einem Einsatz fährt, weiß man nie genau, was einen erwartet. Aber man weiß, dass die Men schen auf einen zählen.“ Vom Kriminaldienst führte ihr Weg über die Verwaltungspolizei bis hin zur Leitung des Landes amts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung – eine Funktion, die sie 14 Jah re lang innehatte. Heute, als Landespolizeidirektorin, ver eint sie Erfahrung aus fast allen Facetten des Polizeiberufs: Ein satz, Ermittlung, Recht, Strate gie. „Das ist vielleicht das Schönste an dieser Laufbahn – man bleibt nie stehen und kann sich stets weiterentwi ckeln“, sagt sie. Ein Beruf mit unzähligen Gesichtern Gerade diese Vielseitigkeit sieht sie als großen Reiz – und zugleich als Heraus forderung. „Polizei bedeu tet längst nicht mehr nur Blaulicht und Uniform. In diesem Beruf sind zahlrei

die Gesellschaft.“ Dass die Po lizei in Vorarlberg bei jungen Menschen wieder stark an At traktivität gewinnt, freut sie besonders. Die Polizeischule in Feldkirch ist derzeit voll be setzt, Bewerbungen gibt es mehr als Ausbildungsplätze. „Das zeigt, dass der Beruf wie der als das wahrgenommen wird, was er ist: ein sicherer, sinnvoller und spannender Weg, bei dem kein Tag wie der andere ist.“ Sicherheit als Gemeinschaftsleistung Auch die Bilanz, auf die Bach mann und ihr Team blicken können, kann sich sehen las sen. Vorarlberg hat – erneut – die höchste Aufklärungs quote Österreichs, mit über 64 Prozent an gelösten Fäl len. „Das ist keine Selbst verständlichkeit, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit in allen Bereichen“, betont sie. „Von den Poli zistinnen und Polizisten

che Elemente anderer Berufs felder vereint, wie beispiels weise Facetten der Sozialar beit, Psychologie oder Kom munikation. Das macht es so spannend und abwechslungs reich.“ Bachmann ist über zeugt: Wer diesen Beruf er greift, wächst mit seinen Auf gaben. „Man lernt, Verantwor tung zu tragen – für sich, für Kolleginnen und Kollegen, für

Uta Bachmann

FOTOS: LPD V, BMI/BOSINA

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