Weekend Magazin Oberösterreich Wels/Grieskirchen 2026 KW06
Revolutionäre Entdeckung: Geschichte des Kakaos muss umgeschrieben werden. Mehr auf weekend.at/ kakao-forschung
FOTO: NARONG KHUEANKAEW/ISTOCK/GETTY IMAGES
Kakao, die heilige Bohne der Götter HERAUSFORDERND. Kakao war den Maya und Azteken einst heilig. Heute machen ihm Klima wandel, Schädlingsbefall und immer größere Städte das Leben schwer. Und so könnte er wieder zum unerschwinglichen Luxus werden. Von Andreas Hamedinger
D ie Geschichte der heißen Schokolade beginnt nicht in Eu ropa, sondern rund 1.500 Jah re vor der spanischen Erobe rung Mittelamerikas. Die ers ten belegten Verwendungen von Kakao stammen von den Olmeken, einer Hochkultur in der heutigen Golfregion Me xikos. Sie gelten als die frü hesten bekannten Kakaonut zer und ebneten den Weg für
aus der Höhe. Dieses herbe, bittere Getränk war nähr stoffreich, reich an Proteinen und wurde sowohl für Zere monien als auch zur Stärkung von Kriegern und Herrschern konsumiert. Täglich 50 Becher Die Azteken übernahmen diese Kakaokultur im 14. Jahr hundert und führten sie wei ter. Sie verehrten den Kakao
die Maya, die zwischen 250 und 900 n. Chr. begannen, Kakao nicht nur zu kultivie ren, sondern auch rituell und kulinarisch zu nutzen. Herb und nährstoffreich Bei den Maya galt Kakao als heilige Pflanze, deren Bohnen so wertvoll waren, dass sie als Zahlungsmittel dienten: Ein Truthahn konnte 100 Kakao bohnen kosten, ein Sklave
1.000. Das Getränk, das sie daraus herstellten, nannten sie „xocolatl“ – was sich aus den Worten xocol (bitter) und atl (Wasser) zusammensetzt. Die Zubereitung erfolgte durch Fermentieren, Rösten und Mahlen der Bohnen, an schließend wurde das Kakao pulver mit Wasser, Maismehl, Chili oder Vanille vermischt und aufgeschäumt – meist durch mehrmaliges Eingießen
36 | WEEKEND MAGAZIN
Made with FlippingBook. PDF to flipbook with ease