Weekend Magazin Burgenland Neusiedl 2026 KW19

LEBENSART

GEWICHT MANAGEN. Künstliche Intelligenz verspricht maßgeschneiderte Diätpläne im Handumdrehen – sogar mittels Foto vom Teller. Was wirklich dahintersteckt und wie alltagstauglich das ist. Von Andrea Schröder Endlich SCHLANK mit KI?

Die größten Abnehm Mythen im Faktencheck: weekend.at/diaet-gewicht

E ine Diät ist eigentlich keine Hexe rei: Kalorien zählen, Essenspläne schreiben, durchhalten. Genau hier setzt auch künstliche Intelligenz (KI) an. Tools wie ChatGPT oder speziali sierte Apps können heute innerhalb von Sekunden individuelle Ernährungspläne erstellen, Einkaufslisten generieren oder Trainingseinheiten vorschlagen. Der große Vorteil: Sie passen sich flexibel an Vorlieben, Alltag und Ziele an. Woran kein Weg vorbeiführt Die Grundlage bleibt dabei ganz klas sisch. Ernährungsforscher wie Jürgen König (Universität Wien) betonen seit Jahren die zentrale Rolle von Kalorien defizit und nachhaltigen Gewohnheiten beim Abnehmen. KI verändert also nicht die Biologie, sondern die Um setzung im Alltag. Diät-Stolperfallen vermeiden So funktioniert’s: Nutzer geben typi scherweise Basisdaten wie Alter, Ge wicht, Aktivitätslevel und Ziel ein. Gute Systeme fragen zusätzlich nach Essge wohnheiten, Allergien oder Tagesabläu fen. Daraus entstehen konkrete Wo chenpläne mit einfachen Gerichten,

Portionsgrößen und Snack-Alternativen. Besonders hilfreich: KI kann Strategien für schwierige Situationen liefern, etwa Restaurantbesuche oder Heißhunger am Abend. Ein neuer Trend geht noch einen Schritt weiter: Abnehmen per Foto. Statt Kalorien mühsam einzutragen, fotogra fieren Nutzer einfach ihre Mahlzeiten. Die KI erkennt Lebensmittel, schätzt Portionsgrößen und berechnet Nähr werte automatisch. Ganz exakt ist das nicht, vor allem versteckte Kalorien oder komplexe Gerichte sind schwer zu erfas sen. Der Vorteil liegt trotzdem auf der Hand: Die Hemmschwelle, das eigene Essverhalten überhaupt zu dokumentie ren, sinkt deutlich. Zeig deinen Teller Das Coaching hört hier nicht auf: Die KI kommentiert den eigenen Teller so gar. Eine Pasta-Portion wird etwa so analysiert: „Die Menge wirkt relativ groß, du könntest sie etwas reduzieren und mehr Gemüse ergänzen.“ Statt all gemeiner Tipps gibt es also konkrete Vorschläge, die direkt im Alltag umsetz bar sind. Bei einem üppigen Salat heißt es: „Gute Basis, aber durch Käse, Nüsse und Dressing kalorienreich. Hier könn

70 % der Österreicher greifen zumindest gelegentlich auf Dienste mit künstlicher Intelligenz zurück. (Quelle: Handelsverband).

22 | WEEKEND MAGAZIN

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