Weekend Family Business Wien 2026 KW16

WIRTSCHAFT

Als österreichischer Maschinenbauer müssen wir global agieren, um inter national wettbewerbs fähig zu bleiben.

Indien – massive Investitionen in Infrastruktur, Bau und Logistik schaffen die Grundlage für weiteres industrielles Wachstum.

HARALD NEUMÜLLER CSO Starlinger & Co

Produktion können wir das abfedern und gleichzeitig die Abnahme von in Öster reich gefertigten Anlagen sichern.“ Das Werk firmiert als STP Machinery India und wurde Anfang Februar 2026 offiziell eröffnet, nachdem bereits im August 2025 die erste Anlage fertiggestellt worden war. Ein dynamischer, aber auch volatiler Markt Produziert werden Extrusionsanlagen für Polypropylen-Bändchen, die in weiterer Folge zu gewebten Kunststoffsäcken ver

lokalen Markt ausgerichtet: „Wir produ zieren ausschließlich für Indien.“ Gleich zeitig übernimmt der Standort zusätz liche Funktionen innerhalb der Region. Das Werk dient auch als Service- und Ersatzteil-Hub, um Kunden schneller unterstützen zu können. „Unsere Kunden schätzen die rasche Verfügbarkeit und unsere gut geschulten indischen Techni ker sehr“, so Neumüller. Ein Teil dieser Techniker wird in Österreich ausgebildet und ist auch bei internationalen Projek ten im Einsatz. Damit entwickelt sich der Standort zunehmend zu einem integra len Bestandteil des globalen Netzwerks. Auch bei Starlinger spielt Lokalisierung eine zentrale Rolle. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 30 Mitarbeitende am Standort und arbeitet teilweise mit loka len Zulieferern zusammen, sofern diese die Qualitätsstandards erfüllen. Ein Groß teil der Anlagenkomponenten wird bereits vor Ort produziert. Vorteile sieht das Unternehmen vor allem bei den gerin geren Kosten im Bereich Personal und Beschaffung. Gleichzeitig bestehen Her ausforderungen, insbesondere durch lange Logistikketten. Die Marktentwicklung in Indien wird von beiden Unternehmen als dynamisch, aber auch volatil beschrieben. „Die Märkte weltweit sind derzeit sehr volatil“, sagt Neumüller. Unsicherheiten durch Zölle, politische Entwicklungen und Wechselkursschwankungen erfor dern eine hohe Flexibilität. n

eintritt anspruchsvoll. „Zu den Heraus forderungen zählen regulatorische Anfor derungen, administrative Prozesse und komplexe Lieferketten“, so Susanek. Die langjährige Präsenz im Land helfe jedoch, diese Rahmenbedingungen bes ser zu verstehen und einzuordnen. Auch das Unternehmen Starlinger verfolgt eine klar lokalisierte Strategie. Der Wiener Maschinenbauer ist seit Jahrzehnten im Indien-Geschäft tätig und hat nun mit dem Werk in Ahmedabad einen weiteren Schritt gesetzt. „Im globalen wirtschaft

Der Markteintritt war für uns ein logischer Schritt: Indien zählt zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften und investiert massiv in die Infrastruktur.

ALEXANDER SUSANEK COO Palfinger

lichen Kontext ist Indien ein sehr wichti ger Markt“, sagt CSO Harald Neumüller. Hintergrund ist vor allem der steigende Wettbewerbsdruck. „Die Konkurrenz in Indien und den Nachbarländern hat zur Aufholjagd angesetzt. Da die Fertigungs kosten niedriger sind als in Österreich, kommt man als Anlagenbauer unter Druck.“ Mit einer eigenen Produktions stätte reagiert das Unternehmen gezielt auf diese Entwicklung. „Mit einer eigenen

arbeitet werden. Diese kommen insbe sondere bei trockenen Schüttgütern wie Zement oder in der Lebensmittelindus trie zum Einsatz. Die Technologie basiert auf österreichischem Know-how, wird jedoch an die spezifischen Produktions bedingungen in Indien angepasst. „Durch angepasste Prozessparameter und lokale Produktion erreichen wir ein optimier tes Preis-Leistungs-Verhältnis“, erklärt Neumüller. Die Strategie ist klar auf den

FOTOS: ZITAT 1: PALFINGER. ZITAT 2: STARLINGER. OBEN: ISTOCK.COM/ LAMONTAK590623

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