Weekend Family Business Burgenland/Niederösterreich 2026 KW38
DAS MAGAZIN FÜR FAMILIEN-UNTERNEHMEN
3 2026
BURGENLAND
MICHAEL MACH
ERWIN RUDOLF MACH
ERWIN MACH GUMMITECHNIK. IN HIRM ERFAHREN SIE, WAS MAN ALLES AUS ELASTOMEREN HERSTELLEN KANN – 100% MADE IN AUSTRIA EINE WELT AUS GUMMI
EDLER GLANZ DAS ZERBRECHLICHE BUSINESS DER WEINGLAS-ELITE
EXIT-TREND WARUM IMMER MEHR EIGENTÜMERFAMILIEN EINEN KÄUFER FÜR IHRE UNTERNEHMEN SUCHEN
Höhenflug Vom Familienbetrieb zum Milliardenkonzern namens DO & CO
EDELMETALL GOLD LIEGT
FRAUENPOWER SCHON MIT 25 JAHREN CHEFIN
SICHERHEIT KAMPF GEGEN CYBERCRIME
IN DER FAMILIE
WALTER HELL-HÖFLINGER
KLARA REISINGER
MARTIN RESEL
ÖSTERREICHISCHE POST AG, RM 13A039825 K, 7210 MATTERSBURG
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EDITORIAL
200 Millionen für die Superreichen – ein politisches Märchen!
M
an ist derartige Aussagen eigentlich nur vom amerika nischen Präsidenten gewohnt: Man nehme ein paar Fakten,
wenn sie medizinisch notwendig sind – etwa eine Lidstraffung, wenn das Gesichts feld dadurch erheblich eingeschränkt ist. 3. Private Krankenanstalten sind darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil der österrei chischen Gesundheitsversorgung. Jede Ope ration, die dort durchgeführt wird, entlastet die öffentlichen Spitäler und schafft zusätz liche Kapazitäten für Patientinnen und Pati
Auch andere Forderungen, allen voran die immer wieder propagierte „Reichensteu er“, folgen allzu oft demselben Muster: Statt mit konkreten Reformen für mehr Leistung und nachhaltige Verbesserungen in unse rem Land zu sorgen, wird ein gesellschaft liches Feindbild aufgebaut. Nicht Leistung soll sich lohnen, sondern Neid und Miss gunst werden politisch instrumentalisiert. Aber was tut man im Sommerloch nicht alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen und gleichzeitig von den tatsächlichen Pro blemen dieses Landes abzulenken? Vielleicht bekommt die SPÖ dafür aller dings gerade ihre eigene Rechnung präsen tiert. Eine im August veröffentlichte Umfra ge sieht die Sozialdemokratie nur noch bei 15 Prozent – einem historischen Tiefstand. Wenn auch Sie derartige fragwürdige „Ideen“ nicht länger tatenlos hinnehmen möchten, dann möchte ich Sie einladen, sich der über parteilichen Interessenvertretung der Fami lienbetriebe „Initiative Österreich 2040“ anzuschließen. Knapp 400 Unternehmen, die über 6 Mrd. EURO mit 23.000 Mitar beitern erwirtschaften, unterstützen schon die Bestrebungen, die wirtschaftlichen Rah menbedingungen in unserem Land zu ver bessern. Mehr dazu finden Sie unter: www.initiativeoesterreich2040.at
reichere sie mit unwahren Behauptungen an und präsentiere der Öffentlichkeit anschlie ßend eine vermeintlich sensationelle Idee – Hauptsache, sie sorgt für Aufmerksamkeit. Offensichtlich eifert unser Vizekanzler And reas Babler nun in dieser Disziplin Donald Trump nach. Seine neueste Idee: Die rund 200 Milli onen Euro, die über den Privatkranken anstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF) für Leistungen privater Krankenanstalten zur Verfügung stehen, sollen künftig lieber ins öffentliche Gesundheitssystem fließen. Damit, so die Botschaft, könne man dann auch die „Schicki-Micki-Operationen der Superreichen“ verhindern. Aber offensichtlich nimmt es Vizekanzler Babler mit den Fakten nicht so genau und verschweigt Folgendes: 1. Patienten mit gesetzlicher Krankenversi cherung können sich in privaten Kranken häusern behandeln lassen. Erstattet wer den dabei jedoch grundsätzlich nur jene Kosten, die auch für eine entsprechende Behandlung in einem öffentlichen Kran kenhaus übernommen würden. 2. Die Mittel des PRIKRAF sind nicht für irgendwelche Luxusbehandlun gen vorgesehen, sondern für Leistun gen, die grundsätzlich auch im öffentli chen Gesundheitssystem erbracht werden. Schönheitsoperationen werden von der Sozialversicherung nur dann übernommen,
enten. Gerade angesichts der ohnehin lan gen Wartezeiten im öffentlichen System ist es schwer nachvollziehbar, warum man die se Kapazitäten politisch schlechtreden oder sogar zurückdrängen möchte. Wer so argumentiert, schürt bewusst Res sentiments und stellt Menschen, die sich eine private Gesundheitsversorgung leisten kön nen, pauschal als Profiteure auf Kosten der Allgemeinheit dar. Das ist populistisch – und für einen Vizekanzler schlicht unwürdig.
CHRISTIAN LENGAUER Geschäftsführender Gesellschafter & Herausgeber geschaeftsleitung@weekend.at
Impressum: Medieninhaber: Weekend Magazin Burgenland GmbH, Hauptstraße 33, 7210 Mattersburg, Tel.: +43 2626 636 16, E-Mail: burgenland@weekend.at. Redaktion Burgenland: Hauptstraße 33, 7210 Mattersburg, Tel.: +43 2626 636 16, E-Mail: burgenland@weekend.at. Redaktion Oberösterreich: Zamenhofstraße 9, 4020 Linz, Tel.: +43 50 6964-4444, E-Mail: re daktionooe@weekend.at. Redaktion Salzburg: Rottweg 66, 5020 Salzburg, Tel.: +43 50 6964-5555, E-Mail: redaktion.salzburg@weekend.at. Redaktion Tirol: Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel.: +43 512 353 888-0, E-Mail: redaktiontirol@weekend.at. Redaktion Vorarlberg: Tel.: +43 676 896 848 07, E-Mail: s.dueringer@weekend.at. Redaktion Wien/Niederösterreich: Gumpendorfer Straße 19, 1060 Wien, Tel.: +43 50 6964-2100, E-Mail: redaktionwien@weekend.at. Redaktion Steiermark: Elisabethstraße 5/2, 8010 Graz, Tel.: +43 50 6964-8001, E Mail: redaktion.stmk@weekend.at. Redaktion Kärnten: Völkermarkter Ring 1, 9020 Klagenfurt, Tel. +43 50 6964-9777, E-Mail: redaktionktn@weekend.at. Herausgeber: Christian Lengau er (MBA), Zamenhofstraße 9, 4020 Linz. Geschäftsführung Burgenland: Markus Koller, MSc, Mag. Manfred Vasik. Chefredaktion Österreich: Werner Christl. Vertrieb: Österr. Post AG. Druck: Radin print d.o.o., 10431 Sveta Nedelja, Kroatien. Im redaktionellen Teil stehende entgeltliche Veröffentlichungen sind mit ANZEIGE gekennzeichnet. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos sowie Satz- und Druckfehler übernehmen wir keine Haftung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Derzeit gilt Preisliste 2026. Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.weekend.at abgerufen werden. Haben Sie einen Fehler in einem Artikel gefunden? Schicken Sie uns bitte Ihr Feedback unter www.weekend.at/verlag/artikel-feedback n
FOTO: SABINE STARMAYR COVERFOTOS: GROSS: FRIEDRICH JANSENBERGER FOTOGRAFIE, EDELMETALL: MIKA-NIKOLAS MAHRINGER, FRAUENPOWER: ANREI, SICHERHEIT: RENÉE DEL MISSIER
FAMILY BUSINESS IST EIN PRODUKT IM
MEDIAHOUSE
Fragile Weltmacht Mundgeblasene Weingläser aus Österreich sind begehrt. Doch es gibt Zoff im Glashaus. COVERSTORY 06
INHALT
16
WIRTSCHAFT
FINANZEN
16
Ein Leben für die Reben Was der Industrielle Wolfgang Hochreiter mit dem legendären Weingut Anton Bauer vorhat. Suche nach dem Exit Warum die Erbengeneration einen wenig dynastischen Zugang zum Familienunter- nehmen ihrer Eltern hat.
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Catering-Überflieger Was ein nörgelnder Stammgast namens Niki mit dem Wachstum von DO & CO zu tun hat. Fürstentum im Steuer-Check Monaco als Wohnadresse klingt verlockend. Ein Experte klärt über die Irrtümer auf und warnt vor fiskalischen Fallen.
22
36
MANAGEMENT
40
Tradition als Geheimwaffe Warum gerade Familienbetriebe von ihrer Geschichte im Marke ting profitieren können.
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32
FOTOS: GROSS: ZALTO GLAS, KLEIN: ANTON BAUER, FREISTELLER: APA-IMAGES/KURIER/FRANZ GRUBER, JÄGERMEISTER: RUSLAN LYTVYN/SHUTTERSTOCK
4 | FAMILY BUSINESS | 3/2026
Kurt Josef Zaltos Handwerkstradition reicht sechs Generationen zurück – doch mit der Zalto Glas GmbH und ihrer „Denk’Art“- Serie verbindet ihn nach dem Bruch im Jahr 2009 nur noch der Name.
6 | FAMILY BUSINESS | 3/2026 WIRTSCHAFT
VORSICHT, ZERBRECHLICH! Glasmacherkunst. Der Waldviertler Glasbläser Kurt Josef Zalto tüftelte an der Seite eines Pfarrers am göttlichen Weinglas – als plötzlich alles zerbrach! Und er die Rechte an einem Produkt verlor, an dem sein Namen haftet. Verliert man dadurch auch ein Stück seiner selbst? Und: Wie tickt diese hochsensible Luxus-Branche?
| TEXT: DAVID PESENDORFER |
FOTOS: JOSEPHINENHÜTTE , ZALTO GLAS
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WIRTSCHAFT
Kurt Joseph Zalto, gehüllt in existenzialis tisches Schwarz, hält seine jüngste Kreation „Josephine“ prüfend gegen das Licht – wie in einem Bühnenstück von Shakespeare.
E
einen Großteil meines Lebens mit der Frage verbracht, wie ein Glas beschaffen sein muss, damit es dem Wein wirklich die Bühne überlässt“, sagt Zalto zu FAMILY BUSINESS. „Der entscheidende Schritt war für mich, alles zu reduzieren, was zwi schen dem Wein und unseren Sin nen steht: zu viel Material, unnöti ges Gewicht, optische Unruhe oder Formen, die sich selbst wichtiger nehmen als der Inhalt.“ Im Kos mos der außergewöhnlichen Glas bläser unterwirft sich die Form dem Geruchs- und Geschmackssinn – muss aber zur optischen Abrun dung dennoch gute Figur machen. Nicht umsonst trägt Kurt Josefs jüngste Serie einen Frauennamen – „Josephine“ – und soll zudem die Trinkkultur auf neuen „Fuß“ und „Stiel“ stellen, wie der Glasbläser sagt. Wieder einmal. Globales Luxusgeschäft Denn begonnen hat alles schon viel früher, in Kufstein bei der Familie Riedel. Schon Claus J. Riedel über höhte in den 1970er -Jahren das gemeine Weinglas – indem er es diversifizierte: Riesling, Pinot Noir oder Bordeaux, jedem edlen Trop fen sein eigenes, noch edleres Glas. Mittlerweile ist daraus ein globa les Luxusgeschäft geworden. Rie del setzt jährlich an die 400 Milli onen Euro um, rund 50 Millionen
maschinell gefertigte Gläser pro Jahr verlassen den Betrieb, die Marken „Nachtmann“ und „Spie gelau“ gehören neben der Manu faktursparte ebenso zum Kon zern. Und Frontmann Maximilian Riedel ist so etwas wie der Glas Glam in Person: „Für einen Nagel brauchst du einen Hammer, für Wein ein Riedel-Glas“, zitiert ihn der „New Yorker“. Als Zalto sei ne erste Glut schürte, waren Rie del-Gläser bereits State of the Art. Die göttliche Nase Dass Kurt Josef Zalto, Jahrgang 1961, aus Alt-Nagelberg, Gemeinde Brand-Nagelberg, Bezirk Gmünd, überhaupt zum Herausforderer des Weltmarktführers werden konnte, verdankt er zumindest indirekt dem lieben Gott: namentlich dem katho lischen Pfarrer Hans Denk aus Alb rechtsberg im südlichen Waldvier tel, der sich über Jahrzehnte hinweg zu einer der schillerndsten Figuren der Wein-Adabei-Szene entwickelt hatte. „Der Wein symbolisiert den göttlichen Anteil am liturgischen Geschehen“, predigte Denk. Kern botschaft seines Credos: „Wein ist nicht nur Getränk, sondern Mys terium des Lebens.“ Und der volks tümliche Wein-Missionar – die Gruppenfotos mit den Winzerkö niginnen füllen Archive – wollte nichts lieber, als für dieses Mysteri
Ein Standbild wie aus einem Büh nendrama: Der Held ist in exis tenzialistisches Schwarz gewandet, sein Blick fixiert ein Rotweinglas mit sanft nach innen gezogenem Schwung im unteren Bereich des Kelchs. Das ist die sogenannte Taille – sie beeinflusst die Weinströmung beim Schwenken, Aromen werden freigesetzt und konzentriert. Die Wölbung erzeugt aber auch Licht brechungen und lässt das flüssige Rot so lebendiger wirken. Zudem wird es gezielter an die zartesten Zonen der Zunge gespült. Willkom men in der bizarren Wunderwelt der Premium-Weingläser, irgend wo zwischen perfektionsgetrieben und verklärt. Das Glas als Bühne Der Mann im Zentrum dieser dunklen fotografischen Inszenie rung heißt Kurt Josef Zalto und stellt sein Wirken, wie unschwer zu erkennen ist, in den Dienst einer bedeutsamen Mission: „Ich habe
Als ich das Unternehmen verließ, blieben neben meinen Gesellschafts anteilen auch die eingebrachten
Marken- und Designrechte zurück.
KURT JOSEF ZALTO bedauert heute seine Entscheidung und steht im Rechtsstreit.
FOTO: JOSEPHINENHÜTTE
8 | FAMILY BUSINESS | 3/2026
WIRTSCHAFT
Zalto mortale Der eigentliche Bruch zwischen Zalto und dem Glas, das seinen Namen trägt, entstand so: Als die Nachfrage nach den neuen „Denk’Art“-Gläsern explodier te, geriet auch das Unternehmen unter Druck. Produktionsprobleme, Kapital bedarf, Wachstum – aus der handwerk lichen Success-Story wurde ein Fall für krisenfeste Betriebswirte. Und so hol te Glaskönig Kurt Josef vom Waldviertel, der übrigens von venezianischen Glasblä sern abstammt, im Jahr 2006 Investoren ins Unternehmen: Martin Hinterleitner und Josef Karner kamen aus der Schlum berger-Welt, sie wussten genau, wie man Unternehmen am Prickeln hält. Und Zal to war der Mann für die Entwürfe und mit dem Namen, der bald weltbekannt werden sollte. „Wir gründeten ein Unter nehmen, in das ich Design- und Marken rechte einbrachte. Rückblickend war das eine Entscheidung, die ich sehr bedau re“, sagt Kurt Josef Zalto heute. Denn drei Jahre nach dem ersten Prost folgte ein Scherbengericht: Zalto, der Mann, schied aus Zalto, der Firma, aus und erhielt im Rahmen eines Vergleichs 80.000 Euro. Nur: „Als ich das Unternehmen verließ, blieben neben meinen Gesellschaftsan teilen auch die eingebrachten Marken- und Designrechte zurück“, rekapituliert er. Und dann der zentrale Satz: „Daraus
um ein Glas zu entwickeln … eines, das es sammle und entfalte, ihm so bedingungs los diene wie er selbst seinem Herrn. Kur zes Amen und samtig langer Abgang. Wer hat‘s erfunden? Das Joint Venture zwischen Hans, dem Gottesmann, und Kurt, dem Glasbläser, begann 2002. Zalto brachte bereitwillig sei ne Entwürfe ein, Hochwürden testete und probierte selbstlos. So entstand Stück für Stück „Zalto Denk’Art“, die Glas-Serie, vor der selbst die schimmernden Riedels den Tirolerhut zogen. Zu Recht, denn Denk und Zalto ließen sich bei der Proportio nierung ihrer Gläser sogar von den „kos mischen Erdwinkeln“ inspirieren – jenem 24., 48. und 72.Grad, die sich aus der Nei gung der Erdachse ableiten. Doch selbst das ist eine Frage des Blickwinkels, denn die heutige Zalto Glas GmbH erzählt die selbe Geschichte anders. Geschäftsführer Christoph Hinterleitner vertritt die Auf fassung, Denk allein sei der geistige Vater der himmlischen Glasform gewesen. Auf Anfrage von FAMILY BUSINESS, in der er sich zur Sache an sich nicht äußern will, bestätigt Hinterleitner jedoch, dass da ein Tonband mit Denks Stimme existiere, auf dem dieser eine Satz falle: „Der Zalto hat das Wenigste dazu beigetragen.“ Doch der trinkfeste Pfarrer ist längst verewigt und wird so posthum zu einer Art Kronzeuge.
habe ich gelernt, wie wichtig es ist, kreati ve Arbeit, persönliche Identität und unter nehmerische Strukturen sehr klar vonei nander zu trennen.“ Glasklar in diesem Fall. Denn Kurt Josef Zalto gab nicht nur eine Firma auf. Er verlor die wirtschaftli che Kontrolle über den eigenen Namen – denn der war nun Teil jener Marke, jenes Unternehmens, das er verlassen hat te. 2019 begann er noch einmal von vor ne, bastelte aus den Scherben seines Ver mächtnisses als Designer und Mitinhaber der Münchner Josephinenhütte eine neue Karriere samt neuen Gläsern – die er, der alleinige Schöpfer, jedoch zu Beginn leicht fertig mit „Zalto“ benamst hatte. Nun gut, laut Geburtsurkunde und Reisepass heißt er nun mal so, könnte man sagen. Doch auch die Marke, an der er keine Rechte mehr hat, heißt so. Wer „Zalto Glas“ goo gelte, landete im Rausch der Algorithmen öfter als erlaubt bei der Josephinenhüt te – für die neuen Zalto-Hausherren mit ihrer Jahresproduktion von 500.000 Glä sern war das ein geschäftsschädigender Affront. Und so entschied letztendlich ein Scherbengericht: Kurt Josef Zalto darf einem Glas, das er eigenhändig herstellt, zwar seinen Namen als Kreator beifügen. Ganz einfach nach sich selbst benennen darf er es aber nicht. Und so trägt sei ne „Josephine“ – das Glas mit der sanft geschwungenen Taille – offiziell auch keinen echten Familiennamen, sondern ist, nur ganz nebenbei und beiläufig, mit „designed by Kurt Josef Zalto“ gekenn zeichnet. Weinpfarrer, schau oba! n Pfarrer Hans Denk (†76) aus Albrechtsberg im südlichen Waldviertel gilt als kreativer Kopf und Namensgeber der weltberühmten „Denk’Art“-Glas Serie aus dem Hause Zalto.
Riedel als Marktführer und Pionier moderner Glaskultur: Geführt wird das Tiroler Unternehmen in 11. Generation von Maximilian Riedel.
FOTOS: OBEN: ZALTO GLAS. UNTEN: RIEDL
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FAMILY BUSINESS
Die Erwin Mach Gummitechnik GmbH in Hirm – seit 1965 werden hier maßgeschneiderte Gummiformartikel mit Präzision und Innovation hergestellt.
Hier dreht sich alles um Gummi
EM Gummitechnik. Die beiden Brüder Erwin und Michael Mach leiten das Familienunternehmen in Hirm bereits in dritter Generation. Ihr Anspruch ist klar: höchste Qualität und 100% Made in Austria – von der Prototypenfertigung bis hin zur Serienproduktion.
| TEXT: MANFRED VASIK |
FOTOS: FRIEDRICH JANSENBERGER FOTOGRAFIE
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MICHAEL MACH Geschäftsführender Gesellschafter EM Gummitechnik
ERWIN RUDOLF MACH Geschäftsführender Gesellschafter EM Gummitechnik
Wir sind kein bil liger Lieferant, aber langfristig ein günstiger, weil wir dem Kunden Arbeit abnehmen, pünktlich und in passender Qua lität liefern und jederzeit auch für Schnellschüsse bereit sind.
ERWIN UND MICHAEL MACH Geschäftsführende Gesellschafter Erwin Mach Gummitechnik GmbH
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FAMILY BUSINESS
Das Einsatzgebiet der von der EM Gummitechnik GmbH hergestellten Produkte ist extrem weit gestreut.
W Woran denken Sie, wenn Sie die Begriffe Gummi, Silikon oder Elas tomere hören? Wahrscheinlich sind es Autoreifen, Luftballons, Kondo me oder ganz klassisch Gummi ringerl. Alles korrekt, betritt man jedoch die Erwin Mach Gum mitechnik GmbH in Hirm, wird schnell klar, dass das Gummiuniver sum wesentlich vielfältiger ist. Die ser Eindruck verfestigt sich rasch, wenn man mit Michael und Erwin Mach bei einem Firmenrundgang ins Gespräch kommt. Die beiden ZU DEN PERSONEN Zielstrebig Sowohl Erwin als auch Michael Mach haben das Studium der Kunststofftechnik an der Montanuniversität Leoben abgeschlossen und übernahmen 2017 die Geschäftsführung von ihrem Vater Erwin, der 2018 viel zu früh verstarb. Dem Erfolgsre zept „Bewährtes beibehalten und alles aus einer Hand anbieten“, sind die beiden Brüder bis heute stets treu geblieben. Der Erfolg bestätigt ihren Weg.
Erwin (2.v.r.) und Michael Mach (r.) leiten das Unternehmen seit 2017 und setzen auf 100% Made in Austria.
Brüder leiten das traditionsreiche Familienunternehmen gemeinsam, haben es stetig weiterentwickelt und leben das Unternehmensmotto „We shape rubber“ mit voller Leiden schaft. Dabei können sie auf über 100 hochqualifizierte Mitarbeiter zählen, die den modernen Maschi nenpark perfekt im Griff haben. Eine Ungenauigkeit von einem Tau sendstel Millimeter kann sich hier bereits verheerend auf das jewei lige Endprodukt auswirken. Insge samt stehen über 70 hochspeziali sierte Maschinen für alle möglichen und scheinbar unmöglichen Kun denwünsche zur Verfügung. Sorglospaket Innovation, Zuverlässigkeit und Serienqualität sind für Erwin und Michael Mach nicht nur Schlag worte sondern selbstverständlich. „Wir arbeiten noch mit dem Pro
dukt in der Hand und haben unser Ohr immer am Kunden“, betont Michael Mach und verweist damit nicht zuletzt auf die Möglichkeit des Unternehmens, maßgeschnei derte Lösungen anzubieten und umzusetzen. Zahlreiche renom mierte Firmen, wie beispielswei se Ottobock, Multistopper®, RBO Ing. Stöckl oder Hirsch Arm bänder schätzen die professio nelle Zusammenarbeit. In Sum me vertrauen über 4.000 Kunden – davon 80 % Stammkunden – auf die in Hirm hergestellten Tei le, die sich in allen Bereichen des Alltagslebens ebenso wiederfin den, wie in Flugzeugen, Hörgerä ten, Produkten der Zahnmedizin oder sogar bei Weltraumexpedi tionen. „Die überwiegende Mehr heit unserer Teile ist von außen im fertigen Produkt gar nicht sichtbar, aber für eine ordnungs
Viele Projekte können wir nur deshalb erfolg reich abwickeln, weil wir und unser gesamtes Team stets bereit sind, bestehende Anwendungs grenzen zu über schreiten. DIPL.-ING. MICHAEL MACH Geschäftsführender Gesellschafter Erwin Mach Gummitechnik GmbH
FOTOS: FRIEDRICH JANSENBERGER FOTOGRAFIE
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FAMILY BUSINESS
Know-how Aufgrund jahrzehntelanger Erfah rung und langjähriger Kundenbe ziehungen verfügt die EM Gum mitechnik nicht nur über exzellentes Know-how sondern auch über ein umfangreiches Formenarchiv, das alle jemals in der Produktion ein gesetzten Werkzeuge beinhaltet. Letzteres bedeutet für jeden Kun den die Sicherheit, selbst lange nach einer Erstbestellung noch Ersatz teile zu bekommen. Zu dem rie sigen „Erfahrungsschatz“ und der hohen Verlässlichkeit kommt die hervorragend eingespielte Zusam menarbeit von Werkzeugbau, Materialvorbereitung und Anwen dungstechnik sowie die absolute Bereitschaft, bisher übliche Anwen dungsgrenzen zu überschreiten. Produktvielfalt Um einen kleinen Eindruck von den unterschiedlichen Dimensio
gemäße Funktion absolut unver zichtbar“, erläutert Erwin Mach. Zwar ist die Elastomerverarbei tung das Kerngeschäft der Erwin Mach Gummitechnik GmbH, aber der gesamte Leistungska talog umfasst viel mehr: Werk zeugbau, Mischungsentwicklung, spezifische Qualitätssicherung sowie Konfektionierung und Ver packung – ein Sorglospaket aus einer Hand, von der ersten Skizze bis zum fertigen Teil. Um spezi elle komplexe Problemstellungen lösen zu können, ist das Unter nehmen zudem immer wieder als Produktentwickler gefordert und gefragt – stets in enger Abstim mung mit dem betreffenden Kun den. Das daraus über Jahrzehnte gewachsene Vertrauensverhält nis repräsentiert einen entschei denden Eckpfeiler der Erfolgsge schichte des burgenländischen Vorzeigebetriebs. DAS UNTERNEHMEN Entwicklung. Die Geschichte der Erwin Mach Gummitechnik reicht bis in die k.+k.-Monarchie zurück. Um 1890 gründete Franz Mach, ein böhmischer Zuwanderer, in Wien eine Stromkabel-Konfektion. 1937 verlegte Sohn Anton Mach den Standort ins niederösterrei chische Siegersdorf, wo erstmals auch einfache Gummiteile erzeugt wurden. 1947 übernahm mit Erwin Mach und seiner Schwes ter Hella die nächste Generation. Nach einem Richtungsstreit grün dete Erwin Mach sein eigenes Unternehmen und verlegte 1965 den Firmenstandort nach Hirm. Heute ist der Familienbe trieb einer der wichtigsten Produ zenten von Präzisionsteilen aus Gummi und Silikon in Österreich.
nen der über 30 Millionen Bautei le zu bekommen, die jährlich von der EM Gummitechnik GmbH erzeugt werden, sind einige Zah len hilfreich. Über 70 Maschi nen – ein Mix aus horizontalen und vertikalen Spritzgießmaschi nen sowie Pressen – stehen am Standort Hirm für die Verarbei tung der gesamten Elastomer Palette bereit. Das Stückgewicht der Bauteile weist im Spritzguss eine imponierende Bandbreite zwischen 0,005 Gramm und zwei Kilogramm auf. Spezielle Groß dichtungen für Kraftwerke errei chen sogar über 20 Kilogramm und werden auf den Pressen her gestellt. Flexibel sind auch die Auftragsgrößen – ob ein Stück oder eine Million, das Team um Michael und Erwin Mach macht (fast) alles möglich. Nicht zufäl lig dreht sich in Hirm alles um Gummi! n
In unserer Rolle als Spezialist für Teile in kleine ren und mittleren Stückzahlen füh len wir uns sehr wohl. Unsere Produkte sind nicht billig, aber dafür auf lange Sicht günstig. DIPL.-ING. ERWIN MACH Geschäftsführender Gesellschafter Erwin Mach Gummitechnik GmbH
FOTOS: FRIEDRICH JANSENBERGER FOTOGRAFIE
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Offener Brief an die Österreichische Bundesregierung
Wirtschaftliche Bildung ist Zukunftspolitik! Wir bringen Kindern vieles bei - nur nicht, wie Wirtschaft funktioniert. Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Vizekanzler, sehr geehrter Herr Bildungsminister,
sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung, sehr geehrte Abgeordnete zum Nationalrat! Unsere Kinder lernen für eine Welt, in der sie tagtäglich finanzielle Entscheidungen zu treffen haben. Doch wirtschaftliches Grundverständnis wird in unseren Schulen bis heute nicht systematisch vermittelt. Niemand verlangt, dass Jugendliche zu Börsenprofis werden. Aber jeder junge Mensch sollte verstehen, wie die wirtschaftliche Welt funktioniert, in der er später leben und arbeiten wird. • Wie gehe ich mit meinem Einkommen um? • Was kostet ein Kredit wirklich bzw. was bedeutet Zinseszins? • Wie erkenne ich finanzielle Risiken? • Wie funktionieren Steuern und Sozialversicherung? • Warum entscheiden wirtschaftspolitische Weichenstellungen über Wohlstand? • u.v.m. Das ist kein Spezialwissen, es gehört zur Allgemeinbildung! Diese Bildungslücke können und dürfen wir uns nicht länger leisten! Ein von der INITIATIVE ÖSTERREICH 2040 – der Interessenvertretung der Familienbe triebe - beauftragtes Gutachten von Univ.-Prof. Dr. Georg Hans Neuweg zeigt den Handlungsbedarf deutlich:
Der Staat schreibt Wirtschaftsbildung seit Jahren in Lehrpläne und Unterrichtsprinzipien, ohne ausreichend sicherzustellen, dass sie fachlich qualifiziert vermittelt wird - und ohne regelmäßig zu überprüfen, was bei unseren Kindern tatsächlich ankommt. Prof. Dr. Neuweg kommt bei der Lehrkräfteausbildung zu einem alarmierenden Befund: Je nach Entwicklungsverbund entfallen nur 25 bis maximal 50 Prozent der einschlägigen Fachinhalte auf Ökonomik und ihre Didaktik. Seine Schlussfolgerung: Lehrkräfte erteilen, sofern sie sich nicht konsequent fortbilden, „über beträchtliche Strecken de facto fachfremden Unterricht“.
14 | FAMILY BUSINESS | 3/2026
Würden wir akzeptieren, dass Mathematik oder Englisch über beträchtliche Strecken fach fremd unterrichtet werden? Warum akzeptieren wir es bei einem Wissen, das über finanzielle Selbstbestimmung, berufliche Chancen und wirtschaftliche Mündigkeit entscheidet? Auch darf wirtschaftliche Bildung nicht vom Elternhaus abhängen. Wer zu Hause über Geld, Vorsorge, Arbeit und Unternehmertum sprechen kann, startet mit einem massiven Vorsprung ins Leben. Wer diese Möglichkeit nicht hat, muss dieses Wissen in der Schule vermittelt bekommen. Nur dadurch haben die künftigen Generationen die gleiche Chance! Die Debatte darüber, ob Wirtschaft ein eigenes Schulfach braucht, darf nicht länger vom eigentlichen Problem ablenken: Wirtschaftsbildung muss endlich verbindlich, systematisch und qualifiziert unterrichtet werden. Prof. Dr. Neuweg stellt klar fest, dass die derzeitige Verbindung von Wirtschaft und Geo- grafie fachlich wenig überzeugend ist. Die künftige Ausbildung muss politisch neutral sein und zu „abwägenden multiperspektivischen Urteilen“ befähigen. Es geht darum, junge Menschen in die Lage zu versetzen, zu verstehen, zu urteilen und selbstbestimmt zu handeln. Das Gutachten zeigt weiters deutlich: 75 % der Schülerinnen und Schüler und 71 % der Eltern befürworten ein Unterrichtsfach „Wirtschafts- und Finanzbildung“. Deshalb fordern wir Familienunternehmen: Ein Schulfach Wirtschaft muss verbindlich, systematisch und qualitätsgesichert in die Schule. Spätestens ab der Sekundarstufe I für Jugendliche ab 10 Jahren braucht es klare Kompetenzziele, ausreichend verbindliche Unterrichtszeit, dafür fachlich qualifizierte Lehrkräfte und eine regelmäßige, transparente Kompetenzmessung.
Österreich diskutiert über Pensionen, Fachkräftemangel, Wettbewerbsfähigkeit, Staats verschuldung und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Dann müssen wir auch sicherstellen, dass die nächste Generation versteht, wie Wirtschaft funktioniert. Die Bundesregierung hat jetzt die Chance, eine Bildungslücke zu schließen, die wir uns als Wirtschaftsstandort und als Gesellschaft nicht länger leisten können. Aus einem Unterrichtsprinzip muss ein überprüfbares Bildungsversprechen werden. Machen wir Wirtschaftswissen endlich zu Allgemeinwissen. Wir ersuchen um Ihre geschätzte Rückmeldung zu diesem Thema und freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.
Thomas Perdolt Mit-Initiator und Geschäftsführer
Richard Mauerlechner Mit-Initiator und Geschäftsführer
Familienbetriebe – Initiative für Österreich GmbH * Gumpendorferstraße 19 * 1060 Wien office@initiativeoesterreich2040.at * Firmenbuchnummer: FN 654686z * Handelsgericht Wien * UID: ATU82250056
WIRTSCHAFT
„Wir wollen in die Liga der Top-Winzer aufsteigen“, sagt Geschäftsführer Peter Weidinger.
Wolfgang’s Vineyard
Weingut. Der oberösterreichische Lebensmittelindustrielle Wolfgang Hochreiter (380 Millionen Euro Umsatz, 1.200 Mitarbeiter) hat die legendäre Winzerei Anton Bauer insolvent übernommen. Businessprojekt oder Millionärshobby? S ein Geschäftsführer und engster Vertrauter Peter Weidinger erklärt im Interview, wie man in einer krisengeschüttelten Branche den Umsatz versechsfacht. | INTERVIEW: DAVID PESENDORFER |
C
HEFINFO: Was fällt Ihnen als nüchternem Business man ganz spontan zum Thema „Wein“ ein?
Und so begannen Sie zu trinken? ( Lacht … ) Mein erster Schritt: Ich machte den WIFI-Basiskurs zum Wein experten – nun kann ich nachvollziehen, warum Wein eine Leidenschaft auslösen kann, dass Wein etwas Sinnliches hat. Und genau deswegen wurde der Chef quasi über Nacht Weinbauer? Der Wolfgang war zuvor schon öfter bei Anton Bauer am Gut, hatte dessen Weine auch schon seit jeher in seinem Keller. Es war 2024, und seine Frau Petra und er
Element, das sieht man etwa auch daran, welchen Tiefgang die Sommelier-Ausbil dung hat. Ich hatte in meinem bisherigen Leben, im Gegensatz zu meinem Vater und meinem Bruder, mit Weingenuss sehr wenig am Hut. Ich konnte diesem ganzen Drumherum – dem Schwenken, Riechen, Kosten – nicht viel abgewin nen. Als ich dann zum ersten Mal auf dem Weingut in Feuersbrunn war und Anton Bauer kennenlernte, erwachte in mir dieses Gefühl: Es zahlt sich aus, sich damit auseinanderzusetzen.
Peter Weidinger: Genuss und Qualität. Ihr Chef Wolfgang Hochreiter wird in Fachgazetten als „Weiß- und Rotwein-Freak“ bezeichnet. Was bedeutet das? Dass ein gutes Glas Weiß- oder Rotwein das Gesamterlebnis Essen komplettiert. Die Trinkkultur ist da ein ganz wichtiges
FOTOS: OBEN LINKS: WAKOLBINGER. OBEN RECHTS: ANTON BAUER
16 | FAMILY BUSINESS | 3/2026
WIRTSCHAFT
bleiben kann – und bei gewissen Investi tionen vielleicht sogar noch besser wird. Als Lebensmittelindustrielle ska lieren Sie standardisierte Qualität. Aber beim Wein ist doch genau das Gegenteil der Fall. Lässt sich Wein überhaupt wie eine Fertig mahlzeit skalieren? Im Prinzip ja. Wie pflege ich meine Reben, wie erfolgt der Schnitt? Ein hoher Qualitätsanteil passiert durch die Hand lese bereits in den Weingärten, und eine weitere Selektion erfolgt dann durch die optische Sortiermaschine – da gibt es Potenzial durch noch bessere optische Auslese. Wenn ich die gute Traube ins Fass bringe, ist das schon mehr als die halbe Miete, hier definieren sich 70 Pro zent der Qualität. Sie haben eine Quotenverpflich- tung von 3,8 Millionen Euro über- nommen – und einen Betrieb, der zuletzt mehr produzierte, als er ver kaufen konnte. Muss man dennoch auch quantitativ zulegen? Ô
waren gerade auf Urlaub – da lesen sie in der Zeitung: „Anton Bauer insolvent“. Wolfgang zu Petra: „Kann ja gar nicht sein, du hast zu wenig Wein getrunken.“ Und dann spontan: „Dieses Weingut muss überleben.“ Dann hat er mich angerufen: „Peter, erkundige dich beim Insolvenz verwalter.“ Und bald war klar: Ein Invest ment macht Sinn. Als, verzeihen Sie, exklusives Spiel- zeug für einen erfolgreichen Wirt schaftsmagnaten? Ich bin der kaufmännische Geschäfts führer, zuständig für die betriebswirt schaftliche Abbildung. Alles, was Wein bau betrifft, wird vor Ort entschieden – wo man aber froh ist, jemanden für die Letztentscheidungen in der Hinterhand zu haben. Was ich sagen will: Indem das bei mir liegt, liegt es auch direkt bei Wolf gang Hochreiter. Anton Bauer ist obers te Eigentümersache, nicht nur eine Lieb haberei, um sagen zu können: „Ach ja, und übrigens, ich habe auch ein Weingut.“ Es gibt da die hohe Anforderung und den Willen, dieses Weingut in glorreiche Zeiten zurückzuführen. Wann waren die? Zwischen 2015 und 2018, wo Anton zum „Winzer des Jahres“ aufstieg und relativ viel nach Amerika gelie fert wurde. Das war auch eine Zeit achtbarer wirtschaftlicher Erfolge.
PETER WEIDINGER Geschäftsführer Anton Bauer GmbH | Hochreiter Lebensmittelbetriebe GmbH Beim Wein ist es wie bei Aktien: Einsteigen musst du, wenn sie im Sinkflug sind.
Sie kauften eine Marke, die von einem einzigen Menschen beseelt ist. Dann passiert das Unfassbare, dieser Mensch verstirbt völlig über raschend. Wie geht man damit um? Abgesehen von der menschlichen Tra gödie war da zunächst ein Schockmo ment. Aber zum Glück hat man rasch gesehen, dass das Gut auch ohne seinen Namensgeber auf seinem Qualitätslevel
Petra und Wolfgang Hoch reiter haben das insolvente Weingut Anton Bauer gekauft. Aber es ist mehr als Liebhaberei: Sie sehen in der Wagramer Winzerei noch großes Potenzial.
FOTOS: BEIDE OBEN: ANTON BAUER. UNTEN: HOCHREITER
WIRTSCHAFT
Ihre Marketing-Offensive hat ja eigentlich bereits begon nen, oder? Im Frühjahr gab es einen kleinen Start-Event mit unserem Netz werk in der legendären Verdi Diele in Linz: Wir haben den Rosé des 25er-Jahrgangs, der unserer Mei nung nach extrem gelungen ist, in der Verdi Diele unter dem Label „Collection d’Art“ mit einem Künstleretikett versehen, so prak tisch neu vorgestellt. Nun geht es Schritt für Schritt: neuer Web Auftritt, neuer Online-Shop. Wir verstärken uns im Vertrieb, wir verstärken uns in der Führung vor Ort, wir haben alle rechtlichen Themen abgehandelt. Wie darf man sich Ihren wei teren Roll-out vorstellen? Wir greifen ja auf ein bestehen des Netzwerk zurück, fangen nicht bei null an. Trotz Insolvenz und persönlichem Schicksals schlag war „Anton Bauer“-Wein immer im Vertrieb. Wir wen den uns nun aber auch direkt an Gastronomen, machen viel über Social Media. Wir haben in unse rem Kernbusiness an die 93 Pro zent Exportquote. Da wollen wir auch Anton Bauer über Österreich hinaus in den wichtigen Märk ten positionieren: Deutschland, Skandinavien, den Niederlanden, Belgien – Südamerika, Kanada. Es gibt viele Märkte mit starkem Potenzial zu bearbeiten. n
Ja, auch die Quantität spielt eine entscheidende Rolle, wir wollen künftig wieder mehr Wein machen und auch verkaufen, ganz klar. Eine viel höhere Marktdurchdringung muss unser Ziel sein. Können Sie das ganz grob dimensionieren? In den nächsten fünf, sechs Jah ren wollen wir in eine Umsatz kategorie von sechs bis sieben Mil lionen Euro kommen. Derzeit sind wir bei etwa einer Million. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Aber: In der Insolvenzphase wurde kein akti ver Vertrieb praktiziert, es wur den Bestände abgearbeitet. Anton Bauer war ein hoch talentierter Weinmacher. Was lief da falsch? Erstens: Ja, das war er. Zweitens: Aber auf dem Vertrieb und dem entsprechenden Marketing lag viel zu wenig Fokus, und ich hatte den Eindruck, unter diesem Zwie spalt hat er selbst auch gelitten. Dann war da auch dieser spezi elle Einfluss von außen: 2017 war der Toni zum „Winzer des Jah res“ gewählt worden – er war ein Star und hatte plötzlich unendlich viele Schulterklopfer und Anlage empfehlungen, die mit Wein gar nichts zu tun hatten. Aber um beim Kunden manifest zu bleiben, spielen auch Marketing, Wer bung, Verkostungen und externe Bewertungen eine Rolle. Denn
Es gibt die hohe Anforderung und den Willen, dieses Weingut in glor reiche Zeiten zurückzuführen. PETER WEIDINGER Geschäftsführer Anton Bauer GmbH | Hochreiter Lebens mittelbetriebe GmbH
das Thema „Wein“ ist momentan extrem schwierig zu bespielen, viele Weinbauern überlegen sich, aufzuhören. Genau in dieser Situ ation der Marktbereinigung wol len wir mit unserem finanziellen Background in die Liga der Top Winzer aufsteigen. Wir sehen das als Riesenchance. Warum? Die Branche erlebt derzeit eine Art Greißler sterben auf Glamour-Ebene. Beim Wein ist es wie bei Aktien: Einsteigen musst du, wenn sie im Sinkflug sind. Das Wein-Busi ness sehe ich übrigens nicht im Niedergang, sondern in einem Verschiebungsprozess: Qualität wird noch wichtiger. Es gibt einen Markt der Weinkonsumen ten, die sich das finanziell weiter hin leisten können und wollen. Und es ist eine unserer Stärken, in Unternehmen einzusteigen, denen es wirtschaftlich schlecht geht – wenn wir in ihnen Poten zial sehen.
Weinproduktion in Österreich 2025
Wien 1,2 %
Übrige 0,3 %
Stmk. 9,5 %
Bgld. 22,8 %
NÖ 66,2 %
Quelle: Österreich Wein Marketing GmbH
WEINGUT ANTON BAUER (WAGRAM)
Eigentümer: Hochreiter Gruppe (Übernahme 2025) Führung: Peter Weidinger (Geschäftsführer) Ausrichtung: strategischer Neustart nach Tod des Gründers – Fokus auf Premium-Lagen (Veltliner) und globalen Export Innovation: neue Markenidentität und exklusive Produktlinien, z. B. „Rosé Collection d‘Art“ Ziel: Verbindung von Wagramer Weinbautradition mit moderner Marktpräsenz
FOTOS: OBEN: WAKOLBINGER. UNTEN: ANTON BAUER
18 | FAMILY BUSINESS | 3/2026
Bereit fürs echte Leben
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WIRTSCHAFT
Gold liegt in der Familie
Wertbeständig. Gold & Co.-Gründer Walter Hell-Höflinger spricht über sein Geschäftsmodell zwischen Goldhandel, Bewertung und Recycling, Gold als langfristige Anlage und seine Söhne als mögliche Nachfolger. | INTERVIEW: ANDREA SCHRÖDER |
F
AMILY BUSINESS: Sie stammen aus einer Unter- nehmerfamilie. Was bedeutet es Ihnen, heu
entstand die Idee, in Wien mit Gold & Co. ein seriöses Kompetenzzentrum für Edelmetalle aufzubauen. Was bietet Gold & Co. über den klassischen Goldhandel hinaus? Wir verkaufen Münzen und Barren und kaufen Schmuck, Uhren, Edelsteine sowie Bruchgold an. Wer eine Schmuck schatulle erbt, soll bei uns eine kom petente Einschätzung zu sämtlichen Stücken erhalten. Aus dieser Arbeit ent stand meine Tätigkeit als Gerichtssach verständiger für Edelmetalle und Exper te für Fälschungen sowie ein Buch ( „The Gold You Trust“, Bild oben ). Zudem wird angekauftes Bruchgold recycelt und zu neuen Barren und Münzen verarbeitet. Rund 90 Prozent unserer Verkäufe kön nen wir durch eigene Ankäufe abdecken. Viele Menschen fragen sich ange sichts des hohen Preises: Ist es bereits zu spät, Gold zu kaufen? Ob der Preis morgen steigt oder fällt, kann niemand seriös versprechen. Sicher ist, dass Inflation die Kaufkraft des Gel des mindert. Wer Gold kauft, sollte daher sein Ziel kennen. Wem Teilbarkeit wichtig ist, der braucht kleinere Einhei
ten; für größere Summen kommen auch Barren infrage. Ich empfehle meist eine Kombination aus einfachen Dukaten, Wiener Philharmonikern und größeren Einheiten. Wer bei einem Kursrück gang sofort verkauft, realisiert den Ver lust. Gold braucht einen langen Atem. Wie bereiten Sie das Unternehmen für die Zukunft vor? Mein Ziel ist, Gold & Co. so aufzustel len, dass ich nur noch als guter Geist im Hintergrund gebraucht werde. Des halb bauen wir Strukturen und inter nes Know-how auf – von IT und Logis tik bis zu Onlineshop und Marketing. Heute beschäftigen wir rund 30 Mitar beiter, betreiben drei Filialen in Wien, eine in Belgrad und planen den nächs ten Standort. Wachstum soll aber kon trolliert erfolgen: Jeder Baum soll lang sam wachsen, und keiner wächst in den Himmel. Meine Söhne Nikolai, 17, und Andrej, fast 16, interessieren sich dafür, Gold & Co. später zu überneh men. Nikolai macht derzeit ein Prakti kum bei uns und bringt seine Kenntnis se im Bereich KI ein. Junge Menschen sollen nach ihren Fähigkeiten eingesetzt werden und gestalten dürfen. n
te Ihren eigenen Betrieb zu führen? Walter Hell-Höflinger: Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo angestellt zu sein. Ein Familienbetrieb lebt von famili ären Strukturen: Menschen sollten nicht bloß funktionieren und ausgetauscht werden, wenn sie nicht mehr in die Fir menpolitik passen. Für mich zählen Ehr lichkeit, Loyalität, Handschlagqualität und Teamgeist. Familie darf aber nicht bedeuten, an allem Alten festzuhalten. Von meinem Urgroßvater ist ein Satz überliefert: Bewährtes erhalten, aber, wenn die Zeit reif ist, den Mut haben, mit Traditionen zu brechen. Ihre Familie produziert seit Gene rationen in Kärnten Schmuckket ten. Warum haben Sie einen ande ren Weg eingeschlagen? Mein Vater wird 90 und sperrt noch immer jeden Tag um halb sechs die Fir ma auf. Mich hat es aus dem elterli chen Betrieb hinausgetrieben, mein Bru der führt ihn heute weiter. 2009 habe ich mich selbstständig gemacht. 2012
FOTOS: MIKA-NIKOLAS MAHRINGER
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Eine häufige Frage lautet: Wie soll ich in Anlagegold investieren? Mein Rat ist eine Kombination aus ein fachem Dukaten, Wiener Philharmoniker und größe ren Einheiten.
WALTER HELL-HÖFLINGER Eigentümer Gold & Co.
WIRTSCHAFT
Der große Ausver kauf
Notausgang. Steigender Wettbewerbsdruck, sinkende Profitabilität, ungeklärte Nachfolge: Warum immer mehr Eigentümerfamilien einen Käufer oder strategische Investoren für ihre Unternehmen suchen.
| TEXT: KLAUS SCHOBESBERGER |
FOTO: GNEPPHOTO / SHUTTERSTOCK
22 | FAMILY BUSINESS | 3/2026
WIRTSCHAFT
Mitte Juni wurde der Abschluss eines der spektakulärsten Immobilien-Deals der vergangenen Jahre publik. Das Park Hyatt zählt zu den besten Hotel adressen Wiens – und zu den Perlen der Signa-Pleite. René Benko hatte das 112 Jahre alte Gebäude vor fast 20 Jah ren der Bank Austria abgekauft und zu einem Fünf-Sterne-Hotel umgebaut. Nun hat der Prachtbau im Goldenen Quartier mit der JR Investment GmbH einen neuen Eigentümer. Dahinter steht der Industrielle und Investor Josef Rai ner. Gemeinsam mit seinem damaligen Partner Erwin Bernecker gründete er 1979 den Automatisierungsspezialisten B&R in Eggelsberg. 2017 verkauften die beiden das hochprofitable Paradeunter nehmen an den Schweizer ABB-Kon zern. Die Gründer standen vor der Her ausforderung, die langfristige Nachfolge zu regeln und das Unternehmen auf die nächste globale Ebene zu heben. Unter dem Dach von ABB erhielt B&R Zugang zum weltweiten Vertriebsnetz eines Großkonzerns. Der strategische Verkauf sicherte die Zukunft des Lebenswerks und machte die beiden Hälfteeigentümer reich. Der kolportierte Kaufpreis lag bei knapp zwei Milliarden US-Dollar. Milliarden-Deal: 2017 wurde B&R vom Schweizer ABB-Konzern übernommen. M
Absicherung dank strategischer Fusion: Hauser Gruppe ist nun italienisch.
Die polnische Orlen schnappte sich das Treibstoffgeschäft der Doppler Gruppe.
Der Lockruf des Geldes Seither sind Dutzende ähnliche Firmen verkäufe ans Ausland über die Bühne gegangen – zuletzt mit deutlich gestie genem Tempo. Für Tractive, den Welt marktführer für Haustier-Tracking, erhielt Ende März das italienische Unter nehmen Bending Spoons den Zuschlag. Der Exit-Preis soll bei 900 Millionen US Dollar gelegen sein. Der Lockruf des Gel des ist ein nicht unwesentlicher Faktor im M&A-Business. Aber nicht der allei nige, wie das Beispiel Hauser Kältetech nik zeigt: Die Eigentümerfamilie brach te über ihre Stiftung ihre Anteile in den Zusammenschluss ein und wurde damit
Gefährliche Gemengelage Bei Deloitte beobachtet man in der Praxis bei der nachfolgenden Generation eine gewisse Skepsis, ob angesichts des glo balen Wettbewerbsdrucks europäische Unternehmen langfristig überhaupt eine gute Überlebenschance haben. „Damit stellt sich für viele die Frage, ob nicht ein rechtzeitiger Verkauf an einen inte ressierten Investor die bessere Chance ist, um den Wert des Assets zu erhalten. Diese Nüchternheit der Erbengeneration ist Zeichen eines neutralen, wenig dynas tischen Zugangs zu den Familienunter nehmen ihrer Eltern“, sagt Top-Bera ter Spitzer, den die Entwicklung wenig
Diese Nüchternheit der Erbengeneration ist Zeichen eines neutralen, wenig dynastischen Zugangs zu den Familien unternehmen ihrer Eltern.
GOTTFRIED SPITZER, Partner bei Deloitte Österreich, über die steigende Bereitschaft zum Unternehmensverkauf
zu einer der Gesellschafterfamilien der Epta Gruppe in Mailand. Ein cleverer Schachzug, um das nachhaltige Wachs tum des Unternehmens zu sichern. Gottfried Spitzer, Partner bei Deloitte Österreich, glaubt, dass der Verkaufs druck in den nächsten Jahren aufgrund der anstehenden Generationenwechsel noch zunehmen wird. Die Generation der Babyboomer ist dabei, in den Ruhe stand zu treten beziehungsweise diesen Abgang aktiv vorzubereiten – mit mas siven Auswirkungen auf Unternehmen.
überrascht: Europa hat in den vergan genen zehn Jahren gegenüber Asien und den USA massiv an Wettbewerbsfähig keit verloren. Wir sind mit explodieren den Personal- und Energiekosten, einer überbordenden Bürokratie und einem generell wirtschaftsfeindlichen, beleh renden Umfeld konfrontiert. Gleich zeitig gibt es interessierte, kapitalstarke Mitbewerber insbesondere aus China, die gerne gute Gelegenheiten nützen. „In dieser Gemengelage kann die Erben generation schon zu Recht nachdenk Ô
FOTOS: DELOITTE / THOMAS TOPF, APA-IMAGES / OTS / ABB, ORLEN, HAUSER
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WIRTSCHAFT
Hidden Champions im Visier
in den Fokus rückt, ist nicht tragisch, zumindest nicht aus Sicht der Eigentü merfamilie“, sagt der Partner von Saxin ger Rechtsanwälte in Linz, der auch Unternehmen regelmäßig bei M&A-Pro zessen begleitet. „Für Eigentümer ist es finanziell oft sogar die sicherere Entschei dung. Ein Unternehmen selbstständig weiterzuführen – ohne familiäre Nach folge oder ein etabliertes Fremdmanage ment –, birgt ein ungleich höheres Risi ko, als das Vermögen am Kapitalmarkt anzulegen. Wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, ließen sich an den Börsen solide und risikoärmere Renditen erwirt schaften. Das ist eine der Kernheraus forderungen für Familienbetriebe“, sagt Lauss. Erschwerend komme in Öster reich hinzu, dass es keine ausgeprägte Beteiligungslandschaft gibt. Zwar agieren einige Banken, wie die RLB Oberöster reich, im Beteiligungsmanagement sehr positiv, doch staatliche Impulse fehlen fast völlig. Skandinavien macht es besser: Dort investieren staatliche Pensionsfonds erfolgreich in Private Equity.
lich werden.“ Für Spitzer kommen noch weitere Faktoren hinzu: der wachsende Druck der KI auf die Berufseinsteiger, der schleichende Kaufkraft- und damit Wohl standsverlust durch die Inflation sowie die Frustration der Jungen, sich mit eigener Anstrengung keinen eigenen adäquaten Wohnraum schaffen zu können. All das werde zum Todesstoß für die Leistungs bereitschaft der jüngeren Generationen, die von den Babyboomern so oft einge fordert wird. „Damit geht auch die Pro fitabilität der klassischen Industrieunter nehmen zurück. Kraftvolle Unternehmen mit einem kraftvollen Management schaf fen die nötige Transformation, sie denken mehr in Chancen als in Risiken. Für alle anderen wird die Luft zunehmend dünn – und ein Verkauf damit eine interessante Option“, so der Deloitte-Mann. Fehlendes Private Equity Ähnlich sieht das auch Wolfgang Lauss. „Dass aus Sorge vor einer ungeklärten Zukunft der Verkauf des Unternehmens
„Bei uns legen die üblichen Akteure zwar Fonds auf und bewegen vermögende Pri vatpersonen zu Investments, diese erwar ten aber meist nach drei bis fünf Jahren einen Exit. Bei langfristigen Private-Equity Investments funktioniert das jedoch nicht“, sagt Lauss. Investoren zeigten sich dann oft ungeduldig, wenn sie nach fünf Jahren noch keine Rendite sehen. Deshalb sei die Bereitschaft, langfristig in Private Equity – insbesondere in Familienunternehmen – zu investieren, bei uns kaum ausgeprägt. Das Kapital fließt daher leider oft ins Aus land. Ein strategischer Investor verfolgt ohnehin einen anderen Ansatz als ein klas sischer Private-Equity-Fonds, der rein auf „Buy and Build“ und den schnellen Exit setzt. Der Stratege möchte das Unterneh men weiterentwickeln und in sein Geschäft integrieren. „Es ist schade, dass Österreich es nicht schafft, diese Hidden Champions – von denen wir viele unter den Familien unternehmen haben – auf Dauer im Land zu halten“, sagt der Experte. Ô
Michael Hurnaus baute mit Partnern und Investoren den Weltmarktführer für Haustier-Tra cking auf. Im März wurde Tractive aus Pasching nach Italien verkauft.
FOTO: TRACTIVE
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VERBUND übernimmt die Stromvermarktung von Österreichs größtem Co-Location- Projekt des Familienunternehmens PÜSPÖK, das Windkraft, Photovoltaik und Energiespeicher kombiniert.
Innovatives Energieprojekt Intelligente Lösungen. VERBUND steuert die Vermarktung der gesamten Erzeugungsleistung, der größten Co-Location Österreichs von PÜSPÖK. Das zweitgrößte Super-Hybrid-Kraftwerk Europas ging kürzlich im Burgenland in Betrieb.
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ines der innovativsten Energieprojekte Euro pas geht im burgenländi schen Nickelsdof an den
ENERGIE NACH MASS VERBUND vermarktet mehrere Gigawatt an erneuerbarer Erzeugungsleistung in Österreich und Deutschland und entwi ckelt kontinuierlich innovative Lösungen für Hybridkraftwerke, Co-Location-Pro jekte und Flexibilitätsvermarktung. verbund.com/business optimal genutzt. So entstehen zusätzli che Erlöse, während gleichzeitig ein wich tiger Beitrag zur Netzstabilität geleistet wird. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie erneuerbare Erzeugung und Speicher technologien zusammenspielen. Durch die gemeinsame Nutzung der Infrastruk tur lassen sich Netzkapazitäten effizien ter ausschöpfen und Versorgungssicher heit sowie Wirtschaftlichkeit steigern. Dabei bringt VERBUND seine langjäh rige Expertise im Energiehandel und eine eigene Optimierungsplattform in der Fle xibilitätsvermarktung ein. n
Nutzung des Netzanschlusses, erhöht die Flexibilität im Stromsystem und schafft zusätzliche Erlöspotenziale für Anlagenbetreiber. VERBUND über nimmt die Vermarktung der gesamten Erzeugungsleistung aus der 51 MW Pho tovoltaikanlage, dem 51 MW Windpark sowie dem 18 MW Batteriespeicher und unterstreicht damit seine führende Rolle als Vermarktungspartner für erneuerba re Energien und flexible Energiesysteme. Potenziale optimal nutzen „Super-Hybrid-Kraftwerke wie jenes in Nickelsdorf sind der Schlüssel zu einer sauberen, stabilen und unabhängigen Energieversorgung. Um das volle Poten zial der Anlage auszuschöpfen, braucht es neben modernster Technologie auch einen erfahrenen Vermarktungspartner. Mit VERBUND haben wir einen Partner an unserer Seite, der die Komplexität der Energiemärkte versteht und Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher opti mal in den Markt integriert“, erklärt Lukas Püspök, CEO von PÜSPÖK. Durch die Kombination aus Direktvermarktung, kurzfristiger Handelsoptimierung und dem gezielten Einsatz des Batteriespei chers werden Erzeugung und Flexibilität
Start: Das Super-Hybrid-Kraftwerk des österreichischen Energieunternehmens PÜSPÖK kombiniert Windkraft, Photo voltaik und Batteriespeicher. Die intelli gente Vernetzung der drei Technologien ermöglicht eine deutlich effizientere
Bei Co-Location-Projekten entscheidet die optimale Vermarktung darüber, wie wirtschaft lich Windkraft, Photovol taik und Batteriespeicher zusammenspielen.
ANZEIGE FOTO: PÜSPÖK/APA-FOTOSERVICE/MARIA HOLLUNDER
ROBERT SLOVACEK GF VERBUND Energy4Business GmbH
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