Weekend Family Business Wien 2026 KW16
MANAGEMENT
E
Eine brillante Idee, ein Laptop, ein paar Monate im Coworking-Space – und schon entsteht das nächste Milliarden unternehmen. Das häufige Klischee von Startup-Gründungen könnte von der Realität nicht entfernter sein. Wie es tatsächlich um den typischen Entre preneur steht, brachte der britische Jour nalist Gene Marks 2021 in einem Arti kel im „Guardian“ auf den Punkt. Seine Conclusio über den Zusammenhang von Familie und Startups verwendete er gleich als Titel: „Entrepreneurs are great, but it’s mom and dad who gave them their start“. Marks zerstörte damit den Mythos des Selfmade-Gründers, der sich hartnäckig hält und der für viele nach wie vor Gründungsantrieb ist. Hinter„gründige“ Startups Die heutigen „Tech-Bros“ etwa stammen nicht aus mittellosen Familien, sondern fast alle aus wohlhabenden Elternhäusern. Sie besuchten Elite-Universitäten und keiner von ihnen wurde „vom Teller wäscher zum Entrepreneur“. Die Rede ist auch oft vom „Safety Net Effect“. Wer etwa seine wohlhabenden Eltern als erste Investoren hat, der fällt bei einem eventuellen Scheitern eben wei cher. Und es sind meist die Eltern, die als Erste in die Ideen des Nachwuchses investieren. Jeff Bezos bekam von seinen Eltern 245.573 US-Dollar Startkapital – gut angelegtes Geld. Auch Mark Zucker
berg und Elon Musk bekamen Finanz spritzen von ihren Vätern, ebenso wie Nike-Gründer Phil Knight. Sein Vater, ein Zeitungsverleger, griff dem Filius ebenfalls unter die Arme. Familie zählt – und zahlt Doch es ist nicht nur das schnöde
werkstatt. Der alte Herr von Tadashi Yanai, Gründer von Uniqlo – einer der größten Bekleidungsfirmen Asiens –, betrieb einen kleinen Herrenausstatter. Und dass Phoebe Gates ihre KI-gestütz te Plattform für Mode-Shopping – „Phia“ – launchte, liegt wohl auch nicht zuletzt an ihrer Herkunft. In dieses Sche ma passt auch die Geschichte von GoPro-Gründer Nick Woodman. Er wuchs im Hotspot schlechthin auf – in der San Francisco Bay Area. Und er stammt aus einem reichen Eltern haus – sein Vater war Investment
Geld, sondern vor allem die Vor bildwirkung, die entscheidend ist. Beispiele gefällig? Der Vater von Diego Della Valle, Grün der der italienischen Luxusmarke „Tod’s“, hatte einst eine Schuster
banker und gründete sogar eine eigene Bank. Doch Nick scheiterte zweimal – und zwar komplett. Beide Male verloren die Eltern Geld, doch beim dritten Mal – Wood man erhielt weite re 30.000 US-Dollar
David Mayer-Heinisch gründete den digita len Vermögensver walter „froots“. Sein Vater, Stephan Mayer Heinisch, ist ehemali ger Top-Manager und Präsident des Handels verbands Österreich.
FOTOS: OBEN: APA-IMAGES/AFP/MOLLY RILEY, FREISTELLER: FROOTS
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