Weekend Magazin Steiermark Leibnitz 2026 KW17

LEBENSART

Rezeptideen für natürliche Proteinbooster: weekend.at/ eiweiss-lieferanten

PROTEINBOOM

Held oder Hype? EIN GUTES GEFÜHL. Proteinpudding, -brot und -porridge: Zwischen Gesundheitsversprechen, Diättricks und Muskelaufbau gilt Eiweiß als Wunderwaffe schlechthin. Nur: Stimmt das auch? Wo der Bedarf aufhört und der Trend beginnt. Von Stefanie Hermann

P etra (37) steht im Su permarkt: Naturjo ghurt oder doch der mit extra Protein? Sie greift zur zweiten Variante. Sicher ist sicher. Immerhin soll mehr Protein gesünder, fitter und leistungsfähiger machen. Pro teinpudding, -shakes und -rie gel sind längst keine Nischen produkte mehr. Im Super markt dominieren sie die Gän ge von Kühl- bis Getränkere galen. Kaum ein Erzeugnis kommt ohne Eiweiß-Verspre chen aus. Der Boom kommt nicht von ungefähr: Nach Low Carb, Low Sugar und Gluten frei hat die Industrie ein neues Trendlabel entdeckt.

Lebensnotwendig Dabei stimmt: Muskeln, Orga ne, Enzyme, Hormone – ohne Protein funktioniert im Kör per wenig. Auch Petra weiß das. Sie achtet darauf, „genug“ zu essen. Generell liegt die durchschnittliche Proteinzu fuhr in Europa oft bereits über 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Studien wie EPIC-Oxford zeigen Werte von rund 1,28 Gramm pro Kilo bei Mischkost. Damit lie gen auch Herr und Frau Öster reicher über den offiziellen Empfehlungen (0,8 Gramm). Was ist normal? Für Petra bedeutet das in trai

ningsfreien Zeiten rund 55 bis 60 Gramm pro Tag. Eine Men ge, die sie mit normalem Essen problemlos erreicht. Früh stück, Mittagessen, ein Snack, oft reicht das schon. Erst wenn Training intensiver wird oder Muskelaufbau im Fokus steht, steigt auch ihr Bedarf. Dann empfehlen Studien etwa 1,4 bis 2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht als Richtwert. Darüber hinaus steigt der Ef fekt nicht weiter an. Wie viel ist zu viel? Petra geht aber trotzdem lie ber auf Nummer sicher. Statt Naturjoghurt landet der Pro teinjoghurt im Einkaufswagen.

Statt zum Jausenbrot greift sie zum Proteinriegel. Ein kleiner Unterschied, der sich schnell summiert. Ein Zuviel ist für gesunde Menschen zwar meist unproblematisch, solan ge keine extremen Mengen er reicht werden. Der Körper kann höhere Mengen verar

FOTOS: OBEN: MONTICELLO/SHUTTERSTOCK, UNTEN: JEREMY SHOW/SHUTTERSTOCK

beiten. Überschüssi ge Aminosäuren werden nicht

gespeichert, sondern ver stoffwech selt. Ent scheidend bleibt aber ein

anderer Punkt: Protein liefert Kalorien, genauer gesagt etwa

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