Weekend Magazin Salzburg 2025 KW42

der Straftäter, die Bewährungshilfe bekommen, werden nicht rückfällig. 70%

Bewährungshilfe besteht aus Unterstützung, aber auch aus Konfrontation mit der Tat.

häufig lange eingeübte Mus ter und schwierige Lebens phasen als Auslöser für Straf taten. 70 Bewährungshelfer Allein in Salzburg sind rund 70 Menschen aus verschie densten Berufsgruppen als ehrenamtliche Bewährungs helfer tätig, laufend werden neue gesucht. Davon über nimmt jeder pro Jahr drei bis fünf Fälle, die bis zu drei Jah re lang betreut werden. Be währungshilfe wird gene rell bei einer bedingten Strafe oder bedingten Ent lassung aus der Haft vom Gericht verordnet. Frei willige haben es mit

Bursche aus dem Drogenmi lieu beendete das Kiffen, ab solvierte ein Anti-Ge walt-Training und struktu rierte sein Leben um. Das sind jene Fälle, die die Arbeit von Bewährungshelfern so enorm wichtig machen. Jugendliche im Fokus Statistiken zeigen, dass man am ehesten zwischen 14 und 25 Jahren straffällig wird. Ein Drittel der Klienten kommt aus dieser Altersgruppe, der Großteil davon ist männlich. Teenager befinden sich noch in der Identitätsfindungs phase, Grenzen werden ge testet, Freundesgruppen

ausforderungen, aber auch Chancen für die Bewährungs hilfe. Man kann in Verhal tensmuster und Lebenswelten noch besser eingreifen“, erläu tert Meidl-Düringer. Bei Er wachsenen wirken hingegen

ten Körperverletzungen zu tun. Schwere Delikte wie Mord oder Sexualverbrechen werden von hauptberufli chen Bewährungshelfern übernommen. Zweite Chance Die Rückfallquote wird auf etwa 30 Prozent geschätzt, rund 70 Prozent der Straftä ter, die Bewährungshilfe be kommen, begehen keine wei teren Delikte mehr. Bleibt nur noch eine Grundsatzfra ge: Hat jeder eine zweite Chance verdient? „Ja, davon bin ich überzeugt. Denn wie soll jemand lernen, sich an ders zu verhalten, wenn er oder sie keine zweite Chance bekommt“, ist Simone Meidl- Düringer überzeugt. V

prägen den Alltag. Viele waren zuvor selbst Opfer. „Das birgt viele Her-

Diebstahl, Drogen delikten und leich

„Ein einziges Mal hatte ich bei einem Klienten ein ungutes Gefühl. Das ist aber die absolute Ausnahme. Die Menschen begegnen einem mit Wertschätzung und Dankbarkeit.” Simone Meidl-Düringer über Angst vor Straftätern

FOTO: ISTOCK.COM/KATARZYNABIALASIEWICZ, FEELIMAGE/MATERN

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