Weekend Magazin Salzburg 2025 KW42

UNGS

frontiert, gemeinsam wird eruiert, wie es so weit kam und wann und wie man hätte aussteigen können. „In meh reren Terminen werden mit den Straftätern der Weg zur Tat Schritt für Schritt nach vollzogen und alternative Handlungsstrategien entwi ckelt.“ Zu Beginn trifft man sich häufiger, später seltener, bei Krisen wieder engma schig. Realität statt Idealismus „Natürlich bin auch ich mit Idealismus gestartet. Doch schon mein erster Fall hat mich auf den Boden der Tat sachen zurückgeholt“, erzählt die 47-Jährige. Ein Jugendli cher kam wegen Diebstahls zur Bewährungshilfe, später folgten Gewaltdelikte, schließlich landete er im Ge fängnis. „Ich dachte mir: Was mache ich hier eigentlich? Bin ich dafür ungeeignet?“, erinnert sich Meidl-Dürin

ger. Hart, aber wichtig sei diese Erfahrung gewesen, denn Hilfe stößt an Grenzen, wenn Menschen eigene Ent scheidungen treffen. „Profes sionalität bedeutet, diesen Raum zu respektieren und dennoch am Auftrag festzu halten.“ Die größte Heraus forderung ist, Nähe und Dis tanz im Gleichgewicht zu halten: „Mitfühlen, aber Zum Glück gibt es aber auch andere Fälle, Zweifel hatte Meidl-Düringer nach ihrem ersten Klienten nie wieder. Ein 16-Jähriger, zuerst stolz auf seine kurze Haft, tat sich lange schwer Empathie für das Opfer seiner Gewalttat zu entwickeln. Dann verän derte eine Beziehung seinen Blick. Verantwortung ent stand, Werte verschoben sich, das Gespräch über die Tat griff. Ein anderer nicht mitleiden.“ Erfolgserlebnis

Das ist stark

Anna Seidl FH-Studentin Gesundheits- und Krankenpflege Man lernt viel über sich selbst und andere Menschen.

Mein Job in Pflege und Betreuung

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