Weekend Family Business Wien 2026 KW16

MANAGEMENT

konzentriert, der Kochtopf war daher nur ein Randprodukt. Das sollte sich 2001 ändern, als die Firma Riess Kelo mat übernimmt und rund um die Mar ke ein breites Küchensortiment auf baut. Damit finden die letzten beiden österreichischen Kochgeschirr-Marken unter einem Dach zusammen. „Kelomat ist weltberühmt in Österreich.“ Mit dem Kerngeschäft Emaille steht man an der Kapazitätsgrenze. Die Handelsmarke Kelomat, deren Produkte im Hause Riess designt und entwickelt werden, ermög licht weiterhin starkes Wachstum. Fast zu gut Designt werden auch neue Produkte, etwa für Kinder. „Gemeinsam mit einer Kundin haben wir dazu eine eigene Serie entwickelt.“ Dabei geht es nicht um den Zeitgeist. „Wir brauchen eine gewisse Konsistenz, denn unsere Produkte müs sen länger halten als ein Hype, obwohl wir schon längst Lifestyle sind“, so Rieß. Die Produktion der Werkzeuge kostet eben viel Geld, daher muss sich eine Serie über einen mehrjährigen Zyklus rechnen. Riess-Produkte konterkarieren ohnehin die Wegwerfgesellschaft, denn man denkt von Generation zu Generation. So wer den Riess-Töpfe nicht selten sogar ver erbt. „Aus kaufmännischer Sicht muss man sagen, dass unsere Produkte fast zu gut sind, da sie so lange halten“, schmun zelt Schmidel. Nachhaltigkeit ist eben Family Business – und das seit 1690. n

etwa zweimal den Red Dot Design Award für die ‚Aromapots‘- und die ‚Serve+Store by dottings‘-Serie.“ Das kommt an – welt weit. Riess liefert in 36 Länder und konn te erst kürzlich wieder einen Großauf trag in Südkorea verbuchen. „Für Asien haben wir eigene Dekore, die wir nur für sie produzieren. Da braucht es ganz viel Edelweiß“, schmunzelt Schmidel. Auch am US-Markt war man lange gut unter wegs. „Doch wir sind ein Stahlprodukt, sprich, wir zahlen sehr hohe Zölle und diese Kosten lassen sich nicht darstellen.“ Kann nicht jeder Die Produktion von Emaille-Geschirr ist komplex, daher kann sich Riess auch international seit mehr als einem Jahr hundert am Markt halten. Die 130 Mit arbeiter bringen das spezifische Know how mit, mit dem man aus Stahl und Glas einen Kochtopf für Jahrzehnte fer tigt. „Wir sind eine Manufaktur. Wir haben die richtigen Maschinen und die Menschen, die sie bedienen können. Es könnte jeder eine ganz neue Fabrik auf die grüne Wiese stellen und doch kein Emaille-Geschirr produzieren, weil das

Formen, teilweise auf die 1950er zurückgehend, sind im Programm. Dazu alle erdenklichen Farben. 300

spezielle Know-how fehlt.“ Unter Hochdruck

Know-how, das 1948 auch die Firma Gruber & Kaja in Steyr hatte, als man eher „unabsichtlich“ den Kelomat erfand. Das Unternehmen für Alu-Druckguss hatte sich auf die Automotive Industrie

„Riesen und Zwerge“ heißt die klassische Linie mit Bezug auf die Formensprache der 1950er. Vor acht Jahren hat man die Linie redesignt, weil die Nachfrage in der Gastronomie explodiert.

FOTOS: RIESS KELOMAT

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