Weekend Magazin Oberösterreich Großraum Linz 2026 KW19

INTERVIEW

NINA REDL-KLINGER „La g e, Lage, La g e gilt immer noch!“ WOHNEN. Die Bauträgerin und Geschäftsführerin der LEWOG spricht über fehlende Wohnungen, Kreditzinsen, gefragte Wohngegenden im Großraum Linz und gibt Tipps, wie man heute noch Eigentum schaffen kann. Von Werner Christl

letzten Jahre verwöhnt. Es hat aber auch Zeiten gegeben, da lagen wir bei fünf oder sechs Prozent. Haben Sie Tipps für alle, die eine Im mobilie in Angriff nehmen wollen? Redl-Klinger: Kredit-Angebote von ver schiedenen Banken einholen. Bestehen des Mobiliar mitnehmen, langfristig denken und sich nicht von täglichen Meldungen verunsichern lassen. Viel leicht bei manchen Dingen bewusst Pri oritäten setzen. So wird der Traum von der eigenen Wohnung Schritt für Schritt leichter Realität. Eigentum ist eine Ent scheidung für langfristige Sicherheit und Lebensqualität. V

I st beim Kauf und Verkauf einer Immobilie die Lage immer noch so entscheidend? Redl-Klinger: Ja, die Lage ist ein ganz zen traler Faktor. Damit man als Bauträger wirklich gute Grundstücke bekommt, muss man Augen und Ohren offen hal ten und Chancen nutzen. Es braucht En gagement, ein gutes Netzwerk und viel Erfahrung. Welche Gebiete in und um Linz sind derzeit gefragt? Redl-Klinger: Ein Beispiel ist Leonding, und das sage ich nicht nur, weil ich hier aufgewachsen bin. Insgesamt zeigt sich, dass Linz sowie das direkte Umland, etwa Leonding, Urfahr, Traun und Pasching, sehr attraktive Wohnlagen sind. Entschei dend ist dabei weniger die einzelne Ge meinde als vielmehr die Qualität der Infra struktur, die gute Anbindung und die Le bensqualität vor Ort. Angeblich steuern wir auf eine Woh nungsknappheit zu, stimmt das? Redl-Klinger: Das stimmt leider. In den letzten Jahren wurde weniger gebaut, gleichzeitig bleibt der Wunsch, Eigentum zu schaffen. Bei gut gelegenen Grundstü cken und hochwertigen Projekten ist je doch nicht davon auszugehen, dass die Preise fallen. Die wirtschaftlichen Rah menbedingungen und internationalen Entwicklungen sorgen derzeit zwar für etwas Zurückhaltung, dennoch passt sich der Markt laufend an. Wer sich mit dem Thema Eigentum beschäftigt, sollte daher nicht auf mögliche Preisrückgänge warten, sondern die aktuelle Marktpha se bewusst nutzen.

„Man sollte in etwa 20 Prozent Eigenkapital haben, um den Kauf ei ner Eigentumswohnung oder eines Hauses realisieren zu können!“ Nina Redl-Klinger Ist es für Sie als Bauträger, vergli chen mit früher, komplizierter ge worden, ein Projekt zu realisieren? Redl-Klinger: Die Bürokratie hat sicher zu genommen. Es gibt immer mehr Gremien, Qualitätsbeiräte und dergleichen. Da durch dauert alles länger. Früher haben wir einen „Grund“ gekauft und innerhalb von zwei Jahren gebaut. Heute dauert es sicher drei bis fünf Jahre. Sind die Kreditzinsen von ungefähr 3,5 Prozent zu hoch? Die Vorgaben der Banken übertrieben? Redl-Klinger: Wenn man eine Immobilie kauft, ist ein Eigenmittelanteil von rund 20 Prozent sinnvoll. Insofern ist diese Vorgabe der Banken gut nachvollzieh bar. Bei den Kreditzinsen waren wir durch die sehr niedrigen Zinsen der

Zur Person. Nina Redl-Klinger ist seit 2006 Geschäftsführerin der LEWOG, die 2004 gegründet wurde. Die Leondin ger Wohnerlebnis GmbH baut vorwiegend hochwertige Immobilien. Insgesamt 1.200 Wohneinheiten wurden bisher realisiert.

FOTO: HARALD DOSTAL

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