Weekend Magazin Vorarlberg 2025 KW40

SOCIETY

Hier geht’s zur ausführlichen Fassung des Gesprächs mit Josh: weekend.at/josh-interview

CHARTSTÜRMER JOSH. „Ich habe mich e i nsam gefühlt“ HINTER DER FASSADE. Johannes Sumpich aka Josh., füllt seit Jahren die Konzerthallen Österreichs. Zwischen Partyhymne und Therapiestunde gewährt der Wiener Einblick in sein Innenleben. Von Marcel Toifl

W o liegt der größte Unter schied zwischen Josh. dem Künstler und der Privat person? Josh.: Ich habe keine Kunstfigur er schaffen. Am Abend steht Johannes auf der Bühne und spielt Konzerte un ter seinem Spitznamen. Das größte Kompliment habe ich von meinem besten Freund bekommen. Der hat ge sagt: „Im Fernsehen kommst du ge nauso rüber, wie wenn wir um die Häuser ziehen.“ Für viele Musiker ist die Angst vor Konzerten ein großes Thema. Josh.: Ich hatte wahnsinnig viele Ängste und habe immer noch welche. Vor vie len Menschen zu spielen, gehört aber nicht dazu. Am Anfang hatte ich dau ernd Angst, dass ich pleitegehe und un ter der Brücke schlafe, weil ich das alles nicht stemme. Ich hatte Angst, allein zu sein, ich habe mich sehr einsam gefühlt. 2018, als erste Anzeichen für eine De pression da waren, wäre es sicher intel ligent gewesen, sich schnell ein Coa ching zu checken und daran zu arbei

Kreativität hat nichts mit psychischen Krankheiten zu tun. In deinem Song „Nur nicht von dir“ sprichst du auch vom „Wegkommen“. Waren da Süchte im Spiel? Josh.: Ich habe zu viel Alkohol getrun ken und Tabletten genommen. Ich war auf einem sehr gefährlichen Weg. Gott sei Dank bin ich frühzeitig aus gestiegen. „Um einen traurigen Song zu schreiben, musst du nicht depressiv sein.“ Josh. über den Songwriting-Prozess Inwiefern hat sich das Tourleben von kleinen Bars zu Konzerthallen verän dert? Josh.: Fassen wir zusammen: Alles! (lacht) Café Carina bedeutet, mit einem Rollwagen, auf dem der Verstärker drauf ist, in

ten. Vier Jahre später war ich in der Kli nik, weil ich es nicht gemacht habe. Hattest du Angst davor, keine Songs mehr schreiben zu können, wenn die Angst fehlt? Josh.: Ich bin sicherlich nicht der erste Künstler, der Angst davor hat, austhera piert zu werden. Wenn ich mich nicht mehr scheiße fühle, dann kann ich nicht mehr dieser Künstler sein (lacht). Aber

der U6 hinzufahren. Die Songs, wie man sie spielt und wie man sie singt, bleiben gleich. Das Drumherum hat sich hundertprozentig ver ändert. Die Musik fühlt sich aber noch immer so an wie damals. V

Erfolg. 2018 startete die Hitsingle „Cordula Grün“ steil in die Charts. Kürzlich ist seine neue Single „Ich tanze meinen Namen“ erschienen.

FOTO: PHILIPP HIRTENLEHNER

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