Weekend Magazin Steiermark 2025 KW50

STEIERMARK INSIDE

Marschierer. Marco Triller wurde 1986 in Leoben geboren. Er absolvierte die Militärakademie in Wiener Neustadt und schlug danach eine Laufbahn als Berufsoffizier ein. 2002 trat er in den Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) ein. Seit 2015 gehört er dem steirischen Landtag an und wurde im Dezember 2024 Klub- obmann. 2025 wurde er zudem Präsident des Steirischen Zivilschutzverbandes. Triller ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern und einem Sohn.

Auch allgemein steigen die Gesundheitskosten. Wird man den Bürgerinnen und Bürgern bald sagen müs sen, dass Leistungen einge schränkt werden? Triller: Man muss darüber diskutieren, aber Schnell schüsse wie Ambulanzge bühren halte ich nicht für sinnvoll. Wichtiger ist, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu stärken. Viele fahren wegen Bagatellen di rekt in die Spitalsambulanz, obwohl der Hausarzt zu ständig wäre. Wir müssen

die Patientenlenkung ver bessern und telemedizini sche Angebote ausbauen. Gleichzeitig erhöhen wir die Zahl der Primärversor gungseinheiten. Dort arbei ten Ärzte gemeinsam mit Therapeuten oder Pflege fachkräften – ein modernes Modell, das Versorgung si cherstellt, gerade in Regio nen mit wenigen niederge lassenen Ärzten. Auch das Landesbudget sorgt für Diskussion. Wie beurteilen Sie die Lage?

Triller: Viele Häuser waren ohnehin Teil größerer Ver bände, wie Bad Aussee mit Rottenmann. Die Fallzahlen waren zu gering, um ein voll ständiges Angebot zu recht fertigen. Der österreichische Strukturplan Gesundheit for dert Mindestzahlen – und die wurden teilweise deutlich un terschritten. Deshalb braucht es Spezialisierung und Ko operationen über Landes grenzen hinweg, etwa Bad Aussee mit Bad Ischl oder Schladming mit Schwarzach. Schladming wird den un fallchirurgischen Schwer punkt übernehmen, in Bad Aussee entsteht eine moder ne Akutgeriatrie. Wichtig ist: Alle Standorte bleiben erhal ten, und die Versorgung bleibt 24/7 gesichert. Wann wird klar sein, wel che Kosten die Reform ver ursachen wird? Triller: Erst wenn der Struk turplan endgültig beschlos sen ist. Am 19. Dezember soll er in der Landeszielsteu erungskommission verab schiedet werden, Inkrafttre ten ist mit 1. Jänner 2026 ge plant. Erst dann kann die KAGes die finalen Leis tungsprofile berechnen. Vor her Zahlen zu nennen, wäre unseriös.

Triller: Die aktuelle Neu- verschuldung haben wir ge erbt, sie geht nicht auf die Freiheitlichen zurück. Wir haben aber einen klaren Sparwillen gezeigt und 105 Millionen Euro einge spart. Ein sozialer Kahl schlag findet nicht statt, Menschen in Not werden weiterhin unterstützt. Prog nosen für 2025 kann nur der Finanzlandesrat geben, aber klar ist: Wir arbeiten daran, das Budget zu stabili sieren. Sie sind im Brotberuf Offi zier. Wie stehen Sie dazu, dass Europa und auch Ös terreich militärisch auf rüsten wollen? Triller: Als neutraler Staat braucht Österreich Wehrfä higkeit. Das Bundesheer ist wie eine Versicherung: Man hofft, sie nie zu brauchen, aber im Ernstfall muss sie funktionieren. Leider wurde lange zu wenig investiert. Erst der russische Angriffs krieg hat ein Umdenken ausgelöst. Als neutraler Staat sollten wir uns aller dings diplomatisch stärker engagieren. Österreich hat eine lange Tradition als Ver mittler – diese Rolle sollten wir wieder aktiver einneh men. V

„Leider wurde zu lange zu wenig investiert. Erst der russische Angriffskrieg hat ein Umdenken ausgelöst.“

Marco Triller über das Bundesheer

FOTOS: CHRIS ZENZ

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