Weekend Magazin Steiermark 2025 KW40

Eine Legende hört auf TRADITION SEIT 1936. Zum Abschied in die Pension erhielt der Grazer Energiehändler Klaus Taferner von der Wirtschaftskammer Steiermark eine Ehrenurkunde für 89 Jahre Firmengeschichte. F elix und Auguste Oberlenz haben am 28. Oktober 1936 mit

die Klimawende effektiver, er folgreicher und schneller. Lei der verstehen das die Befür worter der E-Mobilität nicht. Sind E-Fuels eine mittelfristi ge Alternative zu fossilen Energieträgern? Wir wären schon viel weiter, gäbe es seitens der EU nicht Verordnungen und Vorschrif ten, die ein Hochfahren von eFuels verzögern. Es droht, wie so oft, dass wir in diesem Bereich auch die Technolo gie-Vorreiterschaft verlieren. hestand. Der Betrieb wird mit seinem Rückzug ge schlossen und nach fast neun Jahrzehnten nicht mehr weitergeführt. Für sei ne Arbeit und das 89-jährige Bestehen hat die Wirt schaftskammer Steiermark ihm und dem Unternehmen eine Ehrenurkunde verlie hen. Seit dem Jahr 2000 war Taferner zudem Mitglied im Ausschuss der Fachgruppe Energiehandel. V Fachgruppengeschäfts führer Oliver Käfer, Fach gruppenobmann Jürgen Roth, Klaus Taferner und Regionalstellenleiter Viktor Larissegger (v.l.)

dem Verkauf von Kohlen in der Mariatrosterstraße den Grundstein für die Firma Taferner gelegt. Als Kriegs witwe hat Auguste den Be trieb ab 1943 alleine geführt, bis ihr Bruder Friedrich Ta ferner 1966 übernahm. 1971 kam Heizöl ins Sortiment, 1988 übergab er an seinen Sohn Klaus. Mit 23 Jahren wurde dieser Firmenchef und baute das Angebot um Holz und Pellets aus. Quali tät, saubere Verbrennung und persönliche Beratung waren von Beginn an die

Abschied nach 89 Jahren

Leitlinien des Familienbe triebs. So wurde aus einem kleinen Kohlenhandel ein regional bekanntes Unter nehmen.

Nach 36 Jahren an der Spit ze geht Klaus Taferner nun in den wohlverdienten Ru

SHORT TALK

und mittlere Familienbetrie be ein großes Problem und eine finanzielle Belastung darstellt. Welche Änderungen wären besonders wichtig? Aktuell gibt es ein Gold-Pla ting seitens der Politik, die – z. B. eigentlich EU-Richtlini en widrig – zusätzliche Nachhaltigkeitsnachweise für HVO verlangt. Eine sinn lose Schikane, die unnötige Bürokratie erzeugt und die Erfolgsgeschichte HVO, ein Kraftstoff aus Abfällen der bis zu 90% CO 2 einspart, blockiert. Es ist uns in kür zester Zeit gelungen mit HVO mehr CO 2 einzusparen als mit der E-Mobilität. Wie beeinflussen Steuern und Abgaben die Wettbewerbsfä higkeit der Energiehändler? Der Wettbewerb im Energie

handel funktioniert. Bei den Nettopreisen für Diesel, Ben zin und Heizöl sind wir meis ten unter den drei billigsten Ländern Europas mit richti gen wettbewerbsfähigen Prei sen. Kommen die Steuern, wie MÖSt, CO 2 -Steuer und USt dazu, sind wir nur mehr im vorderen Drittel der EU- Preise, was die Wettbewerbs fähigkeit unserer Unterneh men und die Kaufkraft der Bevölkerung schwächt. Wie stehen Sie zum Thema Verbrenner-Verbot? Wir vertreten immer einen technologieoffenen Ansatz. Nicht der Verbrenner-Motor ist das Problem, sondern der Brenn- bzw. Kraftstoff. Wenn dieser weniger CO 2 verbrennt, dann ist das ein wichtiger Mosaikstein in der Klimawende, mehrere Pfer de ziehen die Kutsche für

Wie bewerten Sie die gesetz lichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Energiehandel in Österreich? Die Energiehändler haben momentan mit vielen Verord nungen und drohenden Ver boten von der EU zu kämp fen. Zertifikate, Reports, Nachweise, Meldungen blo ckieren das tägliche Ge schäft dermaßen, dass viele Unternehmen zusätzliches Personal einsetzen müssen, um die Bürokratie zu bewäl tigen, was speziell für kleine- Zukunft der Energie

Jürgen Roth, Fachgruppen- obmann Energiehandel

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